Fußball: 3. Liga
Preußen-Trainer Antwerpen sieht einiges zu verbessern und übt Kritik

Münster -

Sechs Punkte und Relegationsplatz drei nach drei Spieltagen – das sieht doch super aus für Preußen Münster. Doch Trainer Marco Antwerpen denkt antizyklisch und mahnt allerlei Verbesserungsmöglichkeiten an. Er kritisiert auch einzelne Spieler deutlich.

Freitag, 10.08.2018, 18:14 Uhr

Ist weiter gesetzt im Mittelfeld bei Preußen Münster: Stammkraft Sandrino Braun (links).
Ist weiter gesetzt im Mittelfeld bei Preußen Münster: Stammkraft San­drino Braun (links). Foto: Jürgen Peperhowe

Für Marco Antwerpen und seine Spieler gab es in dieser Woche keinen Grund, auch nur ein Fitzelchen nachzulassen. Der Sieg beim 1. FC Kaiserslautern (2:1) war toll, die erneute Leistungssteigerung unübersehbar. Aber, so meinte der Coach auch selbstkritisch, es gebe noch viel zu tun.

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Falsche Aufstellung gegen Jena

Der 47-Jährige nahm dabei auch sich selbst nicht aus: „Im Spiel gegen Jena haben wir daneben gelegen.“ Gemeint sind er und Co-Trainer Kurtulus Öztürk. Sie hätten die falsche Aufstellung gewählt. Priorität genieße schließlich das „Spiel gegen den Ball“, das habe das von ihnen ausgewählte Team beim 1:2 nicht wie erwartet abgerufen. Antwerpen sagte auch, nach dem Auftritt gegen Kaiserslautern und vor dem Heimspiel am Montag (19 Uhr) gegen die SF Lotte: „Es war ein Fehler von mir, Philipp Hoffmann nicht spielen zu lassen.“

Einzelkritik: Preußen Münster gegen Carl Zeiss Jena

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  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues-Pires, Note 3, versuchte lange das Spiel der Preußen zu sortieren, spielte eine Reihe guter Pässe. Dürfte ein Kandidat für die Standardsituation beim SCP werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 3, wie immer auf Betriebstemperatur bei dieser Hitzeschlacht, bereitete den Anschlusstreffer zum 1:2 gut vor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3, überzeugte bei den Aufräumarbeiten in der Preußen-Defensive, kämpfte bis zum Umfallen, hielt trotz einer Sprunggelenks-Verletzung bis zum Abpfiff durch - und fällt wohl gegen Kaiserslautern am Dienstag aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Lucas Cueto, Note 3,5, überzeugte kämpferisch und läuferisch, allerdings konnte der Linksaußen keine entscheidenden Akzente im Strafraum setzen. Wurde nach 64 Minuten ausgewechselt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobykanski, Note 4, hatte zwei, drei gute Szenen, mehr aber auch nicht. Auf der rechten Offensivseite ist er falsch aufgehoben. Musste zur Pause raus.

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  • Torwart Oliver Schnitzler, Note 2,5, hielt zwei, drei schwierige Bälle, ein sicherer Rückhalt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, Note 3, hätte seine Einwechselung für Martin Kobylanski mit dem 2:2 krönen können. Mit ihm kam frischer Wind ins Spiel, mehr Tempo.

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  • Mittelfeldspieler René Klingenburg, Note 2,5, im Mittelfeld stark und als einziger Preuße mit einem konzentrierten Abschluss. Erneut eine starke Partie vom Neuzugang.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 4,5, erlebte einen schwarzen Tag. Erhielt kaum Anspiele, und wenn, dann konnte er diese Bälle weder absichern noch weiterleiten. Blieb zur Pause in der Kabine.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 3, leistete sich einen kapitalen Fehlpass vor dem 0:2. Kehrte aber nach der Pause bärenstark zurück und betrieb Wiedergutmachung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 3,5, streute überraschenderweise eine Reihe von Fehlpässen nach dem 0:1 und vor der Pause ein. Nach dem Wechsel marschierte er vorne weg.

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  • Einwechselspieler Tobias Rühle, keine Note, ersetzte Lucas Cueto und sorgte für etwas Rabatz in der Defensive der Gäste. Unterstrich nach überstandener Verletzung, wie wertvoll er für die Preußen sein kann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Tobias Warschewski, Note 3,5, machte es deutlich besser als Rufat Dadashov, gerade in den Zweikämpfen agiler und bissiger. Allerdings blieb ihm als Stoßstürmer eine echte Chance versagt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Niklas Heidemann, Note 3,5, fehlte der ganz große Schwung im Spiel nach vorne. Defensiv war alles in Ordnung.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Antwerpen geht in der Nachbetrachtung offensiv mit solchen falschen Entwicklungen um. Er fordert viel, und er stellt positiv fest: „Wir haben uns in jedem Spiel gesteigert.“

Platzhirsche gibt es bei ihm aktuell eigentlich nur in der Mittelfeldzentrale, in der sich Sandrino Braun, René Klingenburg und Kevin Rodrigues Pires gesucht und gefunden haben. Andere stehen da deutlicher in der Pflicht, sie müssen das Trainergespann wieder mehr überzeugen. Beispiele?

Kritik an einzelnen Spielern

„Lion Schweers muss sich steigern. Aktuell ist er zu oft an Toren beteiligt“, sagt Antwerpen über den talentierten Innenverteidiger. Auch ein Gegentor gegen Jena kreidet der Coach ihm an. Startelf-Garantie nach überstandener Verletzung nun gegen Lotte am Montag? Nein, warum auch?

„Rufat Dadashov muss intensiver in die Zweikämpfe gehen, konstant durchlaufen, er muss die Passwege des Gegners noch besser schließen“, erklärt Antwerpen. Es sei ein Anpassungsprozess für den Stürmer, der aus der Regionalliga Nordost von BFC Dynamo kam.

„Tobias Rühle muss sich noch mehr unserem Spiel anpassen, nicht immer ins Dribbling gehen, mehr abspielen“, sagt Antwerpen über den quirligen Flügelstürmer des SCP.

Antwerpen sieht Luft nach oben 

Antwerpen sieht zudem großes Verbesserungspotenzial beim Toreschießen. Was verwundert, denn lediglich Tabellenführer Energie Cottbus sowie Aufsteiger 1860 München haben mit sieben Treffern genau so oft gejubelt wie sein Team. „Das bekommen wir noch nicht so richtig hin.“

Antwerpen hat damit keine große Generalkritik ausgesprochen, sondern vor allem darauf hingewiesen, dass es beim SCP noch so einige Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Die Akteure provoziert er damit auch ein wenig, durchatmen unerwünscht, immer Vollgas – aber alles sei im Fluss, der Start in die neue Saison lässt sich gut an.

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