Do., 20.04.2017

Fußball: Kreisliga A2 Münster SV Bösensell: Vier Augen sehen mehr als zwei

Ein starkes Team, das zusammen seinen Weg gefunden hat: das SVB-Trainergespann Fabian Leifken (l.) und Mathias Krüskemper.

Ein starkes Team, das zusammen seinen Weg gefunden hat: das SVB-Trainergespann Fabian Leifken (l.) und Mathias Krüskemper. Foto: Johannes Oetz

Bösensell - 

Wenn zwei Trainer eine Mannschaft leiten, gibt es mit Sicherheit Kompetenzgerangel. Oder doch nicht? Mathias Krüskemper und Fabian Leifken beweisen in Bösensell gerade das Gegenteil.

Zwei gleichberechtigte Trainer. Kann so etwas funktionieren? Ja, es kann! Das beweisen in dieser Saison Mathias Krüskemper (36) und sein Schwager Fabian Leifken (33). Das Trainerduo führte die Bösenseller Fußballer in der Kreisliga A 2 Münster weit nach vorne. Nach 24 Spieltagen belegt der SVB den zweiten Tabellenplatz. Mit den beiden Coaches sprach WN-Sportredakteur Johannes Oetz

Herr Krüskemper, wie muss man sich bei Ihnen beiden die Vorbereitung des Trainings vorstellen?

Krüskemper: Montags teilen wir uns über Whats­App zumeist grob unsere Ideen mit, wo der Hebel anzusetzen ist. Die Feinplanung erfolgt dann in einem Telefonat.

Leifken: Da wir einen sehr großen Kader haben, können ohnehin beide ihre Ideen einbringen. Wir arbeiten sehr oft in kleineren Gruppen. Da Mathias und ich uns sehr gut verstehen, fühlt sich außerdem nie einer benachteiligt. Insgesamt betrachtet leitet Mathias im Training wohl etwas mehr die Übungen an. Damit kann ich aber sehr gut leben.

Bei der Aufstellung wird es dann aber doch wohl etwas schwieriger, oder?

Krüskemper: Nein, eigentlich sind wir uns über die Aufstellung immer recht früh einig. Nur zuletzt ist es einige Male passiert, dass wir nicht direkt einer Meinung waren. Wir haben dann aber kollegial die Argumente ausgetauscht und kamen somit zu einer Lösung, die für beide gut war.

Wie läuft denn das Coaching während des Spiels? Der eine kann doch nicht alle nach vorne beordern, während der andere hinten den Laden dichtmachen möchte.

Krüskemper: (lacht) So krass ist es ja nun auch nicht. Wir halten während des Spiels bewusst etwas Abstand und sitzen nicht 90 Minuten nebeneinander auf der Bank. So hat jeder die Zeit, das Spiel für sich zu analysieren. Vier oder fünf Mal kommen wir dann aber zusammen und tauschen uns aus.

Leifken: Und auf dem Weg in die Kabine sprechen wir auch immer ausführlich. Ich finde es sehr hilfreich, wenn ich nicht auf mich alleine gestellt bin und meine Meinung hinterfragt wird. Vier Augen sehen mehr als zwei.

Und dann ist da ja auch noch Torwarttrainer Jürgen Heßeler, der mit seiner Meinung ja auch nicht hinterm Berg hält . . .

Leifken: (lacht) Ja, das stimmt. Jürgen spielt bei uns eine große Rolle. Natürlich sorgt er dafür, dass sich unsere Torhüter super entwickeln. Aber wir tauschen uns auch sehr gerne mit ihm aus, denn er hat unheimlich viel Erfahrung.

Krüskemper: Und er ist ein super Vorbild. Ich kenne das aus anderen Vereinen, dass die Torwarttrainer nicht immer erscheinen. Bei uns ist es aber so, dass Jürgen noch länger am Platz ist, als wir es sind. Und wenn er wirklich mal keine Zeit hat, was sehr selten der Fall ist, dann ist es ihm auch noch unheimlich peinlich.

Wer ist beim SV Bösensell eigentlich für die Ansprachen vor dem Spiel und in der Pause verantwortlich? Reden Sie beide gleichzeitig?

Leifken: Ja, klar! Nein, Spaß beiseite. Wir haben uns das aufgeteilt. Vor dem Spiel spricht Mathias. Er gibt die Aufstellung bekannt und erklärt, wie wir spielen wollen. Ich ergänze ihn dann und sage noch etwas zu den Standardsituationen. Bei der Halbzeitansprache ist es umgekehrt: Ich beginne und Mathias ergänzt.

Krüskemper: Wir hatten schon mal darüber nachgedacht, ob wir an dieser Stelle etwas verändern sollten. Wir hatten damit bisher aber Erfolg und viele gute Ergebnisse erzielt. Warum sollen wir dann etwas ändern?

Wie kommen die Spieler mit einem Trainerduo klar?

Leifken: Ich glaube, gut. Sie müssen nur daran denken, dass sie sich immer bei beiden Trainern abmelden müssen, wenn sie mal nicht zum Training oder zu einem Spiel kommen können. Manchmal vergisst es aber trotzdem einer. Das ist dann gut für unsere Mannschaftskasse.

Es hört sich jetzt so an, als sei die Duo-Lösung besser, als wenn nur ein einzelner Trainer das Sagen hat.

Krüskemper: Ach, man weiß nie, was letztlich besser ist. Albachten hat ja zum Beispiel nur einen Trainer und ist Tabellenführer. . .

Leifken: Wichtig ist einfach, dass es allen Beteiligten Spaß macht. Und das tut es. Wir finden es jetzt schon schade, dass die Saison bald vorbei ist. Es macht im Moment wirklich richtig Bock.

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