Do., 28.04.2016

Stadt und Hanse kontra Kreis Sonderverkauf sorgt für Ärger

Diese Schilder prangen derzeit am ehemaligen Aldi-Markt.

Diese Schilder prangen derzeit am ehemaligen Aldi-Markt. Foto: Björn Meyer

Telgte - 

Am Orkotten findet ab heute ein Sonderverkauf eines Discounters statt. Verwaltung und Hanse sehen das als eine Verletzung des Einzelhandelskonzepts.

Von Björn Meyer

Da, wo vor über einem Jahr die Lichter ausgingen, sind sie dieser Tage wieder an. Im ehemaligen Aldi-Markt am Orkotten findet von heute bis Samstag ein Sonderverkauf des Discounters statt, der mittlerweile in einem neu errichteten Gebäude einige Meter weiter untergekommen ist. Was den einen oder anderen Kunden durchaus freuen mag, sorgt in der Verwaltung und bei der Hanse für großen Ärger.

Denn für den Orkotten wurde in der Vergangenheit eigens ein Einzelhandelskonzept erstellt. Dieses regelt genau, auf welcher Fläche was verkauft werden darf. Damit sollen die Innenstadt und die dort ansässigen Einzelhändler geschützt werden. Und genau diesen Schutz sieht die Verwaltung jetzt in Gefahr. Das Problem: Ihr sind die Hände gebunden, denn bei der Stadt verweist man darauf, dass lediglich der Kreis als Genehmigungsbehörde der Bauleitplanung berechtigt ist, aktiv zu werden.

Dementsprechend wurde der Kreis nach WN-Recherchen in den vergangenen Tagen von der Telgter Verwaltung sowohl mündlich als auch schriftlich um eine Stellungnahme gebeten. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte ein Sprecher des Kreises dazu, dass im Bauamt die Entscheidung gefallen sei, nicht tätig zu werden. Die Baugenehmigung für das Gebäude sei noch nicht erloschen, damit dürfe grundsätzlich dort verkauft werden. Durch die zeitliche Begrenzung sehe man im Bauamt des Kreises derweil keinen Anlass einzuschreiten. Und das offenbar ganz unabhängig davon, ob das bestehende Einzelhandelskonzept die zum Verkauf stehenden Waren erlaubt oder nicht.

Was in den kommenden drei Tagen bei dem Sonderverkauf an den Mann gebracht werden soll, ließ sich gestern bereits mit einem Blick in das Ladeninnere erahnen. Die dort erlaubten Lebensmittel sucht man weitgehend vergeblich. Dafür stapelten sich auf den Paletten elektronische Geräte, Möbel und viele weitere in große Kartons verpackte Waren. Genau diese Gegenstände unterliegen aber einer Regelung. Nicht mehr als zehn, im neuen Aldi-Markt sogar nur sieben Prozent der Verkaufsfläche dürfen von ihnen in den Discountern am Orkotten belegt werden.

„Ich finde die Entscheidung des Kreises äußerst unglücklich, weil es den gefunden Konsens unterläuft“, äußerte sich Bürgermeister Wolfgang Pieper gestern. Noch deutlicher wurde nur wenig später Norbert Woestmeyer als Vertreter der Hanse. „Da macht man sich Wochen und Monate Gedanken über eine Regelung und dann das. Durch diese Entscheidung wird das bestehende Einzelhandelskonzept ad absurdum geführt.“ Auch wenn man beim aktuellen Fall nichts mehr ändern könne – „wir können uns ja nicht vor die Tür schmeißen und keinen reinlassen“ – kündigt Woestmeyer ein Nachspiel für den Kreis an: „Entweder gilt Recht oder eben nicht. Über diese Entscheidung wird noch zu sprechen sein.“

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