Fußball: 3. Liga
Traumjob in der Heimat für den neuen Preußen-Zeugwart Helge Dahms

Münster -

Ein waschechter Münsteraner ist neuer Zeugwart beim SC Preußen. Helge Dahms hat schon so einiges gesehen in dieser Funktion. Zuletzt arbeitete er beim BVB. Das Fußballherz des heute 43-Jährigen gehörte aber immer dem Club von der Hammer Straße.

Montag, 18.06.2018, 17:56 Uhr

Waschen, legen, klönen – der Zeugwart muss auch ab und an als Ersatz-Mama herhalten: Preuße Helge Dahms.
Waschen, legen, klönen – der Zeugwart muss auch ab und an als Ersatz-Mama herhalten: Preuße Helge Dahms. Foto: SC Preußen

Die Fußballwelt ist nicht gerade riesig. Diese Erfahrung machte Preußen Münsters neuer Zeugwart gleich an einem seiner ersten Arbeitstage. Gerade hatten seine Vorgänger Jürgen Keseberg und Norbert Bußmann die Geschäfte an Helge Dahms übergeben, da liefen ihm schon zwei altbekannte Gesichter über den Weg. Die beiden frisch verpflichteten SCP-Keeper Marian Prinz und Oliver Schnitzler hatte der 43-Jährige nämlich bereits unter seinen Fittichen. Fünf Jahre war er schließlich beim DFB für die Junioren-Nationalmannschaften zuständig und dort gerade für die Torhüter. Nun ist er zurück in der Heimat.

„Es ging recht schnell“, sagt Dahms. „Der Verein wollte etwas ändern, sich professionalisieren. Und ich freue mich, wieder in Münster zu sein, nah bei der Familie.“ In Frankfurt fühlte er sich wohl, nur die weiten Fahrten nervten, wenn er Mutter, Bruder, Nichte oder Neffe sehen wollte. Der Kontakt zum SCP war ohnehin nie abgerissen. Bei jeder Gelegenheit besuchte er Spiele an der Hammer Straße. „Es ist mein Verein. Ich bin schon als Kind ins Stadion gerannt. Hier möchte ich gern so lange wie möglich bleiben.“

Fünf Jahre beim DFB

In seiner eigenen Laufbahn kam Helge Dahms im Süden der Stadt gut herum. TuS Hiltrup, GW Amelsbüren, Wacker Mecklenbeck, ESV und SW Münster 07 waren seine Stationen. In seiner „zweiten Karriere“ landete er 2008 eher zufällig bei den Preußen, machte ein viermonatiges Praktikum auf der Geschäftsstelle, kümmerte sich um dieses und jenes und sprang irgendwann als Zeugwart ein. Im Anschluss folgten zwei kurzzeitige Engagements beim Regionalligisten SV Wilhelmshaven (2011 und 2013), die eine knapp zweimonatige Zeit beim VfL Osnabrück (Sommer 2012) einrahmten. Im Juli 2013 wechselte Dahms dann nach Frankfurt in die Otto-Fleck-Schneise – und blieb knapp fünf Jahre beim DFB.

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Natürlich war das Aus für Keseberg und Bußmann nicht leicht. „Aber wir haben sofort einen guten Umgang gefunden“, erzählt Dahms. „Ich kenne beide sehr lange, Nobbis Kinder haben früher auf mich aufgepasst, als ich klein war. Wir sind ja auch Hiltruper. Daher habe ich mich nicht aufgedrängt, es war die Entscheidung des Vereins, sich umzuschauen“, sagt er und hofft nicht nur auf die fest zugesagten Ratschläge des Duos, sondern auch, dass sie ihn ab und an als Aushilfe unterstützen. „Beiden war schon anzumerken, dass die Sache ihnen schwerfällt. Aber ich wünsche mir, dass wir sie einbinden können. Sie haben Bereitschaft signalisiert.“

Test gegen Ajax

Auf den Drittliga-Spielplan muss der SC Preußen noch etwa zwei Wochen warten. Erneut Anfang Juli möchte der DFB bekannt geben, wer wann gegen wen spielt.Bis dahin bestreiten die Münsteraner noch einige Testspiele – eines davon gegen einen hochkarätigen Gegner aus den Niederlanden: Ajax Amsterdam (oder besser gesagt eine Fanseite des Clubs) machte das Testspiel publik, das unter Ausschluss von Zuschauern stattfinden soll. Der Vizemeister aus dem Nachbarland bestreitet ein Trainingslager am bekannten Hotel Klosterpforte in Marienfeld. Im nicht weit entfernten Harsewinkel stellen sich die Preußen am 26. Juni um 17.30 Uhr als Sparringspartner zur Verfügung. Auch wenn der Verein es selbst nicht bestätigen mag.Auch für die Begegnung drei Tage später gegen Regionalligist Borussia Dortmund II sind keine Zaungäste zugelassen. Das für den 14. Juli geplante Spiel gegen den PEC Zwolle aus den Niederland wurde jüngst aus Sicherheitsgründen abgesagt.

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Viktoria Köln, der Ex-Club von SCP-Cheftrainer Marco Antwerpen (den damaligen Stürmer kennt Dahms aus seinem ersten Preußen-Gastspiel), hatte vor einigen Monaten angeklopft, daher war bekannt, dass Dahms offen ist für einen Wechsel. Aus dem Vertrag beim Verband kam er schnell heraus. „Die Herausforderung ist groß. Ich möchte das Wissen, das ich mir beim DFB angeeignet habe, gern einfließen lassen.“ Eine Professionalisierung ist von Geschäftsführer Malte Metzelder auch auf diesem Posten gewollt. „Es gibt kleine Ansatzpunkte. Ich will den Spielern den Rücken freihalten, sie sollen sich wohlfühlen“, sagt Dahms. „Außerdem habe ich einen ziemlich guten Draht zur jungen Generation, nicht nur dank der Erfahrungen mit den U-Teams beim DFB – obwohl ich über 40 bin. Man hockt ja viel aufeinander. Als Zeugwart ist man immer ansprechbar, eine zuverlässige Anlaufstelle, die nicht immer alles sofort an die Trainer weitergibt.“ Dass ihn künftig regelmäßig lange Wochenenden und arbeitsintensive Tage erwarten (die Saison hat schließlich 38 Spiele), nimmt er gern in Kauf. „Das stört mich nicht. Ich wollte zurück und bin unglaublich froh, dass es geklappt hat.“

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