Mi., 06.08.2014

Vorwurf von Preußens Co-Trainer gegen eigenen Anhänger  Babacar N‘Diaye rassistisch beleidigt

Co-Trainer Babacar N‘Diaye.

Nachdenklich: Co-Trainer Babacar N‘Diaye. Foto: Rene Penno

Münster/Stuttgart - 

Am Samstag gewann der SC Preußen Münster in Aspach gegen den VfB Stuttgart 2 in der 3. Liga mit 3:0. Nach der Partie kam es zu einem rassistischen Vorfall gegen Co-Trainer Babacar N‘Diaye durch eine Person aus dem Anhang Münsters.

Am Dienstag wurde das publik, sofort gab es eine große Solidaraktion in den sozialen Medien. Unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik sprach mit dem 41-Jährigen über den Vorfall.

Stimmt es, dass Sie nach dem Spiel rassistisch beleidigt worden sind?

Babacar N‘Diaye: Das stimmt zu 100 Prozent. Es waren heftige Worte, die der junge Mann gesagt hat, ich werde sie nicht wiederholen und in den Mund nehmen.

Wie kam es dazu?

Babacar N‘Diaye: Nach dem Spiel stand ich bei Präsident Dr. Marco de Angelis, er gratulierte mir zum Sieg. Da war schon verabredet, da zwei Spieler bei der Dopingkontrolle waren, dass die Mannschaft zunächst ausläuft und dann erst zu den Fans geht. Diese aktive Erholung sofort nach dem Spiel ist wichtig. Auch habe ich dann gesagt, dass nur sechs statt zehn Runden gelaufen werden müssen. Das habe ich den Fans aus Münster sofort mitgeteilt. Dennoch ist der eine ausgerastet.

Rassistische Beleidigungen sind nicht zu akzeptieren, aber die Beschimpfungen kamen zudem noch von einem Preußen-Fan.

Babacar N‘Diaye: Es waren drei Personen beteiligt. Einer war der Wortführer, die beiden anderen wurden von ihm angestiftet. Das waren üble Sachen, so etwas hatte ich noch nie gehört.

Wie haben Sie reagiert?

Babacar N‘Diaye: Erst habe ich versucht mit ihm zu reden, als das keinen Sinn mehr machte, bin ich gegangen. Das hat mich getroffen, aber geweint habe ich nicht. Ich habe zunächst niemanden davon etwas erzählen wollen, auch nicht dem Trainer ( Ralf Loose ). Ich hätte das lieber unter der Decke gehalten und anders geklärt. Am nächsten Tag habe ich einen mir bekannten Fan angerufen und ihm gesagt, dass ich noch einmal mit dem Betreffenden darüber reden will, dass ich ihm verzeihe, ich habe einen Schritt auf ihn zugetan, obwohl das nicht notwendig wäre.

Hat er sich gemeldet?

Babacar N‘Diaye: Bislang nicht. Es ist keine schöne Sache, aber sie sollte aus der Welt geschafft werden. Wenn er bei seiner Meinung bleibt, dann meinetwegen.

Hat jemand im direkten Umfeld das mitbekommen und reagiert?

Babacar N‘Diaye: Ein Mitarbeiter vom Fanradio stand dabei und wollte die Situation beruhigen. Aber auch er wurde beleidigt und ihm wurden Schläge angedroht. Aber das ist nicht der Verhalten der Preußen-Fans, das will ich auch klarstellen.

Ist Ihnen Vergleichbares als Spieler in 20 Profijahren passiert?

Babacar N‘Diaye: Nein, nicht einmal. Auch in Münster hatte ich ein besonderes Verhältnis zu den Fans, da hing sogar meine Landesfahne aus dem Senegal im Stadion. Eines steht fest, so etwas ist nicht unser Preußen Münster .

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