Fußball: 3. Liga
Abstiegskampf rückt für Preußen Münster nach dem Derbysieg in weite Ferne

Münster -

18 Punkte holte der SC Preußen Münster in der Hinrunde der 3. Liga. 18 Punkte holte der SCP unter Trainer Marco Antwerpen in den elf Partien der Rückrunde. Der Klassenerhalt ist zum Greifen nah, auf Sportchef Malte Metzelder warten aber allein zehn ungeklärte Vertragslagen im aktuellen Kader.

Montag, 19.03.2018, 18:03 Uhr

Harte Landung? Osnabrücks Adam Susac (oben), der zur Pause Gelb-rot-gefährdet ausgetauscht wurde, und Münsters Angreifer Tobias Rühle schenkten sich im Derby nichts.
Harte Landung? Osnabrücks Adam Susac (oben), der zur Pause Gelb-rot-gefährdet ausgetauscht wurde, und Münsters Angreifer Tobias Rühle schenkten sich im Derby nichts. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Marco Antwerpen vor einigen Tagen darauf angesprochen wurde, dass seine Mannschaft die letzten vier Punktpartien nicht mehr gewonnen hätte und ob sich da eine Ergebniskrise abzeichnen würde, hatte der Coach des SC Preußen Münster achselzuckend reagiert. Nun, nach dem Derbysieg beim VfL Osnabrück (1:0) am Sonntag, stellte er genauso achselzuckend fest: „Jetzt haben wir vier Spiele nicht mehr verloren.“ Na klar, ein kleiner Fingerzeig war das in Richtung der „Naseweis-Fraktion“, aber alles andere als böse oder weinerlich gemeint.

Tatsächlich hat der SCP in der 3. Liga die letzten vier Spiele nicht verloren, dabei bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Gemeint ist nicht nur das 1:0 gegen Osnabrück. Auch das 2:2 nach 0:2-Rückstand gegen Jena gehört in diese Kategorie wie auch das 1:1 gegen Spitzenreiter SC Paderborn. Ein schnödes 0:0 wie in Aalen unterstrich das erweiterte Repertoire der Antwerpen-Elf. „Das war ein genial dreckiger Derbysieg“, freute sich jedenfalls Mittelfeldspieler Sandrino Braun über den Erfolg in Osnabrück, in die gleiche Schatulle musste das 0:0 in Aalen gesteckt werden. Es gibt offenbar eine Entwicklung.

Starke Rückrunde

Und die ist aktuell überaus positiv. Zwar haben nicht alle Mannschaften wie die Preußen in der Rückserie elf Partien ausgetragen, doch momentan findet sich Münster in der leicht schiefen Rückrundentabelle auf Rang vier wieder. Viel wichtiger dabei ist aber die Erkenntnis: Münster hat in der zweiten Hälfte nach elf Spieltagen genau die 18 Punkte geholt, für die man in der Hinrunde 19 Partien benötigt hat. Chapeau. Lediglich Karlsruhe, Fortuna Köln und der SV Wehen Wiesbaden haben noch besser gepunktet als die Preußen.

Hin- und Rückrunde in der 3. Liga

Hin- und Rückrunde in der 3. Liga Foto: WN

Der Blick geht nach oben

Zehn Punkte und mit einem guten Torverhältnis ausgestattet liegt Münster nun vor dem ersten Abstiegsrang, auf dem der Chemnitzer FC zu finden ist. Werder Bremen II und RW Erfurt sind praktisch nicht mehr zu retten. Deutlich prekärer ist die Lage für die SF Lotte mit nur vier Zählern Vorsprung auf Chemnitz.

Was bleibt für den Rest der Saison? Mit zwei Siegen dürfte der Ligaerhalt perfekt sein. Dann noch kräftig punkten will Antwerpen mit seinen Mannen, möglichst noch in der Tabelle ein paar Plätze nach oben rücken. In den Heimpartien gegen Unterhaching am Samstag, Wehen Wiesbaden, Halle und am vorletzten Spieltag gegen Lotte gilt es zudem, den eigenen Anhang mitzunehmen, so etwas wie Aufbruch zu erzeugen.

Zehn auslaufende Verträge

Sportchef Malte Metzelder wird dabei bei zehn noch auslaufenden Verträgen Fakten schaffen müssen. Sandrino Brauns Vertrag verlängerte sich mit dem Einsatz im Derby um eine weitere Saison, damit hat der SCP 15 Akteure unter Vertrag. Der verletzte Danilo Wiebe (Kreuzbandriss) soll ein Vertragsangebot erhalten, Rekonvaleszent Benjamin Schwarz nach einjähriger Drittliga-Pause auch. Möglicherweise zieht bei einstigen Wackelkandidaten, wie es Innenverteidiger Ole Kittner war, eine Klausel bei entsprechenden Einsätzen.

Gänzlich ungeklärt dürften dagegen die Situationen bei Kapitän Adriano Grimaldi (9 Tore), Sebastian Mai, Jeron Al-Hazaimeh sowie den Leihspielern Nico Rinderknecht (FC Ingolstadt) und Torwart Nils Körber (Hertha BSC Berlin) sein.

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