Do., 01.12.2016

Sportpolitik Verbände signalisieren Zustimmung zur Spitzensportreform

Das Logo des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Das Logo des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Foto: Britta Pedersen

Fast zwei Jahre haben das Bundesinnenministerium und der Deutsche Olympische Sportbund an der Spitzensportreform gearbeitet. Trotz der Kritik in den vergangenen Wochen wird die Neustrukturierung der Sportförderung am Samstag auf den Weg gebracht.

Von dpa

Magdeburg (dpa) - Die Spitzensportreform kann kommen. Trotz einiger Vorbehalte haben die Funktionäre ihre Zustimmung zum Strukturprojekt angekündigt. Das war das Ergebnis der Präsidiumssitzung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Magdeburg, an der auch 15 Verbandsvertreter teilnahmen.

«Bei allen noch offenen Fragen und nicht endgültig geklärten Details stellt das Gesamtkonzept einen wertvollen und wesentlichen Schritt in die Zukunft dar. Und das nicht nur aus Sicht des Präsidiums, das einstimmig und einmütig das Konzeptpapier im Sinne einer Beschlussvorlage abgesegnet hat. Das war auch das klare Feedback der Vertreter der Spitzenverbände», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann auf einer Pressekonferenz.

Die Reform sieht vor, dass zukünftig die Förderung verstärkt auf Erfolg ausgelegt ist. Durch ein Potenzialanalysesystem (POTAS) werden Sportler und Disziplinen zukünftig in drei «Cluster» eingeteilt und nach ihren Erfolgsaussichten in den nächsten vier bis acht Jahren bewertet.

In den vergangenen Wochen hatte es mitunter großen Unmut in den Verbänden gegeben. Die Sportverbände waren verärgert, dass sie quasi vom Bundesinnenministerium und dem DOSB vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind. Das BMI habe im Alleingang eine Reform vorangetrieben, ohne Rücksprache mit den Verbänden zu halten.

Trotzdem kann Hörmann fest damit rechnen, dass auf der Mitgliederversammlung am Samstag die Verbände das Reformprojekt verabschieden werden. Am Donnerstag war in Gesprächen mit 15 Verbandspräsidenten bzw. Generalsekretären der Grundstein dazu gelegt worden. Am Freitag sollen in den weiteren Gesprächen die noch bestehenden Vorbehalte ausgeräumt werden.

Ähnlich ist auch der Standpunkt der Athletenkommission, wie deren Vorsitzender Christian Schreiber betonte: «Die Zustimmung zur Reform ist nötig und die Leistungsorientierung im Sinne der Athleten.»

Die Unstimmigkeiten mit Hörmann, der auf der Bundespressekonferenz vor einer Woche noch von einer 95-prozentigen Zustimmung der Athleten gesprochen hatte, seien ausgeräumt. Hörmann stellt indes klar, dass es keine Umfrage zur Reform unter den Athleten gegeben habe. Es sei eine Umfrage zu den Wertvorstellungen der Athleten gewesen. Aus diesen ließe sich eine generelle Position ableiten.

Unterdessen stellte Hörmann klar, dass bei der Förderung auch im «Cluster 3», also der Gruppe an Sportlern und Disziplinen mit geringen Erfolgsaussichten eine Basisförderung bestehen bleibe. Man habe auch in den Gesprächen mit dem BMI stets um den Erhalt der breiten Sportkultur geworben.

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