Sa., 12.08.2017

Ehrung beim Turnier der Sieger Paul Schockemöhle erhält Friedensreiterpreis

Der Friedensreiterpreis geht in diesem Jahr an Paul Schockemöhle. Laudator Hendrik Snoek (rechts) übergab den Ehrenpreis.

Der Friedensreiterpreis geht in diesem Jahr an Paul Schockemöhle. Laudator Hendrik Snoek (rechts) übergab den Ehrenpreis. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Was ein echter Schockemöhle ist, der ist vor nichts bange. In jungen Jahren hatte der kleine Paul wenig Möglichkeiten, sein schmales Budget zu vergrößern. Also handelte er mit gebrauchten Schulbüchern und besserte so sein Taschengeld auf. Weil das Geschäft recht gut florierte, baute er sein Angebot aus und nahm gebrauchte Hühner mit ins Programm. Heute lacht er darüber, damals war es ihm schon wichtig. Und offensichtlich der Startschuss in eine berufliche Karriere, die sich sehen lassen kann.

Von Michael Schulte

Schockemöhle hat sich ein großes Logistikunternehmen aufgebaut – die Trucks sind überall zu sehen. Und zudem einen Pferdezuchtbetrieb in Lewitz, der alle Dimensionen sprengt. Letzteres nicht nur wegen der großen Anzahl von Stuten und Fohlen, sondern auch wegen der zuletzt außergewöhnlichen Zuchterfolge.

All das ist sicher sehr beeindruckend, aber immer noch kein Grund, diesen Mann auf den hippologischen Thron zu setzen. Dazu bedarf es mehr. Und „PS“ liefert mehr. Er war ein äußerst erfolgreicher Reiter, ehe er seine Aktionsfelder auch erfolgreich auf die Bereiche Zucht, Vermarktung, Turnierveranstaltung und Mäzenatentum erweiterte.

Fotostrecke: Paul Schockemöhle: Reiter, Züchter und Veranstalter

Dieses Gesamtpaket hat die gestrenge Jury, die alljährlich im Rahmen des Turniers der Sieger den nächsten Friedensreiter kürt, absolut überzeugt. Das betonte Turnierchef Hendrik Snoek, als er am Freitagabend die Laudatio auf den 72-Jährigen hielt und ihm den Ehrenpreis überreichte. Und so mancher Gast wunderte sich: „Ich dachte, der hat längst einen Friedensreiter zu Hause.“

Beeindruckende Bilanz

Was sicher ein Beleg dafür ist, dass das Gremium mal wieder eine gute Wahl getroffen hat. So auch die Einschätzung der Gäste im Mövenpick, die dem neuen Preisträger mit lang anhaltendem Beifall gratulierten.

In sportlicher Hinsicht startete Schockemöhle zuerst als Pfleger der Pferde seines großen Bruders Alwin, ehe er sich schließlich selbst um Schleifen und Siegerpreise bemühte.

Die Bilanz heute: dreifacher Europameister, sechsfacher Deutscher Meister, Olympia-Silber und - Bronze in Montreal und Los Angeles. In Aachen holte er sich drei Mal den Großen Preis, in Hickstead gewann er drei Mal das Derby. Seinen letzten Coup landete er mit dem Kauf des Dressur-Wunderpferdes Totilas. Für die Zucht tat der Hengst eine Menge, sportlich blieb die Ausbeute allerdings überschaubar.

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