Fußball: 3. Liga
Perfekte Woche für den SCP

Bremen -

Adriano Grimaldi traf beim 1:0-Auswärtserfolg des SC Preußen Münster bei Werder Bremen II. Besser noch: Die Konkurrenten auf den Abstiegsrängen mit SC Paderborn, FSV Frankfurt und FSV Mainz 05 II verloren. Sechs Punkte Vorsprung sind das nun für den Fußball-Drittligisten aus Münster.

Sonntag, 19.03.2017, 17:03 Uhr

Gut gemacht: Trainer Benno Möhlmann, der seinen Wohnsitz in Bremen hat, bedankt sich bei Torwart Patrick Drewes, der aus Delmenhorst kommt und vor der eigenen Haustür ein erfolgreiches Punktspieldebüt feierte.
Gut gemacht: Trainer Benno Möhlmann, der seinen Wohnsitz in Bremen hat, bedankt sich bei Torwart Patrick Drewes, der aus Delmenhorst kommt und vor der eigenen Haustür ein erfolgreiches Punktspieldebüt feierte. Foto: Jürgen Peperhowe

Zu erwarten war das so nicht. Am Ende der englischen Woche jubelte man beim SC Preußen Münster wie lange nicht mehr. Denn nach der bitteren 0:1-Niederlage in Magdeburg, dem glücklichen 2:1-Heimerfolg über FSV Frankfurt folgte dann noch ein eminent wichtiger 1:0-Auswärtserfolg bei Werder Bremen II. Mehr noch, die Konkurrenz im Tabellenkeller spielte mit, oder besser besagt im Sinne des Fußball-Drittligisten aus Münster. Paderborn, Frankfurt und Mainz verloren – und so hat die Mannschaft von Benno Möhlmann erstmals in dieser Saison einen Sechs-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsränge.

Saison 2016/17 - 28. Spieltag: Werder Bremen 2 - Preußen Münster

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  • Am 28. Spieltag empfängt die Zweitvertretung des SV Werder Bremen den SC Preußen Münster - eine wichtige Partie im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga. Auf dem Platz begegneten sich auch SCP-Mittelfeldmann Sandrino Braun (r.) und Bremens Björn Rother.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der SCP trat mit gestärktem Selbstvertrauen an, nachdem der Club zuvor das Kellerkinderduell gegen den FSV Frankfurt gewonnen hatte. Hier versucht SCP-Spieler Martin Kobylanski sich gegen die Bremer Niklas Schmidt und Thore Jacobsen durchzusetzen.

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  • Münsters Martin Kobylanski (l.) bekam es in diesem Zweikampf mit dem Erstliga-Akteur Ulisses Garcia zu tun.

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  • Für beide Teams stand viel auf dem Spiel. Verbissen geführt wurde auch dieses Duell zwischen Martin Kobylanski (l.) gegen Björn Rother.

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  • Es folgen weitere Impressionen von der Partie...

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  • Saison 2016/17 - 28. Spieltag: Werder Bremen 2 - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe

Da hatten die Adlerträger einiges innerhalb von nur vier Tagen geschafft, weil erst Zweitliga-Absteiger Frankfurt durch das Last-Minute-Tor von Tobias Rühle in Schach gehalten wurde. In Bremen standen die Vorzeichen nicht gut, weil Rühle kurzfristig passen musste und Tormann Max Schulze Niehues ebenfalls absagen musste – und die Werder-Reserve gleich drei Mann aus dem Erstliga-Kader mit Ousman Manneh, Justin Eilers und Ulisees Garcia aufstellte. Es kam anders.

„Für mich war es eine Befreiung. Ich habe lange auf diese Chance gewartet“, meinte Patrick Drewes. Und er machte seine Sache gut, nach bereits acht Minuten entschärfte er die beste Chance der Gastgeber von Ole Käuper. Den Rest erledigten gerade nach dem 1:0 von Adriano Grimaldi (25.) seine Vorderleute. Alle Unsicherheiten, alle Wackler waren wie weggeweht auf Platz 11 des Weserstadions. Eigentlich hatte Drewes, der aus Delmenhorst nahe Bremen kommt, wenig zu tun. Auch Coach Möhlmann, Gästetrainer mit Wohnort Bremen, war zufrieden mit dem Auftritt seiner Nummer zwei: „Das hat er gut gemacht, er war ein starker Rückhalt.“

Die Preußen an der Weser, das war ein überraschend kontrollierter und gefälliger Auftritt. Die Führung sog das Team auf wie ein Schwamm die Nässe. Zehn Spieltage vor dem Saisonende hatte der sonst so wankelmütige SCP mit zwei Erfolgen in Folge der Konkurrenz auf den Abstiegsrängen mächtig zugesetzt. Endspiel-Charakter? Die Preußen hatten genau so agiert und verdient die Punkte geholt. Endlich mal.

