Ultimate Frisbee
Europameister zur WSU

Warendorf -

Die Flugscheibe erreicht Warendorf. Die WSU wird nach den Osterferien mit einem Ultimate-Frisbee-Angebot beginnen.

Mittwoch, 01.04.2015, 13:04 Uhr

Tim Tuschen (v. l.) von GW Marathon Münster, Ralf Sawukaytis (Präsident WSU), Martin Reckmann (Jugendvorstand Deutscher Frisbeesport-Verband) und Christoph Schmitz (Vorsitzender WSU) warben gestern für Frisbeesport in Warendorf.
Tim Tuschen (v. l.) von GW Marathon Münster, Ralf Sawukaytis (Präsident WSU), Martin Reckmann (Jugendvorstand Deutscher Frisbeesport-Verband) und Christoph Schmitz (Vorsitzender WSU) warben gestern für Frisbeesport in Warendorf. Foto: René Penno

Der Frisbeesport kommt nach Warendorf . Zunächst für drei Monate, solange ist die Kooperation zwischen der Warendorfer SU und dem Frisbeesport-Verband NRW angelegt. Ab 14. April, immer dienstags um 17.30 Uhr, werden im Emsseepark (Probe)-Trainings angeboten, um in dieser Sportart reinzuschnuppern.

„Wir wollen versuchen, den Frisbeesport in Warendorf und bei der WSU einzuführen“, sagt Ralf Sawukaytis . Der Präsident war vom Frisbeesport-Verband NRW angesprochen worden und war schnell überzeugt. Einmal pro Woche stellt der Verband einen Trainer, der den Teilnehmern „das Frisbeespielen beibringt“, so Sawukaytis.

Frisbee ist dieser trendige Sport, der oft privat im Garten oder im Urlaub am Strand gespielt wird. Dass dieser Sport aber in verschiedenen Disziplinen angeboten wird, ist weniger bekannt. Freestyle, Discgolf, Ultimate – es gibt verschiedene Varianten im sportlichen Umgang mit der Plastikscheibe.

Beim Probetraining wird den Teilnehmern das Ultimate beigebracht. Das ist ein Mannschaftssport mit sieben Spielern. Gespielt wird auf einem Feld, das so lang ist wie ein Fußballfeld, aber auch nur halb so breit ist. „Ultimate Frisbee ist die schnellste, schönste, fairste, anstrengendste und spannendste Teamsportart der Welt“, beschreibt Martin Reckmann seinen Sport auf der Website des Verbandes. Der Münsteraner ist der Vorsitzende der Jugend im Deutschen Frisbeesportverband und dankbar für jede Gelegenheit, diesen Sport bekannter zu machen. Wie viele trendige Sportarten kommt auch das Ultimate Frisbee aus den USA. Zwei Mannschaft treten gegeneinander an, das Ziel ist es, die Scheibe in der Endzone – ähnlich dem American Football – zu fangen. Eine der wichtigsten Regeln ist beim Ultimate der „Spirit of the Game“. Gegenseitiger Respekt und Anstand sind Voraussetzung, Schiedsrichter gibt es keine, Fouls oder Streitigkeiten werden unter den Spielern beigelegt. Danach wird die Spielsituation wiederholt und es geht weiter. „Die Grundidee ist, nicht teilzunehmen, um Regeln zu brechen“, sagt Martin Reckmann.

Als Trainer konnte der NRW-Verband Tim Tuschen gewinnen. Der 17-Jährige aus Münster ist Nationalspieler und war mit der deutschen U 17-Auswahl drei Mal Europameister. „Wir haben ihn ausgesucht, weil wir sicher sind, dass er diesen Sport gut vermitteln kann“, sagt Reckmann. Besondere Voraussetzungen für eine Teilnahme müssen nicht vorhanden sein. „Bekleidung wie beim Fußball reicht aus“, sagt Tim Tuschen.

Dann kann es losgehen. „Die Teilnehmer sollen sich das in Ruhe anschauen“, sagt Ralf Sawukaytis. Wenn das Angebot angenommen wird, kann sich der WSU-Präsident eine Verlängerung der Kooperation vorstellen, oder aber den Frisbee-Sport als Gruppe oder Abteilung in der WSU zu etablieren. Das wäre das Ziel.“

Anmeldungen sind über die Website der WSU möglich, oder direkt per Mail an warendorf@frisbee-nrw.de. Der Kostenbeitrag liegt pauschal bei 20 Euro für Jugendliche bis 18 Jahre, für Erwachsene 25 Euro.

Drei Fragen an Martin Reckmann, DFV-Vorstand für die deutsche Frisbeejugend:

Herr Reckmann, warum eignet sich Ultimate Frisbee besonders für junge Menschen?

Martin Reckmann: Ultimate ist für jedes Alter geeignet, allerdings sollte man früh damit beginnen. Einerseits erlernt man die Wurftechnik leichter und das viele Laufen fällt nicht so schwer.

Ist es nicht zu schwierig für Jugendliche, sich so eigenverantwortlich zu verhalten?

Reckmann: Nein, denn es gehört zu unserem Sport einfach dazu. Positiver Nebeneffekt ist, dass junge Leute viel für das Leben mitnehmen, wenn sie auf dem Feld gezwungen sind, sich im Konfliktfall verbal zu einigen. Täten sie es nicht, wäre das Spiel vorbei, was die Teamkollegen sicherlich nicht gut fänden.

Sehen Sie Potenzial für Ultimate in Warendorf?

Reckmann: Was in Beckum beim Turnverein funktioniert, wird auch bei der WSU klappen – da bin ich mir absolut sicher. Es gibt überall Potenzial für Frisbeesport.

Der Trainer:

Tim Tuschen wechselte bei seinem Verein GW Marathon Münster vom Fußball zum Ultimate. Schnell stellte sich heraus, dass er für die Flugscheibensportart besonders talentiert ist. Dies fiel auch den Jugendnationaltrainern auf, die ihn in ihren Kader holten, wodurch er in Heilbronn (2010), Polen (2011) und Irland (2012) Europameister in der U 17 wurde. In Köln (2013) reichte es „nur“ zum zweiten Platz. Zu diesem Zeitpunkt war der Schüler schon Kapitän der U 17-Nationalmaschaft. Inzwischen gehört Tim Tuschen dem U 20-Nationalteam an. Im vergangen Jahr nahm er im italienischen Lecco an seiner ersten Weltmeisterschaft teil.

Infos im Internet unter www.frisbee-nrw.de.

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