Di., 12.04.2016

Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Schloss Senden soll ausstrahlen

Als gute Geister haben sich 23 FSJler der Jugendbauhütte Soest erwiesen: Durch ihre ehrenamtliche Projektarbeit in den Räumen und im Außenbereich des Sendener Schlosses haben sie Grundlagen für anstehende Sanierungsmaßnahmen geschaffen

Als gute Geister haben sich 23 FSJler der Jugendbauhütte Soest erwiesen: Durch ihre ehrenamtliche Projektarbeit in den Räumen und im Außenbereich des Sendener Schlosses haben sie Grundlagen für anstehende Sanierungsmaßnahmen geschaffen Foto: Sigmar Syffus

Senden - 

Für den Erhalt und die gemeinnützige Nutzung von Schloss Senden ist ein weiterer Meilenstein erreicht worden: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat das Projekt in das Förderprogramm 2016 aufgenommen.

Von Sigmar Syffus

Kerzen, Kaffeebecher und Keks-Krümel auf dem Tisch: Spuren im Herrenhaus, von guten Geister hinterlassen. Fleißig und hochmotiviert haben 23 junge Ehrenamtliche in einem Projekt der Jugendbauhütte Soest soeben Grundlagen für anstehende Sanierungsmaßnahmen am Sendener Schloss geschaffen. Begleitet von Bauhüttenleiter Bernhard Anzalone haben die FSJler Bestandspläne von Räumen erstellt, an Brücke und Außentreppe Steine von Ablagerungen befreit und schützende Holzverschläge gezimmert.

Doch auch hinter den Kulissen ist nach 15 Jahren des Stillstands schon eine Menge bewegt worden, seit sich der Verein Schloss Senden auf den Weg gemacht hat, das in Teilen aus dem 15. Jahrhundert stammende Wasserschloss zu retten. Nach den Sicherungsmaßnahmen gegen Verfall und Vandalismus im April 2015 sind sogar schon erste Meilensteine gesetzt worden: die Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins durch das Amtsgericht , die Schirmherrschaft durch Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe , und jüngst die Aufnahme in das Förderprogramm 2016 der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

„Damit erkennt die Stiftung an, dass es sich bei Schloss Senden um ein kulturhistorisch wertvolles, für das Münsterland erhaltenswertes Baudenkmal handelt“, freut sich Dr. Franz Waldmann , Vorstand des Schlossretter-Vereins. Über die Höhe der ersten Fördersumme sei jetzt von der in Bonn ansässigen Stiftung entschieden worden.

Die kulturhistorische Bedeutung des Wasserschlosses alleine reichte für die zugesagte Zuwendung im „unteren sechsstelligen Bereich“, so Franz Waldmann, allerdings nicht aus: „Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass ein schlüssiges Nutzungskonzept vorliegt“, betont Sigrid Karliczek , Ortskuratorin Münster der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Diesbezüglich hat der Verein ambitionierte Ziele: „Wir wollen hochwertige kulturelle Veranstaltungen mit überregionaler Ausstrahlung holen, die in Senden sonst nicht möglich wären. Was es im Erbdrostenhof bereits gibt, möchten wir auch im Schloss anbieten“, sagt Dr. Franz Waldmann. Diese Nutzung soll so breit angelegt werden, ergänzt Geschäftsführerin Dr. Martina Fleßner, „dass sie für jeden Bürger eine Bereicherung darstellt.“ Angedacht seien unter anderem Angebote in Kunst, Kultur und Kulinarisches sowie zur Bildung und Nachwuchsförderung im Handwerk. Fleßner: „Je nachdem, wie Mittel zur Verfügung stehen, werden wir Schritt für Schritt vorangehen, um ein Bauteil nach dem anderen einer öffentlichen Nutzung zugänglich zu machen.“

Als erstes Teilprojekt auf diesem Weg soll die rund 200 Quadratmeter große Remise restauriert und für öffentliche Veranstaltungen nutzbar gemacht werden. Hier hoffen die Schloss-Retter darauf, dass sich Sigrid Karliczek als „Glücksfee“ erweist. Denn die Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hat für den kommenden Samstag (16. April) den Besuch von rund 70 potenziellen Förderern angekündigt, die sich vor Ort über die Fortschritte auf Schloss Senden informieren möchten.

Ein weiterer Meilenstein wird am Montag (18. April) gesetzt: Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke wird an diesem Tag die Anerkennungsurkunde für die Kulturstiftung Senden überreichen. Auch diese neue Stiftung will sich um die Zukunft des historischen Gemäuers kümmern.

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