Fußball: Heimische Sportler über WM in Russland
Ulrich Winckler: „Kann mich nicht mit Putin-Propaganda-Show anfreunden“

Telgte/Ostbevern/Westbevern -

Am heutigen Donnerstag steigt in Moskau das Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2018. Die Westfälischen Nachrichten wollten wissen, wie groß die Vorfreude unter heimischen Sportlern ist und welche Chancen sie dem deutschen Team einräumen. Dabei kamen auch Nicht-Fußballer zu Wort.

Donnerstag, 14.06.2018, 08:00 Uhr

Der SG-Chef Ulrich Winckler freut sich nicht auf die „Putin-Propaganda-Show“.
Der SG-Chef Ulrich Winckler freut sich nicht auf die „Putin-Propaganda-Show“. Foto: Aumüller

Am heutigen Donnerstag steigt das Eröffnungsspiel der Fußball-WM in Russland. Die Westfälischen Nachrichten wollten wissen, wie groß die Vorfreude unter den heimischen Sportlern ist und welche Chancen sie dem deutschen Team einräumen. Dabei kamen auch Nicht-Fußballer zu Wort.

„So langsam freut man sich drauf“, sagt Heinrich Bergmann. „Ich werde mir fast alle Abendspiele anschauen und dazu nachmittags so viele Matches wie es die Zeit eines Rentners zulässt – vorwiegend im Freundeskreis mit sechs Leuten, wobei auch gegrillt wird.“ Brasilien ist für ihn der große Favorit auf den WM-Titel. „Die haben schon richtig gut gegen uns gespielt und Neymar kann den Unterschied ausmachen“, so der erfahrene Fußballobmann des SV Ems Westbevern.

„Ich hoffe, Deutschland kommt wieder ins Halbfinale. Mit der Zusammensetzung des Kaders hat Jogi Löw ja immer ein glückliches Händchen gehabt, aber für die Ruhe im Team wäre es vielleicht besser gewesen, Ilkay Gündogan und Mesut Özil zu Hause zu lassen. Ich befürchte, das Problem wird sich durch die WM ziehen.“

Etwas anders empfindet es Ulrich Winckler. „Meine Vorfreude ist ziemlich getrübt, das habe ich so noch nie gehabt. Das hängt nicht nur mit Özil und Gündogan zusammen, sondern es ist alles sehr kommerzialisiert und auch das Ausrichterland Russland ist für mich problematisch. Mit einer Putin-Propaganda-Show kann ich mich so gar nicht anfreunden“, erläutert der Vorsitzende der SG Telgte. „Frankreich hat ein sehr stabiles Team und große Chancen auf den Titel. Toll fände ich es, wenn Belgien ins Finale käme. Für Deutschland bin ich nicht so optimistisch. Wenn wir ins Viertelfinale kommen, können wir zufrieden sein – den Titel verteidigen werden wir auf keinen Fall.“

Völlig vorbeigehen könnte das Event unter Umständen an Andrea Korte. „Ich habe mich meist nur aus Gruppenzwang beim Rudelgucken dazugesetzt und Spiele angeschaut. Da meine Kinder auch nicht interessiert sind, kann es passieren, dass ich kein Spiel sehen werde“, sagt die Pferdesportlerin aus Telgte. „Ich sag‘ mal, Deutschland kommt ins Halbfinale. Ich habe keine Ahnung, wer die Weltmeisterschaft gewinnt. Ich weiß nicht einmal, wer sich qualifiziert hat.“

Tennistrainer Frank Müller mag sich da schon eher festlegen: „Frankreich könnte es schaffen. Die jungen Wilden sind technisch beschlagen, zudem gepaart mit Erfahrung. Seitdem ich bei ein paar Tipprunden mitgemacht habe, ist die Vorfreude inzwischen groß. Spanien gegen Portugal wird der erste Kracher werden. Ich würde gerne einmal in der Hafenarena in Münster Spiele sehen, schaue sie am Wochenende aber vorwiegend mit meinen Kindern und Freunden an. Ich denke, Deutschland wird das Halbfinale erreichen. Dann ist diesmal die Reise zu Ende.“

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