Fußball: 3. Liga
Saisontiefpunkt für den VfL Osnabrück nach 0:5-Klatsche gegen SC Paderborn

Osnabrück -

Die Zuschauer starteten ein gellendes Pfeifkonzert, Trainer Daniel Thioune sprach vom Saisontiefpunkt. Mit 0:5 musste sich der VfL Osnabrück am Samstag gegen Spitzenreiter SC Paderborn geschlagen geben und ließ im zweiten Durchgang so ziemlich alles vermissen.

Samstag, 14.04.2018, 00:04 Uhr

Ein aussagekräftiges Bild: Ein enttäuschter VfL-Keeper Marius Gersbeck hinter deiner Jubeltraube des SC Paderborn nach der 0:5-Heimklatsche gegen den Spitzenreiter.
Ein aussagekräftiges Bild: Ein enttäuschter VfL-Keeper Marius Gersbeck hinter deiner Jubeltraube des SC Paderborn nach der 0:5-Heimklatsche gegen den Spitzenreiter. Foto: Mrugalla

Gut, dass dem Chemnitzer FC nach dessen Insolvenzantrag aller Voraussicht nach neun Punkte abgezogen werden, und dadurch der Klassenerhalt für den VfL Osnabrück so gut wie feststeht. Ansonsten müsste einem angst und bange werden. Mit 0:5 (0:1) mussten sich die Lila-Weißen am Samstag vor eigenem Publikum geschlagen geben und kassierten damit die höchste Saisonniederlage. Die Gäste fahren im achten Auswärtsspiel in Folge neben zwei Unentschieden den sechsten Sieg ein und befinden sich eindeutig auf Aufstiegskurs. Der VfL dagegen präsentierte sich eher wie ein Häufchen Elend. Nach einer akzeptablen ersten Halbzeit brachten die Hausherren dem Spitzenreiter überhaupt keine Gegenwehr mehr entgegen und mussten froh sein, dass es am Ende „nur“ 0:5 stand.

Klar, dass die Spieler mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabinen verabschiedet wurden. Das galt aber nicht nur den Akteuren, sondern auch Geschäftsführer Jürgen Wehlend, den viele Ultras für die aktuelle Situation verantwortlich machen. Zu allem Überfluss sah Konstantin Engel nach wiederholtem Foulspiel auch noch die gelb-rote Karte. Allzu schlimme Folge hat die Schlappe zwar nicht, da Abstiegskonkurrent Werder Bremen II in Großaspach nicht über ein 2:2 kam, der maßlos enttäuschende Auftritt der Lila-Weißen brachte Trainer Daniel Thioune allerdings richtig auf die Palme.

Der fand klare Worte: „Das ist der Saisontiefpunkt und hatte mit Profifußball nichts zu tun. Wir müssen uns bei den Zuschauern entschuldigen.“ Dabei hatte ihn seine Mannschaft im ersten Durchgang noch überzeugt, habe sich sogar in jeden Zweikampf richtig reingehängt. „Was dann passiert ist, weiß ich nicht“, fuhr Thioune fort. „In der zweiten Halbzeit haben wir defensiv und offensiv alles vermissen lassen.“ Dann fasste er auch noch ein vernichtendes Urteil: „ Jeder hier hat den Anspruch Profifußball zu spielen. Aber heute haben wir alles vermissen lassen.“ Das schreit nach einer klaren Kaderkorrektur im Sommer.

Zwar hatten die Hausherren zu Beginn einige Probleme und ließen gute Paderborner Chancen zu, nach etwa 20 Minuten hatten sie sich aber gefangen und dominierten die Partie. Just in dieser Drangphase nutzte Robin Krauße einen Osnabrücker Abwehrfehler, als Keeper Marius Gersbeck mit einem riskanten Abstoß Kamer Krasniqi in Brdrängnis brachte. Der SCP-Mittelfeldspieler nahm das Geschenk an und schloss nach 34 Minuten zum 0:1 ab. Ein mehr als ärgerlicher Rückstand, zumal der VfL gerade richtig drin war in der Partie.

Nach dem Seitenwechsel prasselte das Unglück dann über den VfL herein. War bis zum 0:2 durch Chistopher Antwi-Adjej in der 54. Minute das Bemühen der Hausherren deutlich zu erkennen, gegen den Spitzenreiter noch etwas zu reißen, brachen sie nach dem zweiten Gegentreffer völlig ein. Für die Gäste war es fortan ein Spaziergang. Beim 0:3 (61.) wurde Antwi-Adjej im Osnabrücker Strafraum völlig frei stehen gelassen. Phillip Tietz (75.) und der eingewechselte Massih Wassey mit einem herrlichen Freistoß (85.) schraubten das Ergebnis auf 5:0. Die Torjäger Sven Michel und Ben Zolinski ließen weitere gute Chancen noch aus. Das alles hat Konstantin Engel nicht mehr mitbekommen, der in der 72. Minute wegen wiederholtem Foulspiel die Ampelkarte gesehen hatte.

Während die Osnabrücker Fans maßlos enttäuscht waren und ein gellendes Pfeifkonzert starteten, freute sich SCP-Trainer Steffen Baumgart: „Es war ein sehr gutes Spiel von uns. In der ersten Halbzeit hat Osnabrück gut mitgehalten, obwohl wir auch da schon unsere Chancen hatten. Im zweiten Durchgang waren wir dann klar tonangebend. Der Sieg geht auch in der Höher in Ordnung.“

VfL Osnabrück: Gersbeck - Appiah, Susac, Sama, Engel - Groß, Krasniqi (68. Bickel) - Renneke, Danneberg (68. Wachs), Iyoha - Álvarez (74. Kristo).

SC Paderborn : Zingerle - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Collins - Krauße (76. Wassey) - Klement, Ritter (85. Zolinksi), Antwi-Adjej - P. Tietz (80. Bärtels), Michel.

Tore: 0:1 Krauße (34.), 0:2,0:3 Antwi-Adjej (52., 61.), 0:4 Tietz (75.), 0:5 Wassey (85.). - Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart). - Gelbe Karten: Alvarez, Groß - Krauße. Gelb-Rot : Engel (72., wiederholtes Foulspiel). - Zuschauer: 8490.

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