Handball: Eintracht Dolberg
Ludger Brune hat in 50 Jahren als Schiedsrichter viel erlebt

Dolberg -

Handball-Schiedsrichterei ist für den Dolberger Ludger Brune mehr als ein Hobby, es ist Passion. Vor 50 Jahren griff der heute 69-Jährige erstmals zur Pfeife und ist noch immer aktiv. In seiner Laufbahn hat er fast alle Seiten eines Schiedsrichterlebens miterlebt.

Dienstag, 17.04.2018, 11:04 Uhr

Seit 50 Jahren pfeift Ludger Brune Handballspiele, und noch ist kein Ende in Sicht. Er hat sein Pensum allerdings auf eine Partie pro Woche reduziert.
Seit 50 Jahren pfeift Ludger Brune Handballspiele, und noch ist kein Ende in Sicht. Er hat sein Pensum allerdings auf eine Partie pro Woche reduziert. Foto: Ralf Steinhorst

Wie viele Spiele er schon gepfiffen hat? „Ich hab’s mal versucht hochzurechnen, es müssen um die 2000 sein“, ist sich Ludger Brune nicht ganz sicher. Aus heutiger Sicht hätte er gerne ein Schiedsrichter-Tagebuch geführt, aber nun ist es zu spät. Mit 19 Jahren entschied er sich im Jahr 1968 Referee zu werden, schon damals herrschte Mangel bei den Unparteiischen. „Ich hatte immer einen Gerechtigkeitssinn“, blickt er zurück. Da er nie gut Handball spielte, war die Pfeife dann die Alternative.

Seit 2008 ein Gespann mit Thomas Mihlan

Damals wurde Handball noch auf dem Großfeld gespielt. Dort pfiff er sieben Jahre, ehe sich 1975 der Hallenhandball durchsetzte. Es galt, sich umzugewöhnen. Anfangs fand er die Halle sehr beengt. Auch die Tätigkeit als Einzelschiedsrichter auf dem Rasen hin zum Gespann in der Halle war gewöhnungsbedürftig. In sieben Zweierteams war er unterwegs, seit 2008 pfeift er mit Thomas Mihlan aus Beckum.

Soviel Erfahrung kommt an. Nach 15 Jahren Oberliga hatte Ludger Brune die Chance weiter aufzusteigen, verfolgte dies aber aus familiären Gründen nicht weiter. Höhepunkte gab es trotzdem reichlich, wie die Oberliga-Spitzenspiele, wo auch schon mal bis zu 1000 Zuschauer in der Halle waren. Aber auch ein Freundschaftsspiel zwischen der Ahlener SV und dem damaligen Serienmeister VfL Gummersbach mit seinen Stars pfiff er in der Ahlener Realschule. Die zahlreichen Relegationsspiele waren auch besonders. „Die Rückspiele sind für Schiedsrichter am schwierigsten“, so Brune, der diese Begegnungen mit besonderer innerer Spannung angegangen zu sein. Denn die Abstimmung im Gespann sei noch intensiver als sonst.

Zerstochene Autoreifen nach einem Einsatz

Zu den Kuriositäten gehörte ein Spitzenspiel, wo er nach der Pause ohne Brille auf das Feld zurückkehrte und das erst nach Wiederanpfiff bemerkte. Da musste er erst mal das Geschehen unterbrechen. Dass er die Lacher der Zuschauer auf seiner Seite hatte, sieht er entspannt. Dass ihm nach einer Partie mal die Reifen seines Autos durchstochen wurden, fand er dagegen nicht so gut. Deshalb parkt er inzwischen so, dass er im Zweifelsfall schnell vom Parkplatz runterkommt. Auch eine geworfene Glasflasche hat ihn während eines Einsatzes mal am Gesäß getroffen. Seltene Schattenseiten eines Schiedsrichterlebens.

Trotzdem: „Wer das so lange gemacht hat, freut sich auf jedes Spiel.“ Und solange Körper und Geist mitmachen, will Ludger Brune weiter pfeifen. Solange hofft er auch auf eine positive Rückmeldung aus den Teams: „Er greift durch, aber ist fair.“

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