Sa., 26.11.2016

Fußball - 3. Liga: VfL Osnabrück - SF Lotte Stimmen zum Spiel: „Es war einfach nicht unser Tag“

Kopfballduell zwischen Lottes Tim Gorschlüter und Osnabrücks Jules Reimerink, Links Kwasi Okyere Wriedt und Lottes Innenverteidiger Tim Wendel.

Kopfballduell zwischen Lottes Tim Gorschlüter und Osnabrücks Jules Reimerink, Links Kwasi Okyere Wriedt und Lottes Innenverteidiger Tim Wendel. Foto: Mrugalla

Osnabrück / Lotte - 

Jubel auf der einen, bittere Enttäuschung auf der anderen Seite. Die Stimmen zum Nachbarschaftsduell, das der VfL Osnabrück mit 3:0 gegen die Sportfreunde Lotte gewonnen hat.

Von Alfred Stegemann

Ismail Atalan (Trainer SF Lotte): „Über 90 Minuten gesehen, war das ein verdienter Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir nach vorne hin noch richtig gut gespielt, da hat uns nur das nötige Glück gefehlt. In der zweiten Halbzeit muss ich fast noch bei meiner Mannschaft entschuldigen, dass ich nicht die richtigen Worte und Maßnahmen in der Pause gefunden habe. Deswegen geht die zweite Halbzeit auf meine Kappe. Nach dem 3:0 war das Spiel gelaufen. Wir können froh sein, dass Osnabrück nicht solche Stürmer hat, die torgeil sind, sonst hätten sie vielleicht noch zwei oder drei Treffer gemacht.“

Joe Enochs (Trainer des VfL Osnabrück): „Ich habe eine erste Halbzeit gesehen, in der beide Mannschaften alles getan haben, um Tore zu schießen. Der Gegner war komplett auf uns eingestellt. Die 2:0-Pausenführung war schon ein bisschen glücklich. Das 3:0 fiel genau in dem richtigen Moment. Danach haben wir kaum mehr Torchancen zugelassen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, weil wir gegen ein Lotter Team gespielt haben, das eine Superrolle in dieser Liga spielt und zurecht oben steht.“

André Dej, Mittelfeldspieler der Sportfreunde: „Wir haben in der ersten Halbzeit doch gar nicht so schlecht gespielt. Bis zum 0:1 war es richtig gut von uns. Auch nach dem Rückstand haben wir noch fünf Minuten gut weitergespielt. Unsere Normalform haben wir aber nicht mehr erreicht. Wir haben alle 50:50-Bälle verloren, die falschen Entscheidungen getroffen. Nach dem 0:3 fehlte jedes Aufbäumen.“

Nico Neidhart, Linksverteidiger der Sportfreunde: „Es ist brutal. Wir sind mindestens ebenbürtig und verlieren hier 0:3. Das ist eine riesige Enttäuschung. Bei meinem Eigentor legt Savran den Ball an Fernandez vorbei. Ich versuche ihn zu retten, treffe den Ball aber nicht voll. Er wäre aber auch so ins Tor gegangen. Hinter mir war ja noch Jörg Heider.“

Gerrit Nauber, Lotte-Kapitän: „Wir hatten heute ungewohnt viele Abspielfehler – schon in der ersten Halbzeit. Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren und sind ebenso schwer in die zweiten Bälle gekommen. Als der VfL mit dem 1:0 Sicherheit gewann, wurde es schwer für uns. Nach dem 0:2 zur Pause sind wir mit Schwung zurückgekommen. Es war dann zunächst wieder ein offenes Spiel. Doch dann bekommen wir das 0:3, das war der Genickbruch für uns war. Danach konnten wir sogar 0:4 und 0:5 verlieren. Wenn nach vorne nichts mehr geht, müssen wir dennoch als Mannschaft geschlossen bleiben und vernünftig verteidigen. Darüber wird zu reden sein. Ich bin stocksauer.“

Alexander Langlitz, Lotter Rechtsverteidiger: „In der ersten Halbzeit waren wir richtig gut drauf, waren mindestens ebenbürtig, doch bekommen bei drei VfL-Chancen zwei Gegentore – was die Effektivität des VfL an diesem Nachmittag zeigt. Wir haben danach alles versucht, doch uns hat dabei der Glaube gefehlt.“

Can Özalp, Betreuer der Sportfreunde, der neben der Osnatel-Arena in Osnabrück wohnt: „Das ist bitter, das tut weh. Diese Niederlage ärgert mich richtig, aber es war heute nicht unser Tag.“

Christian Groß, Mitelfeldspieler des VfL: „Das war ein unheimlicher Kampf. Genau das hatten wir erwartet. Wir hatten uns vorgenommen, immer einen Schritt schneller und ein bisschen ekliger zu sein. Das hat gut funktioniert.“

Halil Savran (Doppeltorschütze: „Ich muss mir sehr auf die Zunge beißen, was ich jetzt sage. Aber nach den Sticheleien und Provokationen aus Lotte unter der Woche bin ich nun sehr froh, dass wir die richtige Antwort auf dem Platz gegeben haben. Das 2:0 war zur Halbzeit noch ein unangenehmes Ergebnis. Da war der Deckel noch nicht drauf. Umso froher bin ich, dass wir das 3:0 gemacht haben. Damit war das Spiel entschieden. Denn Lotte spielt nicht umsonst eine gute Rolle in der Liga. Es war klar, dass sie auch nach dem 0:2 dagegen halten würden. Letztlich haben wir heute zum richtigen Zeitpunkt eiskalt zugeschlagen. Dass das Ergebnis zu hoch ist, kann man so sehen. Aber nach dem 3:0 haben wir Lotte vollends unser Spiel aufgedrückt. Zur Stimmung: Das ist das, wofür wir Fußball spielen. Es war großartig. Und ich würde mir wünschen, dass wir immer fünfstellige Zuschauerzahlen haben. Denn die Mannschaft hat sich das durchaus verdient. Für mich war es überragend. Und ich möchte mich bei allen bedanken, dass ich nach meiner Verletzung so schnell wieder spielen konnte. Ich habe mich sehr über das Vertrauen gefreut und wollte möglichst viel zurückgeben.“

Bastian Schulz, Mittelfeldspieler des VfL: „Es war zu Beginn sehr schwierig für uns. Wir mussten viel investieren. Nach der Führung haben wir es dann gut heruntergespielt. Aber man hat auch heute gesehen: Wir müssen für jeden Sieg immer an unsere Grenzen gehen, das Maximum rausholen. Das haben wir heute getan. Diesen Sieg werden wir genießen. Wir tun trotzdem gut daran, weiter auf dem Teppich zu bleiben.“

Kwasi Okyere Wriedt, 1:0-Torschütze: „Dieser Derbysieg schmeckt sehr gut. Wenn man hier vor ausverkauftem Haus spielt und dann 3:0 gewinnt, ist das ein schönes Gefühl. Beim ersten Tor wurde ich gut von Jules bedient. Beim zweiten Tor hatte ich sehr viel Zeit. Halil stand am ersten Pfosten, ich habe ihn angespielt, und er macht ihn mit der Hacke richtig gut rein. Ich hatte in der zweiten Halbzeit noch eine große Chance, die ich leider nicht reingemacht habe. Das ist schade, aber wenn man 3:0 führt, kann man das einigermaßen verkraften.“

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