Mo., 20.03.2017

Volleyball: Frauen-Bundesliga USC Münster geht selbstbewusst aus der Niederlage

Eine Nummer zu groß: Ines Bathen scheitert mit ihrem Angriff am Stuttgarter Block mit Nia Grant (l.) und Valeri Nichol. Linda Dörendahl ahnt Böses.

Eine Nummer zu groß: Ines Bathen scheitert mit ihrem Angriff am Stuttgarter Block mit Nia Grant (l.) und Valeri Nichol. Linda Dörendahl ahnt Böses. Foto: Tom Bloch

Stuttgart - 

Die Mädels des USC Münster haben sich im Stuttgarter Hexenkessel hervorragend verkauft und bauen jetzt auf das Heimspiel am Mittwoch. Mit einem Sieg im zweiten Playoff-Spiel gegen den MTV würde Münster ein drittes Spiel im Kampf um den Einzug ins Halbfinale erzwingen.

Von Henner Henning

Das erste Spiel im Playoff-Viertelfinale hatte etwas von einem Wiedersehen. Die in Stuttgart sesshafte Tatjana Zautys ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, das Duell ihrer beiden Ex-Vereine Allianz MTV Stuttgart und USC Münster zu verfolgen. Auch Michala Kvapilova, im Vorjahr noch Top-Scorerin beim USC und nun erfolgreich als Beachvolleyballerin unterwegs, nahm die lange Anreise aus Tschechien in Kauf, um ihren Ex-Club die Daumen zu drücken und lebhaft auf der Tribüne mitzufiebern. Am liebsten hätte sich die stets gut gelaunte Diagonalangreiferin das grün-weiße Trikot wieder übergezogen und hätte geholfen. Und dann gab es da noch ein Wiedersehen der sportlichen Art. Julia Schaefer, im Sommer aus Westfalen ins Schwabenland gewechselt, verließ nach den aufreibenden 111 Minuten im Tiebreak als Siegerin das Feld.

Das Comeback ihres früheren Vereins, der in den ersten zwei Sätzen (13:25, 15:25) kaum ein Bein an die Erde gebracht hatte und förmlich überrannt wurde, hatte die 20-Jährige nicht überrascht. „Wir wissen, was Münster kann und haben sie sicher nicht unterschätzt. Beide Mannschaften waren kämpferisch sehr stark, der USC ist gut zurückgekommen“, sagte Schaefer, die um die Schwere der Aufgabe am Mittwoch in Spiel zwei weiß. Der Auftritt der Unabhängigen vor den 1600 Zuschauern fand große Beachtung und Anerkennung, allein der Lohn blieb aus. „Das ist dann schon bitter, wenn man so nahe dran ist, am Ende sind es Kleinigkeiten“, meinte Ines Bathen, die sich wie ihre Teamkolleginnen mächtig steigerte und so den Meisterschaftsfavoriten und Pokalsieger ungemein ins Wanken gebracht hatte.

Dank des unbändigen Willens und einer Moral, die eine Mannschaft nach zwei 0:3-Niederlagen in der Hauptrunde und zwei so klar verlorenen ersten Abschnitten erst einmal beweisen muss. „Wir brauchten unsere Zeit und standen ähnlich unter dem Pantoffel, wie in den ersten beiden Spielen gegen Stuttgart. Aber wir hatten dann wieder diese Beharrlichkeit und einen super Teamgeist. Die Entwicklung der vergangenen Wochen ist sichtbar“, so Trainer Andreas Vollmer.

Seine Wechsel vor dem dritten Durchgang, den wohl die allermeisten als den letzten angesehen hatten, zeigten zudem Wirkung – bei seinen Schützlingen und beim Gegner. Sina Fuchs übernahm für Hanna Orthmann auf der Diagonalen, Leonie Schwertmann kam für die diesmal nicht so wirkungsvolle Juliane Langgemach und auch die Wiedereinwechslung von Kaisa Alanko verlieh dem USC Schwung und Stabilität. Mehr Rhythmus, mehr Druck auf der münsterischen Seite führten zu mehr Fehlern und einer größeren Verunsicherung beim MTV. „Die Wechsel haben gefruchtet. Stuttgart musste ab dann viel mehr arbeiten für die Punkte, vorher hatten wir es ihnen zu leicht gemacht“, so Libera Linda Dörendahl, die in der Annahme mit 63 Prozent eine Bank war.

Gereicht hat es nicht ganz für den USC, der für seinen kämpferischen Auftritt in der Scharrena aber eine Eins mit Sternchen verdient hat – und aus dem er eine Menge Selbstvertrauen ziehen und die Best-of-three-Serie ausgleichen will. „Dann müssen wir genauso herangehen wie in den letzten drei Sätzen.“ Ob es dann zum Sieg reicht, ist offen. Aber zumindest ein ähnlicher Volleyball-Krimi ist dann wahrscheinlich.

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