Mi., 19.10.2016

Zwillinge im Mannschaftssport Die Crux mit dem gleichen Aussehen

Lange Haare, grünes Trikot, aber die eine, in diesem Fall Shanice, trägt weiße Fußballschuhe, die andere

Lange Haare, grünes Trikot, aber die eine, in diesem Fall Shanice, trägt weiße Fußballschuhe, die andere Foto: Thomas Strack

Altenberge/Ochtrup/Nordwalde - 

Bruder- und Zwillingspärchen im Mannschaftssport sind keine Seltenheit. Es soll sogar schon Clubs gegeben haben, bei denen vier Brüder in ein und derselben Mannschaft gekickt haben – aber eben nur Brüder. Zwillinge sind in dieser Hinsicht schon was Besonderes, vor allem manchmal auch schwer in der Unterscheidung.

Von Günter Saborowski

Gut, dass es heutzutage verschieden farbige Fußballschuhe gibt. „Die mit den gelben ist Sharleen und spielt im zentralen Mittelfeld, die mit den weißen Schuhen ist Shanice und spielt vorne.“ Jürgen Al­brecht hat auf diese Weise seine eigene Methode entwickelt, um die Zwillinge Shanice und Sharleen Lüttecke beim TuS Altenberge unterscheiden zu können. Albrecht ist Trainer bei den dortigen Bezirksliga-Frauen und muss daher wissen, wer wer ist. Sonst stellt er falsch auf.

Bei Sabrina und Sandra Thiemann dürfte Hennes Jerzinowski Schwierigkeiten dieser Art nicht kennen. Die beiden Spielerinnen des FC Nordwalde sind zwar ebenfalls Zwillinge, aber auf dem etwa 100 Meter langen Rasenplatz räumlich voneinander deutlich getrennt; denn Sabrina steht zwischen den Pfosten – der eigenen „Bude“, wohlgemerkt. Ihre Schwester Sandra hält sich zwar auch gerne in Tornähe auf, aber auf der anderen Seite, beim Gegner, zwecks Toreschießens nämlich.

„Als ich in Nordwalde als Trainer angefangen habe, dachte ich zunächst, das sind gar keine Zwillinge“, gesteht Jerzinowski. Bis ihm dies nachweislich bestätigt wurde, dass die beiden 19-Jährigen tatsächlich zu dieser besonderen Kategorie Geschwister zu zählen sind. „Die sind aber auch sonst recht unterschiedlich. Sabrina, die im Tor, ist die lebhaftere der beiden, Sandra eher der ruhige Charakter.“ Allerdings hat der 65-jährige Fußballtrainer in seiner langen Karriere auch schon mal genauer hinschauen müssen, um zwei Spielerinnen unterscheiden zu können, ohne auf die Rückennummer zu blicken: „Als ich noch Trainer bei Heike Rheine war, spielten dort Lena und Marie Gosewinkel. Wenn die beide auf dem Platz waren, konnte man sie nicht unterscheiden, schon gar nicht, wenn die beiden nebeneinander standen“, erinnert sich Jerzinowski. „Höchstens an der Position. Die eine spielte vorne, die andere weiter hinten“, war Marie die Stürmerin, Lena die im Mittelfeld. Mittlerweile kicken beide bei Germania Hauenhorst in der Regionalliga.

Zwischen linkem Verteidiger und Mittelfeldspieler, zumal auf der Position der defensiven Sechs, liegen auf dem Rasen nur ein paar Schritte, allenfalls ein kurzer Sprint. Ohne Rückennummer könnte Ochtrups Trainer Thomas Schulten in der visuellen Unterscheidung „seiner“ beiden Zwillinge also ein Problem bekommen. Hat er aber nicht, denn „die sind sich überhaupt nicht ähnlich, sowohl äußerlich wie auch vom Charakter.“ Fußballschuhe in verschiedenen Farben braucht Schulten nicht, um zu wissen, wer Maik und wer Julian ist. Maik sei der Impulsive der beiden Engbring-Brüder, Julian der stillere Typ. Beide gehören zum Kader von Arminia Ochtrup und spielen im zweiten Seniorenjahr beim Kreisligisten.

Altenberges Trainer Jürgen Albrecht kann im Vergleich zu den meisten seiner Kollegen nicht nur mit einem Zwillingspärchen im Team aufwarten, er hat gleich zwei von der Sorte: Kathrin und Jennifer Speck­amp sind ebenfalls Zwillinge. „Die sind grundverschieden und kann man problemlos auseinanderhalten“, sagt Albrecht. Was man von den beiden Lütteckes ja nicht behaupten kann: „Sharleen ist recht dominant, hat manchmal leichte Starallüren und spielt sehr egoistisch. Technisch sind sie beide sehr stark und spielen ja auch seit Jahren in denselben Mannschaften zusammen. Als Trainer hat man es aber leichter, wenn man ab und zu nur eine von beiden spielen lässt“, scheint die Gefahr eines Zickenkrieges unter Geschwistern ständig im Raume zu schweben. Tore schießen können beide, egal ob als Angreiferin (Shanice) oder aus dem zentralen Mittelfeld (Sharleen). „Gleiche Größe, gleiche Haare – auf Distanz sind die für mich kaum auseinander zu halten“, seufzt – Leid geprüft – Jürgen Albrecht.

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Als ich in Nordwalde als Trainer angefangen habe, dachte ich zunächst, dass das gar keine Zwillinge sind.

Hennes Jerzinowski

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Sharleen ist recht dominant, hat manchmal leichte Starallüren und spielt sehr egoistisch.

Jürgen Albrecht

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