Segeln: SC Hansa Münster
SC Hansa wird Landesleistungsstützpunkt

Münster -

Die Gummimatten am Anleger des Segelclubs Hansa Münster haben schon bessere Zeiten gesehen. „Die machen wir neu“, verspricht der Club-Vorsitzende Klaus Mechler. Und nicht nur das: Ab sofort darf sich der SC Hansa offiziell „Landesleistungsstützpunkt“ nennen. Es herrscht frischer Wind am Aasee.

Mittwoch, 25.04.2018, 14:04 Uhr

Großer Bahnhof am Aasee-Ufer: (von links) Klaus Mechler (Vorsitzender SC Hansa), Manfred Lenz (Vorsitzender Segler-Verband NRW), Jörg Verhoeven (Hochschulsport), Sportpsychologin Dr. Barbara Halberschmidt (WWU), Landestrainer Paul Keßler, SSB-Vorsitzender Jochen Temme, Stützpunkttrainerin Lena Thöne, Thomas Michel (Dezernent Sport bei der Bezirksregierung), Philipp Hagemann (Sportausschuss), Philipp Rieger (Sportausschuss), Stützpunktleiter Hubertus Deuerling und Klaus Rosenau (Sportausschuss).
Großer Bahnhof am Aasee-Ufer: (von links) Klaus Mechler (Vorsitzender SC Hansa), Manfred Lenz (Vorsitzender Segler-Verband NRW), Jörg Verhoeven (Hochschulsport), Sportpsychologin Dr. Barbara Halberschmidt (WWU), Landestrainer Paul Keßler, SSB-Vorsitzender Jochen Temme, Stützpunkttrainerin Lena Thöne, Thomas Michel (Dezernent Sport bei der Bezirksregierung), Philipp Hagemann (Sportausschuss), Philipp Rieger (Sportausschuss), Stützpunktleiter Hubertus Deuerling und Klaus Rosenau (Sportausschuss). Foto: Dieter Schmitz

Mit ein paar Knoten ist es nicht getan, wenn die Mitglieder des Segelclubs Hansa Münster ihre Zukunft gestalten wollen, da sind solide Handarbeit und massiver Maschineneinsatz gefragt. Im vergangenen Jahr wurde die Bootshalle in Hiltrup fertiggestellt, für das laufende Jahr stehen die Renovierung des Anlegestegs und der barrierefreie Zugang von der Mecklenbecker Straße zum Vereinsgelände auf der Zu-erledigen-Liste. Die simple Montage einer DIN-A4-großen Plakette an der Wand des Clubhauses dürfte zwischen all diesen Großprojekten kaum ins Gewicht fallen – ist aber ein umso größerer Meilenstein auf dem Weg des aufstrebenden Segelclubs an einem der kleinsten Reviere des Landes. Seit Dienstag ist der SC Hansa offiziell als „Landesleistungsstützpunkt Segeln“ ausgezeichnet – eine sehr seltene Ehre.

Vor der Leistungssportreform im vergangenen Jahr gab es noch sechs dieser Stützpunkte in NRW, inzwischen sind es nur noch vier – Tendenz abnehmend. „In der Zukunft werden es noch drei, möglicherweise nur noch zwei sein“, warf Manfred Lenz, Präsident des Seglerverbandes NRW (SV NRW) am Dienstag einen skeptischen Blick nach vorne, gab dann jedoch auch gleich Entwarnung für die geladenen Gäste bei der offiziellen Einweihung des Stützpunktes in Münster: „Ich wäre nicht hier, wenn der Standort Münster nicht gesetzt wäre“, so Lenz.

Der zweite sichere Hafen für Stützpunkt-Athleten liegt in Duisburg, die Reviere in Remscheid und Essen müssen um ihre Zukunft bangen. In Münster kennt man diese Sorgen nicht. Bereits seit drei Jahren beheimatet der SC Hansa einen Förderstützpunkt des SV NRW, jetzt wurde die nächste Stufe erklommen. „Das ist die Fortsetzung eines Prozesses, den wir seit Jahren betreiben“, so Club-Vorsitzender Klaus Mechler, der mit dem aktuellen Vorstand vor neun Jahren angetreten ist, den Club mit konsequenter Nachwuchsarbeit zukunftssicher zu machen. Aktuell warten 148 der 620 Mitglieder noch auf ihren 18. Geburtstag. Die Jugendbewegung wird durch den neuen Standard weiter wachsen, davon ist Stützpunktleiter Hubertus Deuerling überzeugt: „Wir werden weiterhin alles tun, um jungen Seglerinnen und Seglern bestmögliche Voraussetzungen für Training und Wettkampf zu bieten.“

Deuerling baut dabei auf die bewährte Mitarbeit von Ausbildungsleiterin Susan Woehl und Chef-Trainerin Lena Thöne. Die zierliche Studentin führt ein strenges Kommando, von dem nicht nur die Segler aus den Fördergruppen profitieren. Mittelfristig soll Thöne aus den eigenen Reihen entlastet und unterstützt werden. Ihr Schützling Christoph Möhring ist nicht nur zum zweiten Mal auf dem Sprung in den Landeskader, der 16-Jährige übernimmt inzwischen auch selbst Traineraufgaben – weitere kompetente Mitarbeiter sollen im „Train-the-Trainer-Programm“ ausgebildet werden.

„Mit der Errichtung des Landesstützpunktes hier im Herzen des Münsterlandes wird die gesamte Region aufgewertet“, so Deuerling. Mechler sieht aber auch die positiven Effekte für den SC Hansa, dessen „Standing in Münster“ weiter verbessert werde. Ein Projekt, das bereits am Dienstag mit großen Schritten vorangetrieben wurde. Zu Gast waren unter anderem sämtliche sportpolitischen Sprecher der Ratsparteien und in seinem letzten offiziellen Einsatz der scheidende Chef des Stadtsportbundes, Jochen Temme. Auch Andreas Rütter, Präsident des Segelclubs Münster, gratulierte dem Nachbarn persönlich. „Aasee-Patron“ Peter Overberg von der gleichnamigen Segelschule und Bürgermeisterin Karin Reismann ließen sich zwar entschuldigen, aber gleichzeitig herzliche Grüße und Glückwünsche ausrichten. Der kleine Aasee in Münster setzt Segel für eine große Zukunft.

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