Mi., 19.10.2016

Basketball: 1. Regionalliga WWU Baskets haben in Hänig ihren Center gefunden

Der beste deutsche Center der Liga spielt in Münster: Kai Hänig (28) will das deutlich machen für die WWU Baskets – und akklimatisiert sich gerade auf der neuen Ebene.

Der beste deutsche Center der Liga spielt in Münster: Kai Hänig (28) will das deutlich machen für die WWU Baskets – und akklimatisiert sich gerade auf der neuen Ebene. Foto: Wilfried Hiegemann

Münster - 

Der lang ersehnte Mann mit Gardemaß scheint gefunden bei den WWU Baskets Münster. Kai Hänig ist ein echtes Kraftpaket als Center. Umgewöhnen muss sich der 28-Jährige, der auch des Jobs wegen kam, allerdings noch ein wenig.

Von Thomas Austermann

Guido Buschmeier hat endlich einen Nachfolger gefunden. Der jahrelang für UBC-Mannschaften unter den Körben präsente münsterische Dauerbrenner galt als letzter Vertreter einer an sich unverzichtbaren Spielergattung – genau an Centern aber mangelte es in der Unistadt eine gefühlte Ewigkeit. Bis jetzt. Bis Kai Hänig kam, der alleine durch seine Vita und die vielerorts gezeigten Leistungen schlichtweg beeindruckt.

Seit September ist er am Münster-Standort für das Technologie- und Serviceunternehmen Convotis tätig als Projektleiter für Themen der Digitalisierung im Behördenumfeld. Und für die WWU Baskets genau dort mittendrin, wo es zur Sache geht. Der 28 Jahre alte 2,03-Meter-Mann, geboren in Bonn, wäre kaum aus der Pro B abgestiegen in die Regionalliga, hätte es den neuen Job nicht gegeben. Und den sportaffinen Geschäftsführer Jörg Fester, der Hänig die Berufschance eröffnete.

„Der Job ist die Heraus­forderung für mich und der Sport das, was Spaß macht“, sagt das Muskelpaket. „Münster ist für mich eine große Chance, meine Leidenschaft mit meiner beruflichen Karriere zu verbinden. Ich will hier nichts ­geschenkt bekommen, sondern etwas leisten.“ Nach dem Bachelorabschluss in Sachen Wirtschaftsingenieur­wesen an der TU Dresden gibt er in Kürze die Masterarbeit in Wirtschaftsinformatik ab.

Hänig hat sich nie alleine auf den Sport konzentriert. „Dafür sorgten schon die ­Eltern, dass ich mich breit aufgestellt habe.“ Das Abitur machte der ab dem elften Lebensjahr für die Telekom Baskets Bonn aktive Schüler in Wolverhampton/England und zog weiter in die USA an das Missouri Valley College. In den Staaten stand ihm der Sport jedoch etwas zu sehr im Mittelpunkt. Es gab nicht genug „akademisches Futter“ für den Wissbegierigen. „Also habe ich diese Phase schnell beendet.“

2009 ging der Deutschland-Rückkehrer zu den Dresden Titans und an die TU der sächsischen Metro­pole. Zwei Jahre später lockte ihn die Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB in die Pro B. Dort wurde er zum Schlüsselspieler, dort lernte Hänig auch Anselm Hartmann, Jan König und Stephan Kreutzer kennen, die nun wieder seine Mitspieler sind.

Der „Big Man“ hat foulbelastet schon vorzeitig Platz nehmen müssen in Spielen seiner neuen Truppe. Anscheinend haben ihn die Spielleiter auf dem Kieker. „Ja, leider hat es mich schon erwischt. Ich muss mich umgewöhnen“, empfand Hänig manche Sanktionen als ungerecht. „Kräftige Kerle sind schnell die Schuldigen, jeder Kontakt wird als Foul gewertet.“ In der Pro B werde mit deutlich längerer Leine geschiedst. „Ich versuche jetzt eben, die Hände raus zu halten.“ Zuletzt gegen Bonn klappte das: Hänig spielte 30 Minuten bei diesem echten Arbeitssieg. Und haderte nicht mehr mit den Entscheidungsträgern.

Für die „Kappensteiner“ kann er unter den Brettern offensiv wie defensiv noch wertvoller werden. Hänig weiß das: „Die Aufstiegsperspektive hat mich ja auch gelockt. Ich glaube, dass die Spitzenteams dieser Ligagruppe nahe dran sind am Niveau der Pro B.“

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