Galopp: Warendorferin im Blickpunkt
Lilli-Marie Engels hängt alle ab

Warendorf -

Der Shooting-Star des Jahres 2017 kommt aus Warendorf – was die Galoppszene angeht. Doch auch die heimischen Trainer dürfen mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden sein.

Dienstag, 13.02.2018, 16:02 Uhr

Ab durch den Sand: Highly Favoured (vorn mit Jockey Filip Minarik auf der Rennbahn in Neuss) war der Star im Stall des Beelener Ehepaares Elisabeth und Rudi Storp. Nur dreimal bei 15 Starts landete der fünfjährige Wallach nicht auf dem Siegertreppchen, gewann vier der letzten sechs Rennen.
Ab durch den Sand: Highly Favoured (vorn mit Jockey Filip Minarik auf der Rennbahn in Neuss) war der Star im Stall des Beelener Ehepaares Elisabeth und Rudi Storp. Nur dreimal bei 15 Starts landete der fünfjährige Wallach nicht auf dem Siegertreppchen, gewann vier der letzten sechs Rennen. Foto: marcruehl.com

Die Galopper machen zwar nie Pause, doch aktuell wird in Deutschland nur auf den Allwetterbahnen in Neuss und Dortmund veranstaltet. Die Saison 2018 geht mit den ersten Rennen auf Gras erst im April so richtig los.

Im vergangenen Jahr hatte die heimische Turfszene einiges zu bieten: Der Stall des Beeleners Rudi Storp steht kurz vor seinem 5000. Auftritt, Besitzertrainer Ferdinand Leve aus Warendorf fuhr bei 51 Starts sieben Siege ein. Doch der Shooting-Star der Szene war die Warendorferin Lilli-Marie Engels . Sie wurde im vergangenen Jahr mit beeindruckenden 20 Siegen Amateur-Championesse.

Lilli-Marie Engels

Lilli-Marie Engels Foto: Maximilian Koch / marcruehl.com

Die 17-Jährige gilt in Deutschland als großes Jockeytalent, trat am 18. April 2015 in Magdeburg erstmals offiziell an. Rudi Storp engagierte die talentierte Reiterin für Princess Dumont, die damals in einem Ausgleich-IV-Rennen Sechste wurde. Doch nur zwölf Rennen später feierte sie auf Mister Spock in Hannover ihren ersten Sieg. Bis zum heutigen Tag stand Lilli-Marie 29 Mal ganz oben auf dem Podest.

Ehrung in Berlin

Ihren großen Durchbruch erlebte sie im Vorjahr. 156 Mal stieg sie in den Sattel, 20 Rennen gewann sie, 31 Mal landete sie auf Rang zwei oder drei. Den finalen Höhepunkt erlebte die Schülerin dann am zweiten Weihnachtstag auf der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel. Unter Flutlicht erreichte sie auf Dialekt ihren 20. Saisonsieg und wurde im Anschluss in Beisein von Familie und Freunden geehrt. In der Championatswertung verwies sie Olga Laznovska (12 Siege) und Lena Maria Mattes (10) auf die Plätze.

Einer ihrer Förderer ist der Niederländer Lucien van der Meulen aus Boxmeer. Er erkannte ihr Talent und setzte sie seit Herbst letzten Jahres konsequent auf chancenreichen Pferden ein. Fünfmal gewann sie für den niederländischen Trainer Rennen.

Lilli-Marie bleibt auf dem Teppich

Aber auch der Beelener Rennstall von Rudi und Elisabeth Storp setzte die junge Warendorferin immer wieder ein. So führte sie Mitte August die fünfjährige Stute Absolute Amy in Mülheim in einem Ausgleich-IV-Rennen zum Sieg. „Ich habe in den vielen Jahren noch keine Reiterin mit so viel Talent erlebt wie Lilli-Marie Engels“, erklärt van der Meulen. Lilli-Marie hingegen bleibt trotz ihres Durchbruchs auf dem Teppich: „In 2018 mache ich mein Abitur und ich will viel Spaß bei der Reiterei haben.“

Großen Spaß hatten auch Elisabeth und Rudi Storp mit den von ihnen trainierten Pferden. 20 Siege sprangen heraus bei 257 Starts, 48 Mal landeten ihre Schützlinge auf dem Treppchen. Die Siegerprämien von 121 193 Euro war die zweithöchste Jahresgewinnsumme seit 1985. Nur im Jahr 2013 war diese um 256 Euro überboten worden. Dabei gewann das Beelener Ehepaar die Mitteldeutsche Galoppserie. Die aus acht Rennen bestehende Serie der Rennvereine aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern entschied Elisabeth Storp mit 30 Punkten klar für sich. Auch die Besitzerwertung ging an die Storps: Nightdance Prince holte 15 Zähler. Für die meisten Siege in 2017 sorgte jedoch ein anderer Schützling. Die Leistung des fünfjährigen Wallachs Highly Favoured war überragend: 15 Mal ging er an den Start, zwölf Mal landete er auf Platz eins.

Diamond Daisy verdient 6500 Euro

Für Ferdinand Leve lief es bis zur Mitte des Jahres recht gut. Alle sieben Saisonsiege waren bis Ende Juli unter Dach und Fach. Danach war zwar nicht Schluss, doch für einen Siegerplatz reichte es nicht mehr. Dennoch war der dritte Rang von Felician Anfang Oktober in Düsseldorf in einem Gruppe-III-Rennen bemerkenswert und brachte 6000 Euro ein. Die höchste Summe strich aber Diamond Daisy, die mittlerweile von Jean-Pierre Carvalho trainiert wird, Anfang Juli in Hannover ein. 6500 Euro betrug die Siegprämie in einem Ausgleich-II-Rennen.

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