Mi., 19.10.2016

Fußball | A-Liga: Blick in die Torjägerliste Marcel Bösel trifft nach Belieben

Marcel Bösel scheint in dieser Saison nicht zu stoppen sein. Schon 18 Treffer hat der Spieler von Fortuna Gronau nach nur zehn Spieltagen auf seinem Konto.

Marcel Bösel scheint in dieser Saison nicht zu stoppen sein. Schon 18 Treffer hat der Spieler von Fortuna Gronau nach nur zehn Spieltagen auf seinem Konto. Foto: lh

Gronau/Alstätte/Schöppingen - 

„In dem Jungen schlummert noch ganz viel Potenzial.“ Als Jens Weinberg noch Trainer bei Fortuna Gronau war, wurde er nicht müde, diesen Satz immer und immer wieder gebetsmühlenartig herunter zu predigen. Jetzt wird Weinberg bestätigt. Auch der VfB Alstätte und ASC Schöppingen haben erfolgreiche Torjäger in ihren Reihen.

Von Nils Reschke

Gemeint war Marcel Bösel, der im Sommer 2014 vom Lokalrivalen SG an die Laubstiege wechselte. Er hatte so seine liebe Mühe in der höheren Spielklasse. Deshalb warb Weinberg um Geduld bei seinem Neuzugang.

Die nächste Saison verlief dann schon besser. 2015/16 gelangen dem Offensivspieler immerhin 15 Tore. Doch spätestens jetzt sieht sich nicht nur Jens Weinberg vollauf bestätigt. Bösel trifft, wie er will. Vermeintlich spielend leicht. „Man of the match“? Diesen Titel hat sich der Stürmer schon mehrfach verdient. Und befindet sich damit in bester Gesellschaft. Denn auch in Alstätte und Schöppingen machen Torjäger von sich reden.

Seinen Wert aus der letzten Saison hat Marcel Bösel längst übertroffen – nach nur neun Spieltagen! 16 Tore schreibt das Internetportal fussball.de ihm gut. „Es sind aber schon 18“, korrigiert der Fortuna-Kicker. Beim Saisonauftakt in Lünten, als Bösel sein erstes Doppelpack schnürte, hat der Schiedsrichter keine Torschützen erfasst. Macht also nach Adam Riese durchschnittlich 1,8 Treffer pro Partie. Zuletzt gegen den FC Vreden ging allerdings auch Bösel leer aus – Fortuna verlor 0:3.

Da stellt sich schon die Frage: Was genau ist eigentlich im Sommer passiert? „Ob nun als Stürmer, falsche Neun oder im Mittelfeld: Fakt ist, ich spiele nun nicht mehr auf der Außenbahn, sondern im Zentrum“, sucht Marcel Bösel selbst ein wenig nach Erklärungen für seinen Torriecher.

„Wir präsentieren uns noch mehr als Einheit. Vor allem aber fühle ich mich topfit. Das macht sich dann insbesondere in der Schlussphase bemerkbar, wenn du noch Power hast, Kraft und Konzentration für den Torabschluss“, reicht er das Lob ans Trainerduo Torben Rattelsdorfer und Orhan Boga weiter. „Jetzt macht sich unsere harte Arbeit bezahlt. Es kommt nicht von ungefähr, dass wir schon mehrere Male einen Rückstand gedreht haben.“

18 Treffer – da kann selbst ein Kicker aus Alstätte nicht mithalten, der in der Torschützenliste laut fussball.de auf Platz zwei steht. Nicht weniger erstaunlich ist allerdings die Geschichte, die hinter den elf Toren von Johannes Feldhaus steckt. 2015/16 noch meist als Abwehrspieler gebraucht, spielte er in dieser Saison lediglich beim Auftakt gegen den FC Vreden und am vergangenen Mittwoch gegen Spitzenreiter TuS Wüllen in der Defensive. Als am zweiten Spieltag Toptorjäger Stef Aagten ausfiel, erinnerte sich Hendrik Sahlmer an die Offensivqualitäten eines Johannes Feldhaus – und prompt erzielte der im Match gegen Oeding (5:0) gleich seine ersten drei Tore. „Solch eine Vielseitigkeit hab ich selten erlebt“, staunt auch Sahlmer nicht schlecht. „Johannes ist vorne wie hinten bärenstark. Seine Kopfbälle und ein guter Abschluss zeichnen ihn aus.“

Direkt hinter Feldhaus rangiert ein A-Liga- und Trainer-Neuling auf Platz drei des Torjäger-Rankings: Rafael Figueiredo vom ASC Schöppingen kommt auf bisher zehn Tore. Das wiederum verwundert beim ehemaligen Oberliga-Stürmer wenig. „In der Kreisliga ist es natürlich etwas einfacher“, gibt der Coach zu, weil er hier viel mehr Möglichkeiten bekommen würde. „In der Oberliga hast du manches Mal nur eine, vielleicht zwei Chancen im gesamten Spiel gesehen. Und dann musst du liefern.“ Die Tore des Übungsleiters sind aber nur die halbe Wahrheit für eine bisher tolle Saison. Denn Pascal Korthues hat auch schon siebenmal genetzt. Damit steht das Duo in den Top 5 der Torjägerliste. „Er ist jetzt endlich körperlich topfit und kann zeigen, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Viel wichtiger als seine Tore: Pascal arbeitet in jedem Match extrem viel und legt auch den einen oder anderen Treffer für die Mitspieler auf. Es ist gut, dass wir vorne so stark besetzt sind wie wir es eben sind“, so Figueiredo. „Ich bin kein großer Fan davon, zu sehr von einem einzelnen Spieler abhängig zu sein.“

Verzichten können sie freilich weder in Gronau, Alstätte noch in Schöppingen auf die Treffer ihrer Goalgetter. Bleibt die Frage, wer am Saisonende das Rennen um die Torjägerkanone macht? „Das ist mir nicht wichtig“, betont Marcel Bösel. Vor der Saison hatte er gehofft, die 20-Tore-Marke zu knacken. „Das sieht ganz gut aus“, lacht er. Nur seine Gegenspieler haben nichts zu lachen.

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