Dauerleihgabe für orthodoxe Gemeinde
Schon Ivan der Schreckliche betete vor der Ikone

Münster -

Über eine Strecke von 2500 Kilometern wurde eine mehrere Jahrhunderte alte Ikone nach Münster gebracht. Die russisch-orthodoxe Kirche erhielt sie als Dauerleihgabe.

Sonntag, 14.08.2016, 10:08 Uhr

Der Förderverein übergab eine wertvolle Ikone an die russisch-orthodoxe Gemeinde.
Der Förderverein übergab eine wertvolle Ikone an die russisch-orthodoxe Gemeinde. Foto: Malte Jost

Rund 2500 Kilometer hat die Ikone der Gottesmutter vom Don (Donskaja) aus dem Kloster Idbersky in Korablino bei Rjasan nach Münster zurückgelegt. Jetzt hat sie der Förderverein Münster-Rjasan (FMR) der russisch-