Badminton: Vor dem DM-Viertelfinale zwischen Union und Trittau
Die Höhe macht den Unterschied

Lüdinghausen -

Die Aufschlagregel im Badminton ist im Prinzip ganz einfach. In der Theorie – die Praxis sieht ganz anders aus. Vor allem bei Begegnungen zwischen Union Lüdinghausen und dem TSV Trittau kommt es da schon mal zum Streit.

Mittwoch, 11.04.2018, 20:04 Uhr

Mit Hilfe einer Plexiglasscheibe kontrollierte ein Aufschlagrichter die Servicehöhe bei den „German Open“ in Mülheim.
Mit Hilfe einer Plexiglasscheibe kontrollierte ein Aufschlagrichter die Servicehöhe bei den „German Open“ in Mülheim. Foto: DBV/Claudia Pauli

Die Regel ist im Prinzip ganz einfach: „Beim Aufschlag muss sich der gesamte Schlägerkopf im Moment der Ballberührung unterhalb der Taille des Servierenden befinden.“ So steht es im Regelwerk des Badmintonsports.

So weit die Theorie – die Praxis sieht dagegen ganz anders aus. Denn wer kann schon entscheiden, wo sich genau Schlägerkopf und Taille befinden. So kommt es immer wieder zum Streit bei Badmintonspielen – auch in der Bundesliga. Denn ein Schiedsrichter, der hoch oben auf dem Stuhl sitzt, kann dies nur abschätzen und entscheidet höchst selten auf einen falschen Aufschlag. Und besonders große Spieler haben allemal bei dieser Regel einen natürlichen Vorteil, so dass die Aufschläge dann sogar fast waagerecht über das 1,55 Meter hohe Netz geschlagen werden.

Besonders oft kam es übrigens gerade in den Begegnungen zwischen Lüdinghausen und Trittau zum Streit, weil dem Aufschlag im Doppel eine besondere Bedeutung zukommt und einige groß gewachsene Spieler aus Trittau bisher stets an – und aus Lüdinghauser Sicht auch bisweilen über – die Grenze gehen.

Ein neuer Versuch soll das Dilemma beheben. Bei den „German Open“ Ende Februar in Mülheim wurde eine neue Regel und deren Kontrolle getestet. Die neue Aufschlagregel schreibt vor, dass der ganze Federball im Moment, in dem er vom Aufzuschlagenden getroffen wird, unter 1,15 Meter von der Court-Oberfläche entfernt sein muss.

Um die Höhe korrekt abzulesen, benutzten die Aufschlagrichter dafür speziell angefertigte Geräte. Mittels einer Linie auf einer Plexi­glasscheibe sollten sie ablesen können, ob die Regel tatsächlich eingehalten wird. „Grundsätzlich will man dadurch mehr Chancengleichheit zwischen kleineren und größeren Spielern herstellen“, sagt Christoph Schnaase, der ja nicht nur das Lüdinghauser Bundesligateam trainiert, sondern auch am Bundesstützpunkt in Mülheim für die Nationalspieler aktiv ist. Seiner Beobachtung nach habe allerdings das System in Mülheim noch nicht perfekt funktioniert. Außerdem sei die Regel natürlich nicht überall anwendbar, weil nur in den seltensten Fällen Aufschlagrichter verfügbar seien.

So ist zu hoffen, dass das Play-Off-Viertelfinale am Samstag zwischen Lüdinghausen und Trittau ohne strittige Momente über die Bühne geht.

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