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So., 10.09.2017

16. Volksbank-Münster-Marathon ohne Streckenrekord "Das war extrem geil"

16. Volksbank-Münster-Marathon ohne Streckenrekord: "Das war extrem geil"

Die beiden Sieger Paul Maina und Rose Jepchoge Maru aus Kenia strahlen in die Kamera. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der 16. Volksbank-Münster-Marathon war am Sonntag wieder das Epizentrum des münsterländischen Laufsports. Die Stimmung war fantastisch, ein Streckenrekord blieb jedoch im siebten Jahr in Folge aus.

Von Jürgen Beckgerd

David Schönherr macht es sich einfach: „Das ist hier nur ein Trainingslauf für mich“, sagt der Ausdauersportler von den Laufsportfreunden Münster. Vier Monate war er verletzt, seit Juli ist er erst wieder im Training. Sein Ziel sind die Deutschen Meisterschaften in Frankfurt, bis dahin gibt es noch ein Trainingslager in Andalusien. „Münster“, sagt er, „ist ein Test“, wie und ob die malade Achillessehne hält.

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Das war extrem geil, so viele Menschen, die einem zujubeln, ein toller Lauf. Es war perfekt.

David Schönherr

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Sie hält und Schönherr ist schon fast der Alte: In 2:36:47 Stunden läuft er als einer der schnellsten Münsteraner ins Ziel und bestätigt seine DM-Ambitionen: „In Frankfurt will ich unter 2:25 Stunden bleiben“. Auch ungeachtet dessen fällt Schönherrs Fazit so aus: „Das war extrem geil, so viele Menschen, die einem zujubeln, ein toller Lauf. Es war perfekt“, sagte er.

Einfach nur genießen

So und ähnlich äußerten sich viele Läufer – so sie denn das Ziel erreichten. „Die letzten Meter genießt man einfach nur“, meinte Elias Sansar (Detmold), erneut bester Deutscher und in 2:25:25 Stunden Achter im Gesamtfeld.

Michael Brinkmann ahnt schon früh, was kommen würde: „Ach ist das schön“, schwärmt der Cheforganisator vom Münster Marathon e. V. auf der Moderatoren-Bühne nach dem Startschuss. Tausende Einzel- und Staffelstarter ziehen vorbei unter lautstarker Anfeuerung aus den Musikboxen und dem Applaus der vielen Hundert Zuschauer am Schlossplatz.

Weniger Hilfseinsätze

47 Patienten mussten beim Marathon medizinisch versorgt werden. 16 Mal rückte der Rettungsdienst aus – 13 der Patienten mussten nach der Erstversorgung in Krankenhäusern weiterbehandelt werden. Im Vergleich zum Vorjahr habe es wegen der angenehmen Temperaturen für die Läufer etwas weniger Einsätze gegeben, resümiert Einsatzleiter Dirk Schwichtenhövel von der Berufsfeuerwehr Münster.

Die Euphorie ist riesig

Die Toten Hosen schmettern „An Tagen wie diesen“ aus den Lautsprechern, Schauspielerin Silke Bodenbender kommt nicht ganz hinterher mit dem Startschuss – die ersten sind nach dem Countdown schon drei Sekunden weg, ehe es knallt. Egal. Ab geht die Post. Noch steht den Läufern das Lachen ins Gesicht geschrieben, die Euphorie ist riesig, der Beifall gilt den Wagemutigen und hoffentlich gut Trainierten. Der Schmerz kommt später – auch das gehört zum Marathon: Manche laufen buchstäblich auf dem Zahnfleisch ins Ziel Michael Brinkmann nennt sie „Helden“. Zu recht.

Fotostrecke: 16. Volksbank-Münster-Marathon

Ab Kilometer 30 wird's schwer

Verlassen die Marathonis den Stadtkern, geht‘s auf die mitunter ernüchternde Strecke. Zuschauer werden hier rarer – und auch ein wenig emotionsloser. Vor dem Kiosk in Gievenbeck sitzen sechs und frühstücken in der Sonne. „Marathon wird ab Kilometer 30 schwer“, sagt einer. „Ganz bestimmt aber ab Kilometer 35“. Ansonsten ignorieren sie die Vorbeilaufenden. Die haben ja hier erst 19 Kilometer hinter sich.

Mit Pauken und Trompeten

Im Zentrum werden sie dafür mit Pauken und Trompeten empfangen; hier tummeln sich die Zuschauer und machen Rabatz, ebenso in Nienberge und in Roxel; hinter der Autobahnbrücke an der Roxeler Straße/Dingbängerweg wird‘s richtig voll: Der letzte Staffelwechsel steht an und die kenianische Führungsgruppe mit Vorjahressieger Duncan Koech sind gerade durch.

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Das mit dem Streckenrekord wird nichts. Die Volksbank kann den Bonus auf dem Konto lassen.

Sänger der Band Easy Cover

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Der Sänger der Partyband „Easy Cover“ hat aufgepasst und weiß schon jetzt, gut zehn Kilometer vor dem Ziel: „Das mit dem Streckenrekord wird nichts. Die Volksbank kann den Bonus auf dem Konto lassen“. Zusätzlich 3000 Euro sollen für einen neuen Streckenrekord den Besitzer wechseln, neben den 3000 Euro für den Sieger.

Video: 16. Volksbank-Münster-Marathon

Riesen-Erlebnis für Sieger Paul Maina

„Easy Cover“ behält recht. Der Kenianer Paul Maina verfehlt als Sieger in 2:11:22 Stunden die sieben Jahre alte Bestzeit um 57 Sekunden. Aber er grämt sich nicht. „Es war fantastisch, das Publikum super“, schwärmt er. Da hat er den begeisternden Empfang am Prinzipalmarkt gerade hinter sich. Gänsehaut. Münster war ein Riesen-Erlebnis. Für ihn und für die meisten der rund 9000 Läufer auf der Strecke.

Kommentar: Der Spaß läuft einfach mit

Die äußeren Bedingen sind perfekt, das Wetter spielt mit. – Nicht unerheblich, wenn man über den Erfolg eines derartigen Großereignisses spricht. Die Stadt hat sich hübsch gemacht, Fähnchen am Prinzipalmarkt, Tausende sorgen für Stimmung an der Strecke und sehen guten Sport. Die ersten Fünf beim Münster-Marathon würden in der aktuellen Weltbestenliste vorne stehen: Ein Klasse-Feld, auch ohne Streckenrekord. Beim Münster-Marathon läuft der Spaß am Sport einfach mit.

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