Triathlon: Challenge Rom
Error 404 und eine kleine Odyssee

Münster -

Eigentlich könnte Patrick Dirksmeier mit dem fünften Rang bei dem Mitteldistanz-Triathlon Challenge Rom zufrieden sein. Aber eine miserabel ausgeschilderte Wechselzone, als der 32-jährige von Tri Finish Münster vom Radfahren zum Laufen umstieg, kostete ihn bares Geld.

Montag, 16.04.2018, 14:04 Uhr

Hier ging alles glatt: Patrick Dirksmeier gewinnt den Sparda-Münster-City-Triathlon – und hat keine Probleme die richtigen Ein- und Ausgänge in der Wechselzone zu finden.
Hier ging alles glatt: Patrick Dirksmeier gewinnt den Sparda-Münster-City-Triathlon – und hat keine Probleme, die richtigen Ein- und Ausgänge in der Wechselzone zu finden. Foto: Wilfried Hiegemann

Wer am Montag in der Mittagszeit die Homepage der Challenge Rom aufrufen wollte, las das: Whoops! Error 404.

Error 404 oder so ähnlich hieß es auch für Patrick Dirksmeier, der in der „ewigen Stadt“ seinen Saisoneinstand auf der Triathlon-Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Rad, 20 km Laufen) bestritt. Den Sieg hatte er vor Augen, das Adrenalin tropfte aus allen Poren, als er gemeinsam mit dem Deutschen Johann Ackermann als Führungsduo in die Wechselzone kam . . .

Die „Challenge-Serie“ ist der Gegenspieler der „Ironman-Serie“, die beiden Veranstalter diktieren vor allem bei den Profis den jährlichen Rennkalender. Das Prunkstück der Challenge-Serie ist das Langstrecken-Spektakel in Roth im Juli, der Höhepunkt der Ironman-Serie die Weltmeisterschaft auf Hawaii im Oktober.

Dirksmeier hat sich für die erste Saisonhälfte der Challenge-Serie verschrieben. Im Vorjahr wurde er sensationell Europameister in Dänemark, eine Woche später bei der Ironman-WM (Mitteldistanz) – ebenfalls in Dänemark – Sechster. Der 32 Jahre alte Jurist kennt beide Seiten der Medaille.

Eine dritte kam in Rom dazu. Das nackte Resultat war dabei gar nicht schlecht. Dirksmeier beendet den Wettkampf auf Rang fünf nach 3:25,04 Stunden, kassierte immerhin 850 Euro Preisgeld. Der Sieg ging an den Briten Adam Bowden in 3:22,03 Stunden.

„Naja“, wird sich Dirksmeier gedacht haben, da dürfte mehr drin gewesen sein. Eigentlich war er fuchsteufelswild. Aber: „Das ist Sport, am Ende ist der Athlet selber verantwortlich, die richtige Strecke zu finden.“ Mit einer Nacht Distanz blickte der Athlet von Tri Finish Münster schon gelassener auf das Rennen zurück. Der niederländische Renndirektor hatte sich da schon längst entschuldigt, eine Einladung zur Premieren-WM der Challenge-Serie auf dieser Strecke in Samorin/Slowakei (3. Juni) als Trostpflaster ist denkbar. Die Premiere in Rom war ein Wettkampf mit vielen Unbekannten, jeder Menge Improvisation und Fehlern im System. Die Schwimmstrecke war nicht optimal gesichert. „Grundsätzlich habe ich mich schon sicher gefühlt, aber mittendrin kam uns ein Zodiac ganz nah“, blickte Dirksmeier auf das erste Problem und eine Schiffsschraube zurück. Er war Siebter.

Auf dem Rad übernahm er gemeinsam mit Ackermann die Initiative, auf drei Minuten wuchs der Vorsprung, ehe das Führungsmotorrad Dirksmeier und Ackermann zum falschen Eingang der Wechselzone lotste. Der 32-Jährige musste noch einmal los, Rad holen, aufsatteln, den zweiten Eingang finden, dann laufen. Gut und gerne zwei Minuten gingen verloren. „Alle klatschten, ich war euphorisch, dann kamen Fotografen und erklärten, dass wir falsch sind“, erzählt Dirksmeier kopfschüttelnd.

„Das war dabei ein sensationeller Bike-Split von uns. Das war bitter, dadurch war ich angeknockt.“ Die letzten 20 km lief er in guten 1:10 Stunden, ein riesiger Pulk von 20 Athleten hatte das Missgeschick beim zweiten Wechsel genutzt, um aufzuschließen. So gesehen war Dirksmeier froh, noch Fünfter zu werden – allerdings hätte er als Zweiter zum Beispiel 2100 Euro Preisgeld erhalten. Sein Wegbegleiter Ackermann rutschte als Siebter aus dem Preisgeld.

Glück für Dirksmeier: Sowohl die Challenge Lissabon (19. Mai) als auch „The Championship“ bei der Challenge Samorin (3. Juni) machen das nicht zum ersten Mal. Error 404 soll sich da nicht wiederholen.

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