Sa., 13.01.2018

Fußball: 3. Liga Kommentar: Es geht auch um Vertrauen für die Preußen-Führung

Gliedert der Preußen-Adler aus oder nicht? 

Gliedert der Preußen-Adler aus oder nicht?  Foto: Preußen Münster

Die Bosse werben für die Ausgliederung der Profi-Abteilung des SC Preußen, einige Gegner halten dagegen. Unser Redaktionsmitglied Thomas Rellmann schreibt in seinem Kommentar, warum die Risiken viel geringer sind als die Chancen und warum bei einer Ablehnung das Chaos droht.

Von Thomas Rellmann

Gerne wird von Ausgliederungsgegnern die Kapitalgesellschaft des TSV 1860 München als Negativfall und der FC Schalke 04 als leuchtendes Vorbild eines eingetragenen Vereins angeführt. Unabhängig davon, dass diese Beispiele Extreme verkörpern und differenziert zu bewerten sind, werden dabei die vielen Clubs vergessen, die ohne Neustrukturierung in der Versenkung verschwunden sind, und genauso die zahlreichen überaus erfolgreichen Modelle, die diesen Schritt gewagt haben.

Viele Argumente dagegen wirken bei den Preußen abstrakt. Ist der e.V. das Herzstück der Fankultur? Ändert sich im Falle einer 75-Prozent-Mehrheit etwas am Stadionbesuch, sofern man es nicht selbst provoziert? Kann man mit einem „fußballspielenden Unternehmen nicht mitfiebern? Oder geht es doch nur um Prinzipien und grundsätzlichen Kommerzwiderstand?

Natürlich kann theoretisch der Einfluss der Mitglieder sinken. Aber wie sehr haben diese in der Vergangenheit mitbestimmt? Meist wurde alles abgenickt auf den Jahreshauptversammlungen. Wenn Präsident Christoph Strässer, Aufsichtsratschef Frank Westermann, Urgestein Bernhard Niewöhner und Schlüsselfigur Walther Seinsch für eine Ausgliederung werben, tun sie das kaum, um den SCP Heuschrecken zu überlassen, den Verein zu ruinieren oder sich selbst etwas zu beweisen.

Es geht um die Zukunftsfähigkeit – und in der Abstimmung letztlich um Vertrauen für die Leute, die fast alle Fans vor 15 Monaten zufrieden als neue Clubführung begrüßt haben. Ob die Preußen wirklich direkt insolvent wären, wenn das Ansinnen scheitert, sei mal dahingestellt. Doch Strässer, Westermann und vor allem Seinsch wären dann weg.

Und mit ihnen voraussichtlich der größte Teil der (leider anonymen) Investoren – auch für das Stadion. Dann hätte der Drittligist Probleme, deren Ausmaß schwer absehbar ist. So betrachtet, hat sich der Club längst in Abhängigkeiten begeben. Aber die müssen keineswegs ins Verderben führen.

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