Sa., 30.01.2016

Fußball: 3. Liga Überzeugende Preußen schlagen Erfurt bei Steffens Debüt mit 2:0

Münster - 

Optimaler Einstand für Horst Steffen! Der neue Trainer des SC Preußen feierte bei seinem Drittliga-Debüt in Münster einen 2:0 (2:0)-Sieg gegen RW Erfurt dank zweier Stürmertore. Es war ein wichtiger Erfolg, um in der Tabelle vorne dran zu bleiben, zumal die Konkurrenz oben Federn ließ.

Von Thomas Rellmann

Es war aber auch eine bemerkenswerte Begegnung, in der die Fans aus Protest gegen Polizeimaßnahmen lange leise waren und die eine um 25 Minuten verlängerte Pause benötigte, weil sich Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus verletzt hatte. Aus sportlicher Sicht war die Handschrift des Nachfolgers von Ex-Coach Ralf Loose zumindest phasenweise erkennbar. Der Ball lief gut trotz nassen Untergrunds, der Einsatz stimmte über 90 Minuten.

„Für mich war es ein schöner Einstand. Ich fühle mich wohl, so kann es weitergehen“, meinte Steffen. „Die Mannschaft hat gut versucht anzulaufen, war anfangs effektiv und hat vor allem eine gute erste Hälfte gespielt. Auch nach der Pause war es kämpferisch völlig okay.“ Torschütze Marcel Reichwein betonte: „Es war für uns Stürmer einfacher mit unserem neuen Spielstil. Das konnte man gut sehen. Ich denke, wir haben schon einiges umgesetzt.“ Nebenmann Rogier Krohne warf allerdings ein: „Es ist noch viel Luft nach oben. Trotzdem sind die Ansätze da, das macht Mut.“

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Zum Nachlesen: Der  Liveticker  Preußen Münster - RW Erfurt

Die Preußen begannen ohne Vize-Kapitän Marc Heitmeier (Bauchmuskelverletzung), ihn ersetzte  Drittliga-Debütant Lion Schweers, der erst eine Stunde vor Beginn von seinem Einsatz erfuhr. „Ein tolles Gefühl“, meinte der Youngster. „Es hat super geklappt.“ Klarheit herrschte dann auch auf zwei offenen Positionen: Hinten rechts erhielt Björn Kopplin den Vorzug vor Kevin Schöneberg, vorne links stach Krohne Abdenour Amachaibou aus.  Eine Entscheidung, die sich schnell bezahlt machte. Denn es waren keine sechs Minuten vorbei - da hatte der Niederländer schon zugeschlagen. Querpass Philipp Hoffmann, flacher Abschluss aus 18 Metern, der Ball wird immer länger auf tiefnassem Boden und schlägt im unteren Eck ein, RWE-Keeper Eric Domaschke streckt sich vergeblich. Was für ein Auftakt für Krohne, für Steffen und die Preußen! Und es kam noch besser.

Fotostrecke: Preußen Münster - RW Erfurt: Einzelkritik

Der zweite Stürmer wollte sich nicht lumpen lassen. Kopplin flankte von rechts mit links, Reichwein stieg viel höher als Erfurts Innenverteidiger und köpfte präzise zum 2:0 (16.) ein. Das Stadion erwachte allmählich bei reichlich Regen und sah eine kämpferische SCP-Elf, die auch ansatzweise - soweit möglich - fußballerisch überzeugte. Das war schon ein anderer Stil als zuletzt. Doch fairerweise sei gesagt, dass der Gast eigentlich nicht minder passable Ideen servierte und durchaus gute Chancen besaß. Luca Odak (13.) verfehlte knapp das Gehäuse, Carsten Kammlott scheiterte erst an Keeper Niklas Lomb (15.) und war danach zu sehr von einem schlimmen Bock von Abwehrspieler Marco Pischorn überrascht (21.), als er verzog.

Schließlich faustete Lomb auch noch einen abgefälschten Freistoß von Okan Aydin aus dem Winkel (29.). Im Spiel zwischen zwei gleichwertigen Teams hatten die Thüringer ein leichtes Chancenplus, lagen aber hinten.Der SCP näherte sich über Hoffmann (25.) und Krohne (41.) andererseits sogar einem dritten Treffer, durfte aber auch so mit der ersten Halbzeit unter Steffen hochzufrieden sein.Aus der wegen der Verletzung von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus um 25 Minuten verlängerten Pause kamen beide Mannschaften mit etwas reduziertem Tempo. Viele kleinere Unterbrechungen hemmten den Spielfluss zusätzlich. Ein Freistoß von Amaury Bischoff strich knapp vorbei (59.). Ansonsten waren die Sechzehner nicht mehr so im Blickpunkt wie vor der Halbzeit. Der SCP war aktiver, ohne die letzte Entschlossenheit zu demonstrieren. Hinten brannte aber rein gar nichts mehr an.

Schweers zeigte in der Viererkette eine sehr abgeklärte Vorstellung (Pischorn: „Wahnsinn, richtig gut!“). Das Gesamtgefüge mit dem Strategen Chris Philipps auf der Sechs wirkte stabil. Spätestens, als Erfurts Christoph Menz die Ampelkarte für ein hohes Bein gegen Schweers sah (83.), war klar, dass nichts mehr passieren würde. Krohne und der eingewechselte Aushilfskapitän Kevin Schöneberg hätten das Ergebnis sogar noch klarer gestalten können (89.). Doch auch so war das ein ziemlich perfekter Nachmittag für die Preußen, die die Hoffnung auf eine starke Restsaison mit Steffen beim Publikum nährten. Immerhin war es ja auch der erste Sieg seit Oktober.

SCP: Lomb - Kopplin, Schweers, Pischorn, Müller - Kara, Philipps, Bischoff (88. Schöneberg) - Hoffmann (85. Amachaibou), Reichwein (77. Özkara), Krohne

RWE: Domaschke - Odak, Laurito, Erb, Nikolaou (72. Benamar) - Judt (79. Szimayer), Menz - Höcher (46. Brückner), Tyrala, Aydin - Kammlott Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Hannover)

Tore: 1:0 Krohne (6.), 2:0 Reichwein (16.).

Zuschauer: 6338Gelb: Bischoff, Müller / Aydin, LauritoGelb-Rot: Menz (83.) Besonderes Vorkommnis: Schiedsrichterin Steinhaus musste zur Pause mit muskulären Problemen im Oberschenkel passen. Dadurch dauerte die Halbzeitpause statt 15 satte 40 Minuten, ehe Florian Kaposty (TSC Eintracht Dortmund) an der Linie einsprang und Assistent Marcel Gasteier als Mann an der Pfeife übernahm.

  • Um gegen zahlreiche Betretungs- und Stadionverbote zu protestieren, schwieg die Fiffi-Gerritzen-Kurve die gesamte erste Halbzeit über. 

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