Mi., 15.02.2017

Leichtathletik: Saerbecker Grenzlauf Plötzlich da: Kaum losgelaufen erreichen die Saerbecker Grenzläufer ihr Ziel

 

  Foto: Stefan Bamberg

Saerbeck - 

Obwohl es in der naheliegenden Sporthalle Kaffee und Kuchen gab, ist unser Mitarbeiter Stefan Bamberg beim Saerbecker Grenzlauf mitgelaufen. Über 18 Kilometer und bei geselliger Unterhaltung ist er der Sache auf den Grund gegangen, warum der Lauf so beliebt ist – und zwar seit 25 Jahren.

Von Stefan Bamberg

In der Sporthalle läuft ein Fußball-Turnier. Natürlich gibt’s auch Kaffee und Kuchen. Angenommen wir wären Warmduscher – wir hätten uns einfach gemütlich ins Warme setzen können. Aber: Hätte, hätte, Fahrradkette!

Ein paar Minuten später auf dem Parkplatz: Rund 50 Leute sind trotz Winterwetters eingetrudelt und versammeln sich um Organisator Ludger Beermann . „Das ist heute ein Jubiläum“, sagt Beermann fast beiläufig. 25 Jahre Saerbecker Grenzlauf, ein Viertel-Jahrhundert echter Leichtathletik-Kult. Kein Grund zum Überschnappen, findet der Orga-Chef: „Ach, wir wollen doch alle nur laufen!“ 18,5 Kilometer plus etwas Rückweg haben wir vor der Brust, gemächlich ordnen sich die Teilnehmer den verschiedenen Gruppen zu. Sechseinhalb Minuten pro Kilometer, sechs, fünfeinhalb. Oder sogar nur fünf? Könnte klappen, hoffe ich zumindest – und zack, bin ich sowas von dabei. Immer nur über Sport schreiben? Nix da! Machen!

WN-Mitarbeiter Stefan Bamberg (ganz links) und die anderen Läufer wärmen sich bei einer Tasse heißem Tee auf.

WN-Mitarbeiter Stefan Bamberg (ganz links) und die anderen Läufer wärmen sich bei einer Tasse heißem Tee auf. Foto: Ulrich Hoppe

Und dann geht’s auch schon los. Zusammen mit Ulrich Hoppe von der Falke-Laufgruppe. Mit Stefan Günnigmann, heute Mathelehrer, früher mal Bundesliga-Triathlet. Mit Maik und Daniel, zwei weiteren – Achtung, Kompliment! – Triathlon-Tieren von der LG Emsdetten. Seit Jahren bin ich ambitionierter Hobby-Läufer, diese Jungs aber spielen sportlich sicher außerhalb meiner Liga. Hauptsache, sie machen nicht spontan richtig ernst: Hätte dann wahrscheinlich was von HSV-Verteidiger gegen Messi. Meine Sorge indes, das zeigt sich sofort, ist unbegründet: Der Grenzlauf ist nämlich ein Genießer-Lauf. Die Devise: sich bewegen, die Natur erleben, neue Sportskameraden treffen.

Jürgen zum Beispiel. Der zuckelt in Pentrup vorneweg. „Unser weißer Kenianer!“, spaßt Daniel. „Hoffentlich nicht nur ein Hase“, frotzelt der Rest der Gruppe. Das sind bekanntlich jene, die bei großen Wettkämpfen wie die Verrückten losrennen, um Tempo für einen Favoriten zu machen. Nach ein paar Runden steigen sie für gewöhnlich entkräftet aus und freuen sich, wenigstens mal im Fernsehen gewesen zu sein. Nicht so Jürgen: Der hält eisern durch.

Jürgen, der weiße Kenianer

Wir sind entlang der südöstlichen Grenze Saerbecks unterwegs, machen schon bald Kurs auf den Flughafen und den Dortmund-Ems-Kanal. Wo sich auch prompt ein neuer Trainingspartner hinzugesellt: Hallo Gegenwind! Jetzt geht’s erst mal schier endlos geradeaus. Stets nur so schnell, dass man sich noch was erzählen kann. Von eigenen Sport-Sternstunden, von zu Hause, ja sogar von Politik und davon – ich höre mal kurz weg – dass Lotte bald den BVB putzt.

Beim Lauf bilden sich kleine Grüppchen.

Beim Lauf bilden sich kleine Grüppchen. Foto: Ulrich Hoppe

Irgendwann taucht die Brochterbecker Brücke vor uns auf – huch, schon das Ziel? Bei so viel Gequatsche kommt das beinahe ein bisschen plötzlich. Und sogar noch besser: Bernd empfängt uns vor seiner rollenden Verpflegungsstation – mit extrem süßem Zitronentee, der ein wenig nach Ferienlager oder Klassenfahrt schmeckt. Die Extraportion Motivation gibt’s gratis: „Ihr könnt Saerbeck schon wieder riechen.“

Tempoverschärfung? Bitte nicht!

Knapp fünf Kilometer Rückweg warten jetzt noch. Wie wär’s da mit einer Tempo-Verschärfung? Mein potenziell deutlich schnellerer Namensvetter zwinkert: „Also ich wäre flexibel…“ Ich, also, ähm – ehrlich gesagt nicht mehr so sehr. Aber: Es macht Bock, nach wie vor. Und ein kleines bisschen ist bestimmt noch drin.

Eine abschließende Runde durchs Gewerbegebiet, schließlich wieder das Stadion an der Lindenstraße – angekommen. Die Hallen-Balltreter sind übrigens immer noch da. Und, Schwein gehabt: Kuchen auch noch…

Zum Thema: Saerbecker Grenzlauf

Der Saerbecker Grenzlauf besteht traditionell aus drei Etappen, die – mehr oder weniger konsequent – an den Ortsgrenzen der Klimakommune entlang führen. Besonders ehrgeizige Renner nutzen die Veranstaltung gerne, um sich auf die Laufevents im Frühling vorzubereiten, aber auch Genuss-Jogger kommen auf ihre Kosten. Obacht jedoch: Die einzelnen Teilstrecken sind im Durchschnitt etwa 20 Kilometer lang und somit für Anfänger wohl nur bedingt geeignet. Wer bei allen drei Terminen mitmacht, erhält eine Urkunde; allerdings können auch einzelne Etappen absolviert werden. Weiter geht’s am kommenden Samstag (18.2.) und am Rosenmontag (27.2.). Treffen ist jeweils zu 14 Uhr am Falke-Sportzentrum an der Lindenstraße.

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