Fußball: Torwarttrainer bei Borussia Dortmund
Thomas Schlieck hat das runde Leder immer im Blick

Lengerich/Ladbergen -

An den Tannenhof-Sportplatz in Ladbergen kann er sich noch gut erinnern. Seine ersten Erfahrungen mit dem Fußball machte er hier. seit Sommer 2015 arbeitet der Thomas Schlieck als Leiter der BVB-Torwartausbildung und in der Torwarttrainerausbildung für den DFB.

Donnerstag, 15.02.2018, 17:02 Uhr

Seit Sommer 2015 leitet Thomas Schlieck die Torwartausbildung beim ehemaligen Champions-League-Sieger Borussia Dortmund. Nebenbei hält er auch Vorträge beim DFB.
Seit Sommer 2015 leitet Thomas Schlieck die Torwartausbildung beim ehemaligen Champions-League-Sieger Borussia Dortmund. Nebenbei hält er auch Vorträge beim DFB. Foto: Schlieck

An den Tannenhof-Sportplatz in Ladbergen kann er sich noch gut erinnern. Seine ersten Erfahrungen mit dem Fußball machte er hier. Damals noch in den blau-weißen Vereinsfarben des VfL. Heute trägt der 48-jährige Thomas Schlieck Schwarz und Gelb. Der langjährige Ladberger und Fußballspieler von Preußen Lengerich, SC Greven 09 und den Sportfreunde Lotte arbeitet seit Sommer 2015 als Leiter der BVB-Torwartausbildung und gleichzeitig in der Torwarttrainerausbildung für den DFB .

Geboren wurde Thomas Schlieck 1969 in Greven, wuchs in Ladbergen auf und trat mit neun Jahren der E-Jugend des VfL bei. Schon damals – und das blieb so – war er Torhüter. Später wechselte er zur A-Jugend des SC Greven 09, war später im Senioren-Bereich aktiv: „Greven war eine Nummer größer, das Training anspruchsvoller und gut organisiert. Eine angenehme Zeit.“

Auch die Preußen aus Lengerich, damals Verbandsligist, bleiben ihm in guter Erinnerung. Der Wechsel zu den Sportfreunden ans Autobahnkreuz vollzog sich, kurz nachdem der Lotteraner Dorfverein das Stadion an der A1 gebaut hatte. Dorthin verirrt er sich auch heute noch: „Für meine Torwartbeobachtungen sind die ersten vier Ligen wichtig. Lotte als Drittligist liegt wegen der Nähe sehr günstig.“

Fußball, das „Geschäft mit dem großen Business“, sei ein „Netzwerk-Geschäft.“ Erfahrung sammelte er auf Lehrgängen etwa beim Niederländer Frans Hoek (FC Barcelona, Ajax Amsterdam, FC Bayern München): „Dort habe ich Basics für strukturiertes Arbeiten gelernt. Das ist noch heute wichtig. Aber: Man muss seinen eigenen Weg finden.“ Dieser führte ihn zu Arminia Bielefeld. Erst neben-, später hauptberuflich. Schlieck erlebte in seiner Zeit bis 2011 noch zwei Bundesligaaufstiege, sagt: „Bielefeld habe ich in mein Herz geschlossen. Sie haben mir den Weg in den Profibereich geebnet.“

Es folgte der Wechsel zum FC Schalke 04. Damals mit Stars wie Raúl und Trainer Ralf Rangnick. Zu diesem baute Schlieck eine besondere Bindung auf, folgte ihm nach dessen Burn-Out zu Leipzig und damit in die Regionalliga.

Die Anfrage aus Dortmund sei 2015 dann genau richtig gekommen: Der BVB ist nur 60 Kilometer von Oelde und seiner Familie entfernt. Schlieck: „Es war die in diesem Geschäft nicht so oft gegebene Chance, wieder heimatnah zu arbeiten.“ Es sei auch wichtig, „Fan-Emotionalitäten und professionelles Arbeiten zu trennen.“ So könne er heute mit gutem Gewissen als Ex-Schalker bei den Borussen arbeiten.

Und Torhüterbeobachtungen? Die sehen so aus: „Die Voraussetzung ist, dass wir möglichst in jedem Jahrgang die Top-Torhüter kennen. Am besten schon mal mit ihnen trainiert haben. Dann gibt es ein klares Raster, bei dem drei Kriterien beachtet werden: Die Tor- und Raumverteidigung sowie das eigene Offensivspiel: Was macht er mit dem Ball?“ Nach diversen Spielbeobachtungen würden dann die Fakten ausgewertet, um zu einem Urteil zu kommen.

Und so tourt Schlieck durch die halbe Welt, hält Vorträge für den DFB auf weltweiten Kongressen und weiß, was junge Keeper brauchen. Für ihn und den BVB, bei dem der gebürtige Grevener von der U9 bis U23 alles im Blick hat, sei es wichtig: „Wie verhält sich ein Spieler im Mannschaftgefüge. Und vor allem: Wie geht er mit Fehlern um? Denn Fehler machen wir ja schließlich alle.“

Zurzeit verhandelt er über einen neuen Vertrag, sein jetziger läuft im Sommer aus.

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