Discgolfer gehen in Lüdinghausen auf Korbjagd
Korbjäger mit Scheiben

Lüdinghausen -

Es begann an der Playstation und endete auf der Wiese vor dem Lüdinghauser Berufskolleg: Seit zwei Jahren trifft sich rund ein Dutzend Discgolfer, um mit speziellen Frisbees nach Golfregeln auf Körbe zu werfen.

Donnerstag, 13.11.2014, 16:11 Uhr

Für jeden Wurf die richtige Scheibe – es gibt Frisbees für verschiedene Distanzen. Ein geübter Discgolfer wirft die Scheibe bis zu 100 Meter weit.
Für jeden Wurf die richtige Scheibe – es gibt Frisbees für verschiedene Distanzen. Ein geübter Discgolfer wirft die Scheibe bis zu 100 Meter weit. Foto: chrb

Alles begann ganz und gar unsportlich – vor dem Fernseher. Der Lüdinghauser Bernd Horstmann und einige seiner Freunde spielten auf der Playstation eine Discgolf-Simulation und versuchten, virtuelle Frisbees nach Golfregeln in virtuelle Körbe zu werfen. Das Spiel packte die Clique so sehr, dass sie beschlossen, es auch einmal in der Realität auszuprobieren.

Eine Entscheidung mit Folgen, denn seitdem hat das Frisbee-Discgolf, das reale wohlgemerkt, die Gruppe um Horstmann nicht mehr losgelassen. Sie spielt mittlerweile an jedem Wochenende. Die Lüdinghauser haben sich dem Verein Lünen Lakers angeschlossen, die über eine richtige Anlage mit fest installierten Körben werfen und mit denen die Steverstädter auf Turnieren wie etwa der Westfalen-Tour unterwegs sind.

An anderen Wochenende sind die Discgolfer aus Lüdinghausen in heimischen Gefilden aktiv, meistens auf der Wiese hinter dem Berufskolleg. Dort spielen sie zwölf Bahnen. „Die decken wir mit vier Körben ab“, sagt Bernd Horstmann. Die Frisbee-Ziele – 70 Zentimeter hohe Körbe, die man zusammenklappen und mühelos transportieren kann – sind (neben dem Umstand, dass man mit Wurfscheiben statt mit Schläger und Bällen unterwegs ist) der einzige Unterschied zum klassischen Golf, wo man am Ende bekanntlich einlocht.

Ansonsten haben die beiden Sportarten nur Gemeinsamkeiten. Die Regeln sind die gleichen, es gibt Par, Bogeys und Birdies. Und wie die Golfschläger genügen auch die professionellen Frisbeescheiben verschiedenen Ansprüchen – als da sind Driver (Weitwurfscheiben), Midrange (für Würfe aus geringeren Distanzen) und Putter (für den finalen Wurf in den Korb). So sind denn auch die Discgolfer mit großen Taschen unterwegs. „Wenn wir spielen, hat jeder 20 bis 25 Scheiben dabei“, sagt Horstmann.

Eine weitere Gemeinsamkeit, die vielleicht wichtigste, ist das Spielfeld – die Natur. Die Frisbee-Künstler müssen Bäume, Teiche und Hügel überwinden beziehungsweise umkurven. „Das macht den Reiz unseres Sports aus“, so Horstmann, der früher selbst einmal Golf gespielt hat. „Ich finde Discgolf einfach reizvoller. Man kann es überall spielen. Sie packen Ihre Körbe in den Kofferraum und können überall loslegen.“

Auf der Wiese vor dem Lüdinghauser Berufskolleg sind es rund ein Dutzend Discgolfer, die sich regelmäßig mit den Frisbees messen. Dort spielen sie immer Par 3. Oder, übersetzt: „In drei Würfen packt ein geübter Spieler die Scheibe in den Korb“, so Bernd Horstmann. „Wir schaffen 80 bis 100 Meter mit einem Wurf, Profis bis zu 140. Anfänger kommen im ersten Spiel in der Regel 30 bis 40 Meter weit.“

Anfänger sind bei den Lüdinghauser Discgolfer, die langfristig eine feste Anlage in der Steverstadt errichten wollen, ausdrücklich willkommen. Wer Interesse hat, den Sport auszuprobieren, kann sich mit einer E-Mail bei den Lüdinghauser Discgolfern melden.

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