Radrennen Paris-Roubaix
Dennis Jörke und Carina Huhn in der Hölle des Nordens

Ahlen -

Dass das Radrennen Paris-Roubaix auch den Namen „Hölle des Nordens genannt wird, hat seinen Grund. Das haben auch Dennis Jörke und Carina Huhn erfahren. Für die beiden Ahlener lief– im wahrsten Sinne des Wortes – nicht alles glatt.

Dienstag, 17.04.2018, 17:04 Uhr

Meisterten das Kopfsteinpflaster jeweils auf ihre Weise: Carina Huhn und Dennis Jörke. Gemeinsam hatten beide Ahlener, dass sie vom Rennen Paris-Roubaix begeistert waren.
Meisterten das Kopfsteinpflaster jeweils auf ihre Weise: Carina Huhn und Dennis Jörke. Gemeinsam hatten beide Ahlener, dass sie vom Rennen Paris-Roubaix begeistert waren. Foto: ASC Ahlen

Paris-Roubaix gehört zu den legendärsten Rennen des Radsports. Seit 1896 wird es ausgetragen, und manchmal glaubt man, die zu befahrenen Straßen würden genau aus dieser Zeit stammen. Sind die Rennradfahrer sonst glatte Asphaltpisten gewohnt, quälen sie sich hier auf weiten Teilen über Kopfsteinpflasterpassagen (Pavés). Vielleicht stammt daher der Spitzname des Rennens „L’enfer du Nord“ – die Hölle des Nordens.

Genau in diese begaben sich auch die Ahlener Triathleten Dennis Jörke und Carina Huhn. Sie nahmen an der Jedermann-Variante teil, die am Vortag des Profirennens ausgetragen wurde. Während Huhn die 70 Kilometer mit sieben Kopfsteinpflasterpassagen (insgesamt 9,3 Kilometer) in Angriff nahm, wagte sich Jörke sogar auf die 172 Kilometer. Hier überwand er 29 Kopfsteinpflasterpassagen mit einer Gesamtlänge von 54,2 Kilometern.

Taktik von Dennis Jörke geht auf

Die erste wartete bereits nach elf Kilometern auf den 38-Jährigen, der danach die ersten Selbstzweifel bekam: „Ich dachte mir, was zum Teufel mache ich hier. Das sind doch keine Straßen. Das sind hingewürfelte Felsen, wo man drüber brettert.“ Doch von Pavé zu Pavé kam Jörke besser mit den Umständen klar, hatte er sich doch eine funktionierende Taktik zurechtgelegt. Je schneller er über das Kopfsteinpflaster fuhr, desto leichter waren die Erschütterungen zu ertragen. Eine Extraportion Motivation gab es durch die Zuschauer, die sich bereits für das Profirennen am Folgetag positioniert hatten und auch die Hobbyfahrer lauthals anfeuerten.

Verhindern konnten sie allerdings auch nicht, dass Jörkes Hände und Finger am Lenker verkrampften. „Das war das Schlimmste. Ich konnte die Hände erst nach Minuten wieder richtig bewegen“, erzählte Jörke. Seinen ereignisreichen, harten Tag auf schmalen Reifen beendete der Ahlener schließlich auf der Beton-Radrennbahn im Vélodrome André Pétrieux in Roubaix.

Dort nahm er auch den Finisher-Stein in Empfang. Und dachte bereits über das nächste Mal nach. „Fazit: geile Veranstaltung, legendäre Strecke, Wiederholungsgefahr“, resümierte er nach dem Rennen.

Carina Huhn meistert 70-Kilometer-Strecke

Carina Huhn ging es da kaum anders. „Im nächsten Jahr will ich gerne versuchen, die 140 Kilometer zu schaffen“, setzte sie sich nach dem Rennen schnell neue Ziele. Und das obwohl die erfolgreich absolvierten 70 Kilometer deutliche Spuren hinterlassen hatten. „So richtig hart kamen mir die 70 Kilometer erst nach dem Rennen vor, als mir einfach alles irgendwie weh tat und ich überall Scheuerstellen gespürt habe.“ Dabei begann das Rennen vielversprechend. Bis zu den Pavés, die auf der kurzen Runde erst ab Kilometer 37 begannen, konnte die Ahlenerin ein gutes Tempo vorlegen. Auf den Pavés zeigte sie allerdings Respekt. „Da bin ich eher gemächlich hoppelnd über das Pflaster geeiert als gefahren“, erzählte sie. So war auch Zeit, unterwegs kurz anzuhalten, um mit Didi Senft, einem bekannten Künstler, der auch bei der Tour de France zu sehen ist, ein Selfie zu machen, bevor es weiter Richtung Ziel ging.

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