So., 19.03.2017

Volleyball: Bundesliga USC nahe an der Sensation

Attacke: Sina Fuchs bei einer Angriffsaktion.

Attacke: Sina Fuchs bei einer Angriffsaktion. Foto: Tom Bloch

Stuttgart - 

Das war dem USC Münster kaum zugetraut worden. Tatsächlich kratzte er am Sonntag im ersten Playoff-Viertelfinale an der Sensation. Beim unglücklichen 2:3 in Stuttgart machte er einen 0:2-Rückstand wett.

Von Henner Henning

Am Ende war es wie fast immer in der Scharrena. Der Allianz MTV Stuttgart jubelte mit seinen Fans, der USC Münster stand geschlagen auf der anderen Seite des Netzes. Doch was die Mannschaft von Trainer Andreas Vollmer am Sonntag im ersten Playoff-Viertelfinale geleistet hat, war aller Ehren wert. Nach zwei klar verlorenen Sätzen zeigte der USC ein riesengroßes Kämpferherz und zwang den Pokalsieger beim 2:3 (13:25, 15:25, 25:22, 25:20, 13:15) zu einem Kraftakt. „Ich bin trotz der Niederlage stolz auf meine Mannschaft. Wir haben alles reingeworfen und eine tolle Partie gemacht, auch wenn es nicht ganz gereicht hat“, sagte Münsters Coach Andreas Vollmer.

Nach so einem Volleyball-Krimi hatte es zunächst nicht ausgesehen. Zwar erlebten 1600 Zuschauer einen munteren Auftakt mit vielen langen Ballwechseln und einem gut eingestellten USC, der nach einem Ass von Hanna Orthmann sogar mit 7:6 führte. Aber wie schon vor drei Wochen im Hauptrunden-Duell erwischte einmal mehr eine böse Serie den USC, der von jetzt auf gleich in arge Probleme geriet. Stuttgarts Valeri Nichol setzte Münster mit ihren Aufschlägen derart unter Druck, dass bei den Gästen die Fehlerquote stieg – die Annahme wurde wacklig, Kaisa Alanko erlaubte sich im Zuspiel Ungenauigkeiten und der Angriff kam als Folge dessen kaum noch durch. Erst ein Aufschlagfehler von Nichol beendete die Serie, nicht aber den schwäbischen Lauf. Stuttgart war im Fluss und überrollte den USC förmlich, auch der Wechsel im Zuspiel von Alanko zu Britt Bongaerts änderte daran nichts – Michaela Mlejnkova mit ihrem fünften Punkt setzte den Schlusspunkt unter den nach kurzweiligem Beginn einseitigen Auftaktsatz.

Vergebliche Gegenwehr

Und nach dem Seitenwechsel nahm das Unheil zunächst weiter seinen Lauf. Der MTV spielte seine Klasse aus und dachte nicht im Ansatz daran, dem USC den kleinen Finger zu reichen – zügig zeigte die Anzeigetafel in der Scharrena das 7:2 für den Pokalsieger an. Münster wehrte sich zwar nach Kräften, aber weitestgehend vergebens. Bis auf 10:13 kam die Vollmer-Truppe noch einmal heran, ehe der Favorit scheinbar locker und leicht auf 20:12 wieder davon zog. Die frühere Münsteranerin Julia Schaefer besorgte Stuttgart den ersten Satzball, den der USC nach einem Missverständnis zwischen Bongaerts und Jennifer Keddy gleich einmal selber verwandelte.

Viel Emotion und Kampf

Den gut 20 mitgereisten USC-Fans schwante Böses, doch ihr Gefühl trog. Denn Münster ergab sich keineswegs und schmiss viel Emotion und Kampf in die Waagschale – und belohnte sich. Nun mit Leonie Schwertmann und wieder mit Alanko auf dem Feld steigerte sich der Gast und glaubte unverdrossen an sich. Jetzt wurde es ein Volleyball-Spiel, jetzt war es ein Duell zweier ebenbürtiger Kontrahenten – dank des USC, der nach Punkten von Anisova und Bathen plötzlich vier Satzbälle hatte. Den zweiten nutzte Sina Fuchs, und es stellte sich die Frage: Geht da noch was für Münster? Ja, da ging tatsächlich noch etwas. Denn Stuttgart wirkte angezählt, machte nun auch mehr Fehler – und das nutzten die Westfalen, die sich eine Drei-Zähler-Führung (7:4) erspielten und diese verbissen verteidigten. Jennifer Keddy drehte in der Mitte auf, auch Alanko war auf der Höhe und punktete zudem in entscheidender Phase doppelt (zum 17:12). Und als Keddy den Punkt zum 25:20 machte, wartete der Tiebreak. Das war noch 45 Minuten vorher kaum denkbar gewesen.

Es wurde dramatisch, es wurde ein Psychospielchen. Die Führungen wechselten munter, erst war Stuttgart vorne (8:6), dann wieder Münster – beim 12:11 aber letztmals. Denn pünktlich zum Showdown war die MTV-Klasse wieder da, Deborah van Daelen mit zwei wichtigen Punkten brachte die Schwaben auf die Siegerstraße – und bescherte damit dem USC das in Stuttgart übliche Bild.

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