Fußball: 3. Liga
Bischoffs Traum lebt noch nach dem Abschied von Preußen Münster

Münster -

Fast wirkt es so, als hätte Preußen Münster an der Ostsee eine Filiale aufgemacht. Mit Trainer Pavel Dotchev sowie den Spielern Amaury Bischoff, Julian Riedel, Soufian Benyamina und Tommy Grupe gibt es dort gleich fünf Ex-Adlerträger – am Freitag um 19 Uhr gastiert Rostock im Preußenstadion.

Dienstag, 13.02.2018, 21:02 Uhr

Amaury Bischoff 
Amaury Bischoff  Foto: imago

Als Amaury Bischoff nach viereinhalb Jahren seine Zelte in Münster abbrach, waren letztlich alle Beteiligten froh, dass es zum Schlussstrich gekommen war. Zuvorderst der Spieler, der nicht mehr die Wertschätzung genoss. die ihn auch – phasenweise – zu einem der besten Mittelfeldspieler in der 3. Liga werden ließ. Der SC Preußen löste den laufenden Kontrakt von Bischoff auf, dem Vernehmen soll es den Club einen tiefen sechsstelligen Euro-Betrag gekostet haben, „Hauptsache weg“ schien die Devise zu lauten. Nach 163 Pflichtspielen, einige davon auf für Drittliga-Verhältnisse atemberaubenden Niveau, hatte Bischoff ausgedient.

Hansa Rostock – am Freitag zu Gast um 19 Uhr beim SC Preußen – ist seine neue Heimat geworden, hier heuerte der Mann mit der Nummer zehn an. Unlängst sagte er in einem Interview: „Mein Traum ist es, in meiner Karriere noch mal aufzusteigen.“ Es wäre der erste Aufstieg als Profi, und so schlecht stehen die Chancen nicht. Nur ein Punkt Rückstand auf Rang drei (Wehen Wiesbaden), sieben auf den direkten Aufstiegsplatz zwei (Magdeburg), dabei noch die Möglichkeit zu punkten in der Hinterhand im Nachholspiel in Großaspach. Schafft Trainer Pavel Dotchev erneut, wie in Paderborn und Aue, den Zweitliga-Aufstieg?

Da schließt sich der Kreis, der ehemalige SCP-Trainer, der 2013 mit 72 Punkten denkbar knapp am Zweit­liga-Aufstieg mit Münster scheiterte, holte sich Bischoff ins Team, er schwört auf den Franzosen, machte ihn zum Kapitän. Nach dem Hinspiel (1:1) gegen Münster sah er seine Mannschaft noch nicht soweit, dass es zwingend um den Aufstieg mitspielen könnte. Nun, mit neun Siegen aus den letzten zehn Partien, ist Rostock heiß wie Frittenfett.

Bischoff – 16 Einsätze, ein Tor, zwei Platzverweise, zuletzt verletzt – ist dabei nicht der einzige Ex-Preuße in Dotchevs Team. Julian Riedel ist in der Innenverteidigung neben Oliver Hüsing gesetzt. Im Angriff trifft Soufian Benyamina so gut wie seit der Saison 2012/13 beim VfB Stuttgart nicht mehr, er hat zehn Tore bereits erzielt. Bischoff, Riedel, Benyamina – alle Stammkräfte beim Höhenflug der Hansa-Kogge. Nur Tommy Grupe, das Rostocker Eigengewächs und aus Münster nach einer halben Saison zurückgekehrt, kämpft um den Anschluss.

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