Di., 07.03.2017

Volleyball: 1. Damen-Bundesliga Pre-Playoffs beginnen für den USC zu Hause gegen Suhl

Hanna Orthmann (l.) ist weiterhin als Vertretung für Diagonalangreiferin Erica Wilson vorgesehen. Gegen Suhl ist auch die Power des USC-Talents gefragt.

Hanna Orthmann (l.) ist weiterhin als Vertretung für Diagonalangreiferin Erica Wilson vorgesehen. Gegen Suhl ist auch die Power des USC-Talents gefragt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Pre-Playoffs können beginnen. Der USC Münster erwartet zum ersten von maximal drei Spielen den VfB Suhl und ist dabei klarer Favorit. Allerdings fehlt Hauptangreiferin Erica Wilson weiterhin – Hanna Orthmann ist umso mehr gefordert.

Von Wilfried Sprenger

Rechtzeitig vor Beginn der K.o-Runden haben die Volleyballerinnen des USC Münster zurückgeschlagen und das Tief, das sie einige Wochen ziemlich im Regen stehen ließ, verdrängt. Nach dem Überraschungscoup (3:1) beim Dresdner SC öffnete sich die dunkle Wolkendecke. „Dieses Spiel sollte allen ein gutes Gefühl geben“, sagt Trainer Andreas Vollmer. In den Pre-Playoffs stellt sich den Unabhängigen nun der VfB Suhl in den Weg. Im ersten Vergleich der Best-of-three-Serie haben sie am Mittwochabend (19.30 Uhr, Sporthalle Berg Fidel) das Heimrecht.

Suhl, Zehnter nach der Hauptrunde, hat mit dem Liga-Erhalt das Klassenziel erreicht. Der USC ist da noch nicht angelangt, der Einzug ins Viertelfinale gehört zur saisonalen Pflicht. Am Mittwoch will die Mannschaft vorlegen, im besten Falle könnten die Pre-Playoffs dann schon am Samstag nach dem Rückspiel erledigt sein. Die zurückliegenden Vergleiche gewann Münster 3:1 und 3:0. Auch die Erinnerungen daran sollten Münster nicht zweifeln lassen. Vollmer strahlt Zuversicht aus. „Wir wissen, was zu tun ist“, sagt der Coach.

Seit drei Begegnungen muss der USC ohne Erica Wilson auskommen. Die US-Amerikanerin zählte bis zu ihrer Verletzung (Fingerbruch) zu den erfolgreichsten Angreiferinnen der Liga. „Im Schnitt hat sie uns pro Spiel 15 Punkte eingefahren“, weiß Vollmer. Tatsächlich war die 25-Jährige mitunter „die letzte Ausfahrt“. Anscheinend bekommt der USC die erforderlichen Umstellungen und Umverteilungen nach und nach besser in den Griff. Auffällig ist, wie sehr Jennifer Keddy plötzlich aufblüht. Die zweite Amerikanerin im Kader spielte vor der Weihnachtspause kaum eine Rolle, nun hat die Mittelblockerin sogar die Spielführerin Leonie Schwertmann verdrängt. In Dresden bestach Keddy mit 18 Punkten und einer 74-Prozent-Quote im Angriff. Vollmer kennt die Erklärung für den fulminanten Formanstieg. „Jenny war im alten Jahr mehrmals krank oder verletzt. Seit Mitte Januar ist sie gesund und endlich in einem Rhythmus. Das zahlt sich jetzt auch sportlich aus. Und ein guter Typ mit einer positiven Ausstrahlung ist sie ja sowieso.“

Münster, das versichert der Trainer, ist bereit für das Pre-Playoff. „Unsere Zuschauer werden eine kampfstarke Mannschaft erleben, die auch in schwierigen Wochen beharrlich weitergearbeitet hat“, erklärt Vollmer. In Dresden führte dieser Charakterzug dann auch mal wieder zum Erfolg. Jetzt gilt, die Tür zum Viertelfinale zu öffnen. Allianz MTV Stuttgart wartet bereits.

Kurz-Interview mit Suhls Trainer Han Abbing

2008 ist Han Abbing mit den Volleyballerinnen des VfB Suhl einst Deutscher Pokalsieger geworden. Danach trainierte der Niederländer deutsche Nachwuchsteams und den Schweizer Erstligisten Köniz. Im Sommer 2016 kehrte er nach Thüringen zurück. Unser Redaktionsmitglied Wilfried Sprenger sprach mit dem Coach.

 

Ihr Comeback beim VfB Suhl kam für viele durchaus überraschend. Was hat Sie dazu bewogen?

Abbing: Nach der Saison 2015/16 gab es in Suhl ein großes Chaos. Ich bin angerufen und um Unterstützung gebeten worden. Weil ich von meinen Eltern und Großeltern gelernt habe, bereit zu sein, wenn Freunde Hilfe brauchen, habe ich zugesagt. Ich hatte eine schöne Zeit in Suhl, jetzt kann ich etwas zurückgeben.

 

Mit Rang zehn ist der Klassenerhalt geschafft ...

Abbing: Das war das große und einzige Ziel. In unserem kleinen Kader stehen viele junge Spielerinnen und andere, für die der Einstieg in die Bundesliga eine neue Erfahrung war. Alle können stolz darauf sein, es geschafft zu haben.

 

Aber noch ist die Saison nicht beendet. Wie sehen Sie die Chancen in den Pre-Playoffs gegen den USC Münster?

Abbing: Es gibt da nur einen Favoriten, das ist der USC. Münster hat in der Hauptrunde 35 Punkte geholt, wir 15 – diesen Unterschied bügelt man nicht einfach weg. Sollten wir dennoch das Viertelfinale erreichen, wäre es schon eine riesige Überraschung.

 

Machen Sie weiter in Suhl?

Abbing: Ich würde gern, aber da müssen sich die Bedingungen ein bisschen verändern. Zurzeit arbeite ich ohne Co-Trainer und ohne Scout. Das kann man eine Saison lang leisten. Nun geht es aber darum, die Perspektive zu verbessern.

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