Fußball: 3. Liga
VfL Osnabrück - SV Meppen 2:2 – Rassiges Derby ohne Sieger

Osnabrück -

Es war ein Derby, das alles zu bieten hatte, nur keinen Sieger. 2:2 hieß es am Dienstagabend nach 90 rassigen Minuten zwischen dem VfL Osnabrück und SV Meppen. Nach dem 0:1 drehte der VfL das Spiel, lag 2:1 vorne, kassierte in der 81 Minute dann doch noch das 2:2.

Dienstag, 06.03.2018, 00:03 Uhr

Das 0:1 in der 15. Minute. Marcel Gebers (Nr. 31) zieht nach einer Ecke ab. Die VfL-Deckung wirft sich in den Schuss. Dennoch kommt das Leder zu Benjamin Girth (rechts), der den Ball irgendwie ins Netz befördert.
Das 0:1 in der 15. Minute. Marcel Gebers (Nr. 31) zieht nach einer Ecke ab. Die VfL-Deckung wirft sich in den Schuss. Dennoch kommt das Leder zu Benjamin Girth (rechts), der den Ball irgendwie ins Netz befördert. Foto: Alfred Stegemann

Es war rassig, es hatte klasse, und es war spannend bis zum Schluss bei altbekannter Brücken-Flutlicht-Atmosphäre. Ein Derby, das den Namen wahrlich verdient hatte, lieferten sich am Dienstagabend der VfL Osnabrück und SV Meppen. 2:2 hieß es nach 90 abwechslungsreichen Minuten, das alles bot, was das Fußballherz begehrt. Die frühe Meppener Führung durch Girth drehten Heider und Reimerink in einen 2:1-Vorsprung, ehe Gebers den Ausgleich besorgte. Das genügte beiden aber nicht, die bis zum Abpfiff auf den Sieg drängten.

Es war ein klasse Derby mit vielen Strafraumszenen. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, störten den Gegner jeweils sehr früh und praktizierten Offensivpressing. Den 13 000 Zuschauern wurde bei besten äußeren Bedingungen richtig was geboten. Auch die Stimmung an der Brücke war erstklassig. Beide Fan-Reihen, aus Meppen waren an die 300 Anhänger mitgereist, unterstützten ihr Team 90 Minuten lautstark.

Der VfL begann mit zwei Änderungen in der Startelf gegenüber dem Spiel gegen Großaspach. Den Part des gelbgesperrten Christian Groß im defensiven Mittelfeld nahm Konstantin Engel ein. Ahmet Arslan rückte für Emmanuel Iyoha in die Mannschaft, der doch passen musste. Als Kapitän führte Marc Heider die Lila-Weißen aufs Feld. Der SV Meppen begann in der erwarteten Aufstellung.

Der VfL begann äußerst elanvoll und schien die Gäste mit einer offensiven Ausrichtung regelrecht überrollen zu wollen. Sie störten sehr früh, der SVM kam kaum zum Luftholen. Nach zwölf Minuten hieß das Eckenverhältnis bereits 6:0. Ahmet Arslan nach Vorarbeit von Marc Heider, Bashkim Renneke, Jules Reimerink und Konstantin Engel hatten die Führung auf dem Fuß, beziehungsweise auf dem Kopf. Über einen Rückstand hätte sich der Aufsteiger nicht beschweren dürfen. 2:1-Torschütze Jules Reimerink sah es genau so: „Wir haben richtig gut losgelegt und hätten nach zehn Minuten eigentlich 2:0 führen müssen. Stattdessen liegen wir plötzlich hinten. Aber wir haben nie aufgegeben, hatten insgesamt mehr Chancen und hätten den Sieg verdient gehabt.“

So druckvoll das Anfangsfeuerwerk des VfL war, so schnell verpuffte es. Mit dem ersten eigenen Angriff überhaupt stellte der SV Meppen den Spielverlauf bis dahin auf den Kopf. Nach einer Ecke bekam die Hintermannschaft um Geburtstagskind Steven Sama den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Marcel Gebers zirkelte den Ball in den Fünfmeterraum. Dort stand Torjäger Benjamin Girth, der das Leder irgendwie ins Osnabrücker Netz bugsierte – 0:1.

