Fr., 19.05.2017

Fußball: 3. Liga Kittner und Schweers – zwei Preußen-Zusagen mit Signalcharakter

Sieben Mal liefen Ole Kittner (l.) und Lion Schweers (r.) gemeinsam in der Preußen-Innenverteidigung auf. Beide verlängerten jetzt ihren Vertrag an der Hammer Straße.

Sieben Mal liefen Ole Kittner (l.) und Lion Schweers (r.) gemeinsam in der Preußen-Innenverteidigung auf. Beide verlängerten jetzt ihren Vertrag an der Hammer Straße. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

17 Akteure hat der SC Preußen für die nächste Saison unter Vertrag. Das ist schon eine Menge – und da ist durchaus Qualität dabei. Die neuesten Abschlüsse mit Lion Schweers und Ole Kittner sind wichtige Bausteine.

Von Thomas Rellmann

Glückwünsche zu seinem 35. Geburtstag kassierte Malte Metzelder am Freitag garantiert zuhauf. Diesmal mischten sich allerdings auch noch Gratulationen auf beruflicher Ebene dazwischen. Denn der Sportdirektor des SC Preußen hat zwei weitere Stammkräfte für die neue Saison an den Verein gebunden. Vize-Kapitän Ole Kittner unterschrieb für ein Jahr, das vielerorts umworbene Abwehrtalent Lion Schweers gar für zwei.

Damit hat Münster 17 Akteure für die neue Spielzeit unter Vertrag. Einzig die Zukunft von Simon Scherder und Martin Kobylanski ist noch offen aus dem aktuellen Aufgebot. Die neuen Arbeitspapiere der beiden Innenverteidiger besitzen jedenfalls durchaus Symbolwert. Kittner (29), der nach über drei Jahren auch verletzungsbedingter Auszeit im Sommer eigeninitiativ an den SCP herantrat, machte 19 Partien.

„Er ist in kürzester Zeit zum absoluten Führungsspieler geworden“, sagt Metzelder. „Als Local Player identifiziert er sich zu 100 Prozent mit Stadt und Verein.“ Der gebürtige Münsteraner selbst betont: „Es war eine sehr intensive Saison, in der wir als Mannschaft immer enger zusammengerückt sind.“ Er freut sich weiter auf den Umgang mit Fans und Mitarbeiter.

Kommentar: Gespür, Weitsicht, Verhandlungsgeschick

Hut ab, Malte Metzelder! Die ersten Personalentscheidungen für den Profi-Kader zeugen durchaus von Gespür, Weitsicht und Verhandlungsgeschick. Ein umworbenes Talent wie Lion Schweers zu binden, ist nicht selbstverständlich und ein kleiner Coup. Ole Kittner zu halten, obwohl fast 30 und mit langer Verletztenakte versehen, ergibt nicht nur Sinn, weil er für viele Zuschauer zur Identifikationsfigur taugt und ungemein wertvoll für den Teamgeist ist, sondern auch sportlich.

Nicht immer hatte der Verein in der Vergangenheit das nötige Feingefühl, wenn es um die Planung der Zukunft ging. In diesem Zusammenhang ist auch die frühzeitige Verlängerung mit den Eigengewächsen Lennart Stoll und Max Schulze Niehues sowie mit dem soliden Franzosen Stéphane Tritz zu nennen. Eine Mannschaft, die unter Trainer Benno Möhlmann größtenteils gut funktionierte, muss nicht im x-ten Sommer am Stück komplett umgebaut werden. Im Gegenteil. Das vorhandene Fundament kann durchaus zum Vorteil werden. Sofern die passenden Mosaiksteinchen hinzukommen. Mit Verteidiger Fabian Menig ist auch hier ein vielversprechender Anfang gemacht.

Metzelder und Möhlmann – der jüngste Sportdirektor der 3. Liga und ihr ältester Trainer. Das Zusammenspiel scheint zu klappen. Nicht zu vergessen ist allerdings Präsidiumsmitglied Bernhard Niewöhner, der in den Monaten des Vakuums zwischen Dezember und April wichtige Vorarbeiten leistete. Thomas Rellmann

Etwas schwieriger dürften die Verhandlungen mit Schweers gewesen sein. Der 21-Jährige hatte Anfragen aus der 2. Liga, entschied sich aber für den Verbleib. „Ausschlaggebend war das Team. Hier stehen echte Freunde auf dem Platz, die auch füreinander spielen und laufen. Hier ist meine fußballerische Heimat. Ich will meine Position in der Mannschaft festigen“, sagt der Youngster, der 2014 als A-Jugendlicher von seinem Heimatclub TSC Eintracht Dortmund kam.

Unter Ex-Coach Horst Steffen wurde er Anfang 2016 zur Stammkraft. Im Februar holte er sich seinen im Herbst verlorenen Platz im Team zurück. 25 Drittliga-Spielen stehen in dieser Serie zu Buche für den 1,88 Meter großen Modellathleten, 40 sind es insgesamt. „Lion hat eine enorme Entwicklung genommen, was nicht nur uns, sondern auch dem einen oder anderen namhaften Konkurrenten aufgefallen ist. Umso mehr freue ich mich, dass er den Weg mit uns weitergehen will“, sagt Metzelder.

Inklusive Mirkan Aydin, der in seiner einzigen Halbserie zwar eine gute Quote aufwies, aber aktuell schwer zu finanzieren wäre, verlassen sieben Spieler den Club und erhalten am Samstag Blumen. Ob Trainingsgast Patrick Fenninger (22/FC Ingolstadt II) einen Kontrakt erhält, ist offen. „Er hat bei uns nicht seine optimale Leistung gezeigt, besitzt aber Qualität, ist unter 23 und würde reinpassen“, sagt Trainer Benno Möhlmann.

Im Moment habe der Verein aber noch andere Prioritäten. Zuletzt präsentierte sich auch ein Trio aus der U 19 nach der Rettung in der A-Junioren-Bundesliga in den Einheiten des Drittliga-Teams. Timon Schmitz, der bereits für die U 23 einen Vertrag unterzeichnet hat, sowie die Jungjahrgänge Adrian Knüver und Marius Lackmann hinterließen gerade technisch einen guten Eindruck. Völlig ausgeschlossen scheint es nicht, dass die Talente mittelfristig zum Profi-Kader stoßen.

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