Di., 04.07.2017

Boxen: Stützpunktentscheidung pro Münster vertagt Schlagabtausch um den Zuschlag für Boxzentrum Münster

Boxen in Münster: Der Bundes-Nachwuchsstützpunkt des Boxzentrums möchte nur zu gerne auch für die Elitekämpfer zur ersten Anlaufstelle in NRW werden.

Boxen in Münster: Der Bundes-Nachwuchsstützpunkt des Boxzentrums möchte nur zu gerne auch für die Elitekämpfer zur ersten Anlaufstelle in NRW werden. Foto: Alexander Heflik

Münster - 

Geduld ist gefragt. Die Entscheidung, ob Münster Bundes-Stützpunkt für die Elite wird, ist auf Anfang August vertagt. Köln ist wieder im Rennen und ein ernstzunehmender Konkurrent mit Nehmerqualitäten.

Von Alexander Heflik

Die Entscheidung wurde, überraschenderweise, vertagt. Erst Anfang August entscheidet das Bundesministerium des Inneren in Absprache mit dem Deutschen Olympischen Sportbund ( DOSB), ob Münster den Zuschlag als Bundesstützpunkt Boxen erhält – oder doch wieder Köln. Der Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV), der Lengericher Jürgen Kyas, blieb im Boxer-Jargon, sprach von „einem Kampf mit harten Bandagen“, der aktuell vor und hinter den Ringseilen geführt wird.

Um dann aber auch das klarzustellen: „Aus fachlichen Erwägungen haben wir uns eindeutig für Münster entschieden. Wir haben uns mit aller Vehemenz für diesen Standort als Stützpunkt eingesetzt. Und werden das auch weiterhin tun.“

Kampf um den Zuschlag

Die Leistungssportreform des DOSB macht vor dem Boxsport nicht halt. Die Stützpunkte in Berlin, Frankfurt/Oder, Schwerin und Heidelberg stehen außer Frage. Dagegen muss Hannover als fünfter Standort noch einiges nachbessern. Und es geht um den sechsten Bundesstützpunkt, den in Nordrhein-Westfalen. Bislang galt die Halle des Boxzentrums als sicherer Kandidat für eine Nominierung. Köln schien ausgeknockt.

Aber in den letzten Wochen und Monaten aktivierte der traditionelle Stützpunkt in Köln um den ehemaligen Bundestrainer und im Ruhestand befindlichen Hans Birka seine Drähte und zeigte Nehmerqualitäten. Zuletzt teilten die Rheinländer aus. Köln oder Münster lautet deshalb aktuell die Frage. Im schlimmsten Fall wird es heißen: wenn nicht Köln, dann auch nicht Münster. Es ist ein Kampf um den Zuschlag, offenbar sind Tiefschläge erlaubt.

Tradition vs. Moderne

Der nationale Verbandschef Jürgen Kyas ließ es in der Vergangenheit nie aus, das in den letzten zehn Jahren gewachsene Projekt in Münster und die dabei entstandene Boxhalle zu loben. Münster ist für ihn die schlüssige Konsequenz, wenn die Leistungssportreform des DOSB in die Zukunft blickt. Also ist es auch Tradition (Köln) gegen Moderne (Münster). Der Vorstand des NRW-Landesverbandes sagte Münster auch Unterstützung zu.

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Am Montag jedenfalls stellten DBV-Chef Kyas und Sportdirektor Michael Müller ihre Pläne beim DOSB vor, darunter auch die aus Münster. Köln kam aber auch zu Wort, unterstützt von einigen Vertretern aus Olympia-Stützpunkten. Hier droht ein Sportpolitikum. Dirk Schimmelpfennig, DOSB-Vorstand Leistungssport, vertagte die Entscheidung.

Dabei sei Münster startklar, so Kyas. Die zunächst acht Kaderathleten, alle mit Aussichten auf eine Olympia-Teilnahme, sind ermittelt, auch ein zusätzlicher Coach im Status eines Bundestrainers, Wohnungssuche und infrastrukturelle Dinge sind geklärt. Kyas: „In Münster muss nur der Schalter umgelegt werden.“

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