Di., 26.09.2017

Neubau einer bundesligatauglichen Fußballarena Preußen werfen ein Auge auf Bösensell

Preußen-Präsident Christoph Strässer führte Gespräche mit der Sendener Rathausspitze über einen Stadion-Neubau in Bösensell.

Preußen-Präsident Christoph Strässer führte Gespräche mit der Sendener Rathausspitze über einen Stadion-Neubau in Bösensell. Foto: Jürgen Peperhowe

Senden - 

Die Führungsriege des SC Preußen und die Gemeinde Senden führen intensive Gespräche: Beide Seiten sind der Auffassung, dass Bösensell „der beste Standort“ für den Neubau einer Fußballarena wäre. Dass das Stadion in Münster entsteht, hält der SCP offenbar für immer unwahrscheinlicher.

Von Dietrich Harhues

Pöhlen die Preußen demnächst in Bösensell? Das Szenario, dass der SCP seinen Spielbetrieb nach Senden verlegt, rückt immer mehr in den Bereich des Möglichen. Wie Bürgermeister Sebastian Täger auf WN-Anfrage bestätigt, laufen bereits intensive Gespräche zwischen den Führungsgremien des Traditionsvereins und der Sendener Rathaus-Spitze.

Der Kontakt zwischen dem Club in Berg Fidel und der Stevergemeinde wurde nicht nur geknüpft, sondern schon vertieft. Täger konkretisiert, dass eine hochrangige Delegation der Preußen vor den Sommerferien Gespräche mit Senden geführt hat, die nun fortgesetzt worden seien. Daran beteiligt gewesen seien SCP-Präsident Christoph Strässer, Aufsichtsrat-Chef Frank Westermann und Dr. Clemens Große Frie, Mitglied des Aufsichtsrates.

Bösensell punktet bei Infrastruktur

Bei der Frage, wo ein bundesligatauglicher Stadion-Neubau außerhalb der Stadtmauern Münsters entstehen könnte, habe bei den Vertretern der SCP-Führungsriege eine übereinstimmende Einschätzung geherrscht, gibt Täger den Tenor der Treffen wieder. Demnach sei Bösensell, sofern in Münster keine Perspektive bestehe, „der beste Standort“, aufgrund der Nähe zu Münster und der sehr guten Erreichbarkeit.

Dieser Einschätzung pflichtet er als Bürgermeister bei, betont Täger im Gespräch mit den WN. Für den Verwaltungschef wäre dieses Standort-Szenario aber nicht für die Kommune alleine zu stemmen, sondern nur in enger Kooperation mit Münster, abgesehen von dem SCP als Bauherrn selbst.

Täger sieht zugleich großes Potenzial, das beide Kommunen und langfristig die Region von dem Projekt profitieren könnten, sofern es solide geplant und umgesetzt würde. Denn das Stadion könnte Kristallisationspunkt für weitere Vorhaben, wie ein interkommunales Gewerbegebiet im Umfeld der Sportstätte, sein. Sie würde im Grünen und doch gleichsam direkt vor den Toren Münsters liegen. Da Senden und das Oberzentrum ohnehin in der „Stadtregion“ zusammenarbeiten, könne mit diesem Vorhaben Kirchturmdenken überwunden werden, so Täger.

Mit der Nähe zur bisherigen Heimat der Preußen und der verkehrlichen Infrastruktur kann Bösensell punkten. Bahnanschluss und Autobahn erleichtern es den Fans, die Begegnungen ihres Vereins zu verfolgen.

Fläche ist nicht Eigentum der Gemeinde

An der Hammer Straße selbst war auf Anfrage keine Bestätigung für die womöglichen Stadion-Pläne zu erhalten. SCP-Sprecher Marcel Weskamp verwies darauf, dass Vorstand und Aufsichtsrat am Donnerstag (28. September) treffen und bis dahin keine Statements abgeben. Allerdings schätzt der Verein von der Hammer Straße die Situation selbst so ein, dass der „Neubau eines Stadions in Münster immer unwahrscheinlicher“ werde.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung des SCP: „Es wird immer klarer: Der Neubau eines Stadions auf dem Gebiet der Stadt Münster wird von der Mehrheit im Rat der Stadt Münster nicht gewollt.“

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Laut Sendens Bürgermeister wurde von Kommunalverwaltung und Fußball-Club einvernehmlich verabredet, dass die Treffen in Senden und die Option Bösensell kommuniziert werden dürfen. „Wir stehen für konstruktive Gespräche mit dem Verein und der Stadt Münster zur Verfügung, um diese Option ernsthaft gemeinsam prüfen zu können. Dazu müssen aber beide Seiten bereit sein“, erklärt Täger, der zunächst noch die politischen Beratungen abwarten möchte.

Die Fläche, auf die die Preußen ihre Augen für die Arena geworfen haben, befindet sich nicht im Eigentum der Gemeinde.

Mit dem Besitzer seien jedoch schon Gespräche geführt worden.

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