Tennis: Gerry-Weber-Open
Struff wartet in Halle weiter auf den ersten Sieg – auch Marterer verliert

Halle/Westfalen -

Der erste Tag bei den Gerry-Weber-Open verlief aus deutscher Sicht enttäuschend. Shootingstar Maximilian Marterer scheiterte, genau wie Jan-Lennard Struff. Der Warsteiner hat bisher noch nie das Achtelfinale in Halle erreicht.

Montag, 18.06.2018, 20:28 Uhr

Es ist zum Verzweifeln: Jan-Lennard Struff wartet weiter auf seinen ersten Sieg bei den Gerry-Weber-Open. Seit 2013 war für den Warsteiner jeweils in Runde eins Schluss.
Es ist zum Verzweifeln: Jan-Lennard Struff wartet weiter auf seinen ersten Sieg bei den Gerry-Weber-Open. Seit 2013 war für den Warsteiner jeweils in Runde eins Schluss. Foto: dpa

Die Gerry-Weber-Open bezeichnet er als sein „Heimturnier“, für den TC Blau-Weiß Halle geht er seit sieben Jahren in der Bundesliga auf Punktejagd. Doch wenn in Ostwestfalen die zweite Woche der kurzen Rasensaison beginnt, gerät Jan-Lennard Struff mit schöner Regelmäßigkeit ins Taumeln. Seit 2013 versucht er, die zweite Runde zu erreichen. Vergeblich, auch im sechsten Anlauf scheiterte der Warsteiner gleich in seinem Auftaktmatch. „Wenn das Turnier hier ansteht, ist meine Gefühlswelt schlecht. Das ist sehr schade, ich freue mich ja jedes Mal auf Halle. Ich habe alles im Training dafür getan und alles im Spiel gegeben, um zu gewinnen“, sagte Struff mit einer kleinen Prise Resignation in seinen Worten.

Gut begonnen hatte der 28-Jährige gegen Roberto Bautista Agut (Spanien), aktuell immerhin die Nummer 16 der Welt. Bis zum 4:4 war die Partie völlig offen, im neunten Spiel hatte Struff dann sogar vier Breakbälle – und nutzte sie nicht. Im Gegenteil, beim 4:5 verlor der Deutsche seinen Aufschlag und gab danach noch weitere fünf Spiele in Serie ab. Die Entscheidung, nach nur 71 Minuten war das Eröffnungseinzel auf dem Center Court schon wieder Geschichte. „Dabei habe ich hier schon schlechter gespielt. Im ersten Satz war es ein echt gutes Match von mir. Bitter war das frühe Break im zweiten Satz mit zwei Doppelfehlern. Das kam zu früh“, erklärte Struff, der 2019 einen neuen Anlauf in Richtung zweite Runde nehmen will.

Federer gut gelaunt

Bestens gelaunt kam Roger Federer am Montag in Halle an. Der Sieg in Stuttgart – es war der 98. seiner einzigartigen Karriere auf der Tour – und die Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste waren neben dem 1:1 seiner Schweizer gegen Brasilien Spaßmacher. „Das war eine gute Leistung“, lobte Federer die Fußballer. Er selber steigt am Dienstag gegen den Slowenen Aljaz Bedene ins Geschehen ein und freut sich „auf die Turnierwoche“.

...

Wie es sich anfühlt, frühzeitig auszuscheiden, kennt Maximilian Marterer nur zu gut. Lange wartete der Nürnberger auf seinen Durchbruch auf der Tour, nach einer Niederlagenserie entschied er sich 2017 nach den US Open für die Rückkehr auf die Challenger-Ebene. Ein guter Entschluss. Drei Turniere (Banja Luka, Monterey, Eckental) gewann Marterer in der Folge und rutschte damit erstmals in seiner Karriere unter die Top 100. „Manchmal muss man einen Schritt zurückmachen, um voranzukommen“, hatte Marterer gesagt.

Ja, der 25-Jährige kam vorwärts – und zwar mächtig. Runde drei bei den Australian Open, Viertelfinale in Sofia, Vorschlussrunde in München und zur vorläufigen Krönung das Achtelfinale in Paris, wo er dem Sandplatz-König Rafael Nadal einen aufopferungsvollen Kampf geliefert hatte. All diese Ergebnisse brachten reichlich Punkte und eine Klettertour auf Rang 49.

Doch der Aufschwung erfuhr in Halle einen Dämpfer. Wie im Vorjahr, als er dem Österreicher Dominic Thiem unterlag, war auch 2018 das erste gleich das letzte Spiel. Mit 4:6, 7:5, 3:6 verlor er gegen den Japaner Yuichi Sugita und wartet damit wie Struff auf sein erstes Erfolgserlebnis im Hauptfeld von Halle. „Im dritten Satz hat er seine Chancen genutzt, obwohl ich nach dem Rebreak zum 3:3 obenauf war“, sagte Marterer, der nach den anstrengenden Wochen mit vielen Matches nun vor Wimbledon ein „paar Tage zum Luftholen“ einlegt.

Danach wird er mit dem Wissen nach London reisen, dass er auf dem grünen Untergrund noch Potenzial nach oben hat. „Die Prozentquote beim Aufschlag“ oder auch „das Netzspiel“ sind Dinge, die der 1,85 Meter große Linkshänder angehen wird. „Aber ich fahre gut vorbereitet nach Wimbledon, fühle mich auf Rasen nicht unwohl. Auch wenn ich mich schwer tue, den Belag zu wechseln. Zumal ich auf Sand so gut unterwegs war“, so Marterer.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5832487?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F3814580%2F
Rennradfahrer von Auto erfasst
Tödlicher Unfall: Rennradfahrer von Auto erfasst
Nachrichten-Ticker