Das war ein Genickschlag für die Thioune-Crew. Plötzlich ging nichts mehr. Fehlpässe häuften sich, denen sich auch Torhüter Marius Gersbeck mit einigen Unsicherheiten anschloss. Nach vorne hin ging kaum noch etwas. Letztlich durften die Hausherren froh sein, dass es nach 45 Minuten nur 0:1 stand. Kurz vor dem Pausenpfiff setzt der starke Marius Kleinsorge zum Sturmlauf an. Er bediente von der Torauslinie seinen Partner Girth, der jedoch nur den Pfosten traf. Über den folgenden Pausenpfiff von Schiedsrichter Jonas Weickenmeier aus Frankfurt konnte der VfL froh sein.

Aber die Lila-Weißen kamen mit dem festen Vorhaben aus der Kabine dieses Spiel noch zu drehen. Und fast hätte es in der 52. Minute fast gepasst. Nach Freistoß von Marcos Alvarez traf Koka Engel per Kopf jedoch nur den Pfosten. Die Meppener zogen sich fortan etwas weiter zurück, verstanden es aber, immer wieder Nadelstiche zu setzen. Beim VfL hatte sich die Nervosität des ersten Durchgangs noch nicht ganz gelegt, so dass eben nicht alle Angriff sauber zu Ende gespielt wurden.

So war es fast klar, dass ein Standard her musste. In der 69. Minute war es soweit: Eine maßgenaue Flanke von Alvarez köpfte Marc Heider unhaltbar für SVM-Schlussmann Eric Domaschke ins lange Eck. Plötzlich entwickelte sich ein ganze anderes Spiel. Der VfL war wieder da. Ein glückliches Händchen bewies Daniel Thioune dann auch noch mit der Einwechslung von Steffen Tigges. Der war gerade eine Minute auf dem Feld, da passte er den Ball genau in den Lauf von Jules Reimerink. Der Flügelflitzer überlegte nicht lange und drosch zum 2:1 ins Netz. Nun schien der VfL das Spiel im Griff zu haben. Doch Meppen schlug zurück. Nach Flanke von Markus Ballmert stand Marcel Gerbs am kurzen Pfosten frei und köpfte zum 2:2 (81.) Es entbrannte eine spannende Schlussphase, in der beide Seiten auf den Siegtreffer drängten. Spannung pur bis zum Abpfiff. Doch ein Tor gelange beiden Seiten nicht mehr.

VfL Osnabrück : Gersbeck - Renneke, Susac, Sama, Wachs - Engel, Danneberg - Heider, Arslan (72. St. Tigges), Reimerink - Alvarez (85. Sen).

SV Meppen: Domaschke - Ballmert, Gebers, Vidovic, Vrzogic (66. Senneger) - Bähre, Leugers - Kleinsorge (71. Puttkammer), M. Wagner, Grana­towski (75. Kremer) - Girth.

Tore : 0:1 Girth (15.), 1:1 Heider (69.), 2:1 Reimerink (73.), 2:2 Gebers (81.) . - Schiedsrichter: Jonas Weickmeier (29, Frankfurt). - Gelbe Karten : Reimerink (5), Engel - Leugers. - Zuschauer : 13.000.

Nächstes VfL-Spiel: Samstag, 10. März, 14 Uhr bei den Würzburger Kickers.

Trainerstimmen:

Christian Neidhart (SV Meppen): „Wir haben ein richtig gutes Spiel, ein richtig gutes Derby gesehen. In der ersten Viertelstunde ist mir Angst und bange geworden. Da hat uns der VfL fast überrannt. Dennoch machen wir das 1:0. Dann sind wir besser ins Spiel gekommen und hatten einige Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit mussten wir verletzungsbedingt wechseln. Das hat uns nicht gut getan. Das 1:1 ärgert mich, weil wir vor genau über diese langen Diagonalbälle gesprochen haben. Das zweite Tor war auch ärgerlich, aber die Jungs haben sich nicht aufgegeben. Sie haben es gut gemacht, einen Verlierer hätte dieser Derby nicht verdient gehabt. Das Ergebnis ist in Ordnung so.“

Daniel Thioune (VfL Osnabrück): „Ich denke auch, dass diese Derby keinen Verlierer verdient hatte. Was meine Mannschaft zu Beginn gemacht hat, war richtig gut. Aber es fehlten einfach die Tore. So lagen wir plötzlich hinten, das hat uns aus der Spielkonzeption gebracht. In der Halbzeit war ich dennoch insgesamt zufrieden, weil viele Aktionen einfach gut waren. Aber es war klar, das wir in der zweiten Halbzeit mutiger werden mussten. Das haben wir umgesetzt und sind belohnt worden mit zwei schönen Toren. Dann muss ich meiner Mannschaft den Vorwurf machen, dass wir defensiv die Ordnung verloren haben. Das 2:2 war sicherlich glücklich für Meppen aber nicht unverdient.“

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