Di., 11.11.2014

Szene-Beobachter diskutieren auf Einladung des „Fanport“-Projekts Münster über Gewalt Hooligans und Rechte knüpfen Netz

Szene-Beobachter diskutieren auf Einladung des „Fanport“-Projekts Münster über Gewalt : Hooligans und Rechte knüpfen Netz

Die Polizei geht am 26.10.2014 während einer Demonstration von Hooligans vor dem Hauptbahnhof in Köln mit Wasserwerfern gegen gewaltbereite Demonstranten vor. Foto: dpa

Münster - 

Wer hat „die Macht in den Kurven“ der Stadien? Wie eng sind Hooligan-Szene und Neonazis inzwischen verbunden? Diesen Fragen widmeten sich am Montagabend im Paul-Gerhardt-Jugendzentrum die Journalisten Peter Römer und Pavel Brunßen.

Von Jan Schneider

Beide schreiben für das „Transparent Magazin“ und haben nach eigenen Angaben die Fan-Szene seit Jahren kritisch im Blick. Eingeladen hatte sie anlässlich der Ausschreitungen während der „Hooligans gegen Salafisten “-Demo am 26. Oktober in Köln Soziologe Edo Schmidt . Er leitet das „Fanport“-Projekt Münster .

40 meist männliche Fußballfans lauschten konzentriert den Ausführungen der Referenten. Römer und Brunßen wiesen auf Verbindungen der Nazi- zur Hooligan-Szene hin und illustrierten ihre Ausführungen mit Bildern sowie Videos. Die beiden Journalisten traten der Idee von den „angeblich unpolitischen Hooligans“ entgegen und betonten, eine „sehr erfolgreiche“ Mobilisierung der Szene habe bei der Kölner-Demo Wirkung gezeigt.

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Wer hat in den Kurven der Stadien die Macht? Um diese Frage ging es bei einer Diskussionsrunde mit den beiden Journalisten Peter Römer (l.) und Pavel Brunßen im Paul-Gerhardt-Jugendzentrum (Foto: Jan Schneider).

„Hier trat der Gewalt suchende Teil der Fan-Szene auf“, erklärte Brunßen. „Es war aber auch das öffentlich sichtbare Comeback der Alt-Hooligan-Szene“, ergänzte Römer und verwies auf Neonazi-Verbindungen dieser Teilnehmergruppe. Eine neue Qualität der Gewalt sahen die Experten in den Kölnern Ausschreitungen nicht, wohl aber „eine neue Qualität der Vernetzung“. Die „gesamte Rechte“ sei an diesem Tag vereint gewesen, erklärten Römer und Brunßen. Entsprechende „Vernetzungsplattformen“ für Hooligans ansonsten verfeindeter Vereine könnten unter anderem Fußball-Länderspiele sein.

Als aus dem Publikum gefragt wurde, warum Vereine so wenig gegen politisch gefärbte Randale unternähmen, sagte Römer: „Für die Vereine ist es das Wichtigste, Ruhe zu haben in der Fan-Szene. Viele Vereine wollen sich nicht positionieren.“ Genau dies forderte dann Brunßen von den Clubs und führte als positives Beispiel entsprechende Bemühungen von Borussia Dortmund an.

Und Münster? Hier sei die Fan-Welt noch vergleichsweise in Ordnung, glaubt Fan-Betreuer Edo Schmidt. Ein breiter Konsens zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen und Kräften verhindere vor Ort das Entstehen brauner Strukturen in der Fan-Szene, betonte er auf Nachfrage unserer Zeitung.

Fotostrecke: Ausschreitungen bei Hooligan-Demo

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