Di., 07.08.2012

Einfach Weltklasse Helen Langehanenberg gewinnt Silber und Anabel Balkenhol genießt Olympia

Einfach Weltklasse : Helen Langehanenberg gewinnt Silber und Anabel Balkenhol genießt Olympia

Genoss Olympia-Gefühl mit Gänsehaut-Garantie: Anabel Balkenhol. Foto: dpa

London - 

Zwei Münsteranerinnen im Olympia-Fokus, Top-Athletinnen, die zur Weltklasse zählen und olympische Schlagzeilen schreiben: Helen Langehanenberg und Anabel Balkenhol. Erstere ritt gestern als Einzelreiterin mit ihrem Dablino vorneweg. Helen Langehanenberg hatte das Vergnügen, mit Damon Hill als Viertletzte des Grand Prix Special das Feld für die Mannschaft falls nötig von hinten aufräumen zu können. Es war nicht nötig. Die Deutsche Equipe, in der auch Kristina Sprehe (Dinklage) mit Desperados und Dorothee Schneider (Framersheim) mit Diva Royal ritten, holte die Silbermedaille mit 78,21 Prozent hinter Großbritannien (79,74) und vor den Niederlanden. Sensationell, könnte hinzugefügt werden: Alle drei sind Neulinge bei Olympischen Spielen.

Von Jürgen Beckgerd

Glücklich kam Helen Langehanenberg aus dem Karree. Nein, sie weinte nicht vor Freude: „Ich habe etwas im Auge“, sagte sie und lächelte, wie eine Silbermedaillengewinnerin nur lächeln kann. Ob sie insgeheim davon geträumt habe? „Ja“, gab sie unumwunden zu. „Aber ich durfte das ja keinem sagen“. Ihr erster Auftritt bei den Spielen war und ist „eine irre Zeit“. Am Donnerstag reitet sie ja noch die Einzel-Kür. „Ich genieße das hier von A bis Z“. Freundschaft sei das belebende Element zwischen den deutschen Reiterinnen. Man gehe abends nicht immer zusammen aus, dann sind zumeist die Familien dabei. „Aber dann landen wir meistens doch irgendwann zusammen in einem Pub.“ Es ist überhaupt das Jahr der Helen Langehanenberg. Nachdem sie 2010 den damals zehnjährigen Wallach Damon Hill von Ingrid Klimke ( Münster ) übernahm, holte die 30-Jährige 2012 zum großen Schlag aus: Zweiter Platz im Weltcup-Finale (ihr bislang bestes Resultat), Deutsche Meisterin im Grand Prix Special und in der Kür in Balve , wo sie eine Original-Renn-Sequenz vom britischen Formel-1-Fahrer Damon Hill einbauen ließ. Humor hat die Havixbeckerin vom RV St. Georg Münster. Und seit gestern auch olympisches Edelmetall. Womöglich hat sie alles richtig gemacht damals, als sie das, um ihre Eltern zu beruhigen, angefangene Jura-Studium „schmiss“. Sie wollte sich lieber ganz dem Sport widmen. Dabei war ihr Vater schuld, dass es so weit kam: „So in der zweiten Grundschul-Klasse ging es los. Da musste mein Vater an jeder Weide, an der wir vorbeikamen, anhalten, damit ich die Pferde streicheln konnte. Meistens hat er das auch gemacht“, erzählt die Olympia-Debütantin. Anabel Balkenhol und Dablino: Das ist eine weitere Erfolgsgeschichte. Das weiß die 40-Jährige aus Rosendahl ebenso, wie Jonny Hilberath. Der zwölfjährige Hannoveraner-Wallach „ist eines unserer besten Pferde in Deutschland und international“, sagte gestern der Bundestrainer. Und Anabel Balkenhol, die den Dressursport als „mein Leben“ bezeichnet, kann da nur zustimmen. Verstimmen ließ sie dagegen die erzielten 73,032 Prozent der Wertungsrichter, die das Aus für die Kür bedeuteten. „Heute war es so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber mit der Note bin ich nicht zufrieden“, sagte sie. Dass sie als allererste ins bereits am Morgen gut gefüllte Stadion einreiten musste: „Na super“, habe sie sich gesagt, dann aber sogleich positiv gedacht: „Das ist meine Prüfung. Diese zehn Minuten gehören nur mir. Mir ganz allein“. Sie hat‘s genossen. Olympia-Gefühl mit Gänsehaut-Garantie.

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