Fußball: 3. Liga - Interview
SF Lottes Trainerteam: „Zufrieden ja, aber es gibt Luft nach oben“

Lotte -

Seit 100 Tagen im Amt sind mittlerweile Andreas Golombek als Cheftrainer der Sportfreunde Lotte und Joseph „Joe“ Laumann als sein Co. Für Laumann ist es bereits die zweite Amtszeit am Autobahnkreuz. Mit dem 34-Jährigen hat sich Sportredakteur Alfred Stegemann unterhalten.

Mittwoch, 14.02.2018, 17:02 Uhr

Zufrieden mit dem Abschneiden nach 100-tägiger Arbeit in Lotte: Co-Trainer Jo Laumann.
Zufrieden mit dem Abschneiden nach 100-tägiger Arbeit in Lotte: Co-Trainer Jo Laumann. Foto: Mrugalla

Seit 100 Tagen im Amt sind mittlerweile Andreas Golombek als Cheftrainer der Sportfreunde Lotte und Joseph „Joe“ Laumann als sein Co. Für Laumann ist es bereits die zweite Amtszeit am Autobahnkreuz. Mit dem 34-Jährigen hat sich Sportredakteur Alfred Stegemann unterhalten. Laumann zieht eine insgesamt positive Bilanz und wünscht sich am Sonntag im Nachbarschaftsduell gegen den VfL Osnabrück einen Sieg.

Herr Laumann, Sie und Andreas Golombek bilden seit 100 Tagen das Trainerteam der Sportfreunde Lotte. Wie ist Ihre Bilanz?

Joe Laumann: Sehr positiv. Bei unserem Einstieg betrug der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz nur einen Punkt. Den Abstand haben wir deutlich vergrößert. Er ist noch nicht komfortabel, aber darauf lässt sich aufbauen.

Konnten Sie alles umsetzen, was Sie sich bei Ihrem Amtsantritt vorgenommen hatten?

Laumann: Wir hatten bei unserem Einstieg natürlich eine Spielidee, nämlich dahin zurückzukehren, was uns in der vergangenen Saison so stark gemacht hat, das Offensivpressing. Das hat die Mannschaft noch nicht komplett verinnerlicht, aber wir sind auf einem guten Weg.

Was ist noch möglich?

Laumann: Die vielen Trainerwechsel sind natürlich nicht spurlos an der Mannschaft vorübergegangen. Das ist ja auch logisch. Spielerisch läuft es schon ganz gut. Von der Partie gegen Magdeburg abgesehen, konnten wir mit jedem Gegner mithalten. Die Jungs haben Potenzial. Aber es gibt noch Luft nach oben. Wir schauen in der Tabelle nicht nach oben, sondern wollen den Vorsprung nach unten verteidigen oder vergrößern. Wenn wir uns alle mit der nötigen Einstellung einbringen, sollte es mit dem Ligaerhalt klappen. Aber wir müssen weiter hart arbeiten.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Andreas Golombek?

Laumann: Wir verstehen uns sehr gut, sprechen und diskutieren viel miteinander. Wir arbeiten auf Augenhöhe und tauschen uns aus. Es passt.

Worin unterscheiden sich die Trainer Ismail Atalan und Andreas Golombek?

Laumann: Sie sind schon sehr verschiedene Trainer. Beide haben ihre Idee vom Fußball, sind aber durchaus unterschiedliche Typen. Aber beide versuchen einen starken Bezug zu Spielern und zur Mannschaft zu schaffen.

Können Sie die ersten 100 Tage nach ihrem Einstieg als Trainer in Lotte Anfang 2015 mit den jetzigen nach Ihrem Comeback vergleichen?

Laumann: Das ist schwie-rig. Beim ersten Mal war ich ein echter Neuling. Es war meine erste Trainerstation überhaupt. Alles war neu. Ich musste quasi alles lernen. Auch jetzt lerne ich noch. Da ich aber Mannschaft und Umfeld schon kannte, fiel das Comeback Anfang November ein wenig leichter.

Am Sonntag steht das Derby gegen VfL Osnabrück an. Wie gehen Sie das Spiel an?

Laumann: Wir gehen es an wie jedes andere Spiel auch. Für das Umfeld ist die Bedeutung natürlich eine ganz andere. Wir treffen auf einen Gegner, der ganz andere Ziele verfolgt hat. Auch er kämpft ums Überleben. Ob es ein Derby oder Nachbarschaftsduell ist, spielt keine Rolle. Wir müssen gewinnen, um uns im Abstiegskampf weiter Luft zu verschaffen.

Hätten Sie zu Saisonbeginn gedacht, dass das ein Abstiegsduell werden könnte?

Laumann: Absolut nicht. Uns war bewusst, dass es für Lotte nur um den Klassenerhalt gehen kann. In Osnabrück hatte man sicher ganz andere Erwartungen. Die Mannschaft ist routiniert und eigentlich viel zu stark, um in dieser Tabellenregion zu stehen. Sie haben jetzt einen Schritt nach vorne gemacht und werden ganz sicher die Klasse halten. So eine verkorkste Saison gibt es aber immer wieder mal. Vielleicht geht Osnabrück daraus ja so gestärkt hervor wie der SC Paderborn aus der letzten und greift nächstes Jahr richtig an.

Beide Teams werden hochmotiviert sein. Was erwarten Sie von diesem Spiel?

Laumann: Es begegnen sich zwei Teams auf Augenhöhe. Es wird ein intensives Spiel werden, das hoch und runter gehen wird. Wir wollen uns nicht von den Emotionen beeinflussen lassen und unser Spiel spielen.

Worauf wird es ankommen?

Laumann: Wir müssen schnell reinkommen ins Spiel und dann eine große Portion Leidenschaft mit reinbringen und nicht nervös werden. Wir können das Spiel gewinnen, und dafür werden wir alles tun.

Michael Hohnstedt wäre als Ex-VfLer liebend gerne dabei, hat bisher aber kaum Spielanteile bekommen. Warum läuft es bei ihm noch nicht?

Laumann: Michael Hohnstedt ist ein super positiver Typ, der sehr wichtig ist für die Mannschaft. Er lässt sich nicht hängen, kniet sich richtig rein und gibt immer Vollgas. Auf der Außenverteidigerposition sind wir derzeit sehr gut besetzt. Das macht es schwierig für ihn. Aber er wird uns noch hilfreich sein.

Wie geht es am Sonntag aus?

Laumann: Naja, ich hoffe auf einen Sieg für uns.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5524416?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57547%2F
Bürgerinitiative will alternativen JVA-Standort
Unterstützer der Bürgerinitiative  vor einer Baumallee, die für die neue JVA in Wolbeck gefällt werden müsste.
Nachrichten-Ticker