So., 11.03.2012

Plakatverbot für das Darmstadt-Spiel / „Ultras raus“ folgt auf „Vorstand raus“-Rufe Eigenartige Stimmung im Stadion

Plakatverbot für das Darmstadt-Spiel / „Ultras raus“ folgt auf „Vorstand raus“-Rufe : Eigenartige Stimmung im Stadion

Kapitän Stefan Kühne war nach dem Spiel ziemlich bedient. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Diese Baustelle ist beim SC Preußen Münster nicht geschlossen. Es nimmt vielmehr sehr eigenartige Züge an. Da läuft was schief. Als die Heimpartie am Samstag um 14 Uhr von Referee Jan Seidel angepfiffen wurde, skandierte die Ultra-Fangruppierung Deviants prompt und vehement: „Vorstand raus.“ Ein großer Teil der 5572 Zuschauer reagierte direkt mit einem Pfeifkonzert, die Mehrheit hatte genug davon. Opposition und Gegen-Opposition, der Nervfaktor ist jedenfalls richtig groß.

Von Alexander Heflik

Später, im Laufe der Partie, wiederholten die Ultras ihre Forderungen, die Antwort von Tribüne und Gegengerade ließ nicht auf sich warten: „Ultras raus“. Das war neu und hatte man im Preußenstadion noch nicht gehört. Es ist mehr als ein Zwist in der Preußen-Familie, wenn der eigene Anhang sich gegenseitig aus dem Stadion wünscht. Seit der Beurlaubung von Trainer Marc Fascher Ende Januar hat sich die Situation verschärft. Die Deviants, vor einigen Jahren abgesplittert von der mittlerweile offiziell aufgelösten Ultra-Gruppierungen Curva Monasteria, haben ihre Schuldigen in den Vereinsoberen gefunden und bringen das bei den Punktspielen mit Plakaten und Gesängen zum Ausdruck.

Am Samstag hatten man sich nach Aussagen von Sportvorstand Carsten Gockel auf einen Verzicht von Plakaten geeinigt. Die Deviants verstanden das wohl als Zensur. Sie zeigten als Antwort für das Präsidium „Wer zensiert hat Angst“ und „Wir würden Sie bitten zeitnah den Verein zu verlassen.“ Der Sicherheitsdienst und die Polizei hielten im Block Einzug und kassierten die Spruchbänder ein, das lief ohne Reibereien ab. Die Situation hätte auch eskalieren können. Wäre es das wert gewesen? Mussten genau diese Transparente entfernt werden? Entschärft sich die Situation nicht ausreichend durch die lautstarke Reaktion eines Großteils der restlichen Zuschauer?

Trainer Pavel Dotchev zeigte sich nach der Partie irritiert vom Verhalten auf den Rängen. Seine Frage war eher rhetorisch: „Wir brauchen doch die Fans gemeinsam für unsere Sache?“ Die Gesten von Kapitän Stefan Kühne nach Abpfiff sprachen für sich, er hatte schon vor Wochen zum Ende der Querelen aufgerufen. Später, wurde im FanPort weiterdiskutiert, die verletzten Spieler Daniel Masuch und Patrick Kirsch fanden deutliche Worte, dass die Mannschaft genug hätte von dieser fragwürdigen Stimmung im Stadion. Ob der Aufruf hilft, bleibt abzuwarten.

Die Darmstädter Fans, es dürften rund 250 gewesen sein, verstanden das skurrile Geschehen erst mit Verzögerung. Sie fuhren nach dem 2:1-Sieg ihrer Mannschaft als einzige Sektion der Spielbeobachter dann auch zufrieden nach Haus. Die Pro und Contra der Preußen-Anhängerschaft kommentierten sie lauthals auf ihre Art und Weise: „Alle raus.“

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