Gewinner? Einige mit Pa­trick Drewes, einem starken Sebastian Mai als Abwehrchef, Torjäger Adriano Grimaldi und einem überzeugenden Danilo Wiebe im Dreier-Mittelfeld. Wiebe bereitete nicht von ungefähr das Tor des Abends vor.

Werder Bremen 2 - Preußen Münster: die Einzelkritik

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Patrick Drewes - Note 3:

    Er reagierte gleich zu Beginn glänzend und war auf Betriebstemperatur. Der Stellvertreter des erkrankten Max Schulze Niehues hatte im weiteren Verlauf wenig zu tun, war aber immer auf der Hut.  

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  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz - Note 3:

    Er machte in der Defensive alles richtig. Bei seinen Vorstößen fehlt ihm oft die Präzision. Aber auf den Franzosen ist Verlass, mittlerweile eine feste Größe in der Abwehr.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers - Note 3:

    Mit vielen starken Szenen, aber auch mit zwei, drei Schwächen, die aber nicht bestraft wurden. Kämpfte bis zum Umfallen, eine engagierte Leistung.

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  • Innenverteidiger Sebastian Mai - Note 2,5

    Dieses Mal mit einer rundum überzeugenden Partie. Kaum Fehler, jede Menge gewonnene Zweikämpfe - und das gegen Erstliga-Spieler Ousman Manneh.

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh - Note 3

    Er hatte keine leichte Aufgabe mit dem schnellen Justin Eilers zu lösen. War aber voll bei der Sache, ließ hinten nichts anbrennen. In der Vorwärtsbewegung eher unauffällig dieses Mal.

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  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski - Note 3,5

    Er wollte es unbedingt wissen bei seinem Ex-Verein, allerdings überhastet bei seinen Torabschlüssen, dennoch stärker als zuletzt gegen Frankfurt.

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  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi - Note 2,5

    Steigerte sich Minute für Minute und sorgte für Stabilität im Mittelfeld. War etwas weiter vorne dabei besser aufgehoben.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun - Note 2,5:

    Überzeugte! Nach monatelanger Verletzungspause scheint der Knoten geplatzt, zeigte eine starke Partie mit guten Offensivszenen.

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  • Mittelfeldspieler Mirkan Aydin - Note 4:

    Fand nicht wirklich ins Spiel, mühte sich ab, musste nach 56 Minuten aber Tekerci weichen. Ihm war der Kräfteverschleiß nach der englischen Woche besonders anzumerken.

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  • Angreifer Adriano Grimaldi - Note 3:

    Er war erst nicht zu sehen, explodierte dann förmlich beim Tor. Ein echter Goalgetter. Das gab ihm Selbstbewusstsein zurück, im weiteren Spielverlauf rackerte er bei den Kopfballduellen im Mittelfeld wie ein Pferd.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Sinans Tekerci - Note 3:

    Kam für Aydin und sorgte auf der linken Seite für mehr Wirbel, verteidigte zudem energisch. Nach Verletzungspause zeigt sein Formbarometer wieder nach oben, mehr als nur eine Alternative. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Tobias Warschewski - keine Note:

    Er machte gleich Alarm und gab der Werder-Abwehr Rätsel auf in der Schluss-Viertelstunde. Machte da weiter, wo Grimaldi mit der Auswechselung aufgehört hatte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler  Lennart Stoll - keine Note:

    Er war in den wenigen Momenten auf dem Platz gleich aufrührerisch im gegnerischen Strafraum unterwegs.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Sechs von neun Punkten, nach dieser englischen Woche, die Preußen haben sich Frischluft zum Atmen verschafft. Aber Vorsicht bleibt ein steter Wegbegleiter, wie auch Innenverteidiger Mai erkannte: „Wir sind nicht aus dem Geschäft da unten.“

Übungsleiter Möhlmann belohnte die Kicker, es gab drei trainingsfreie Tage. Erst am Dienstag startet die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen VfR Aalen. Dann folgt das nächste Dreierpack beim SV Wehen Wiesbaden, der Heimpartie gegen SF Lotte und der Auftritt bei Holstein Kiel. Vor Ostern bleibt Zeit, viele Dinge positiv zu regeln. Vor einigen Tagen war das noch kaum vorstellbar beim SCP.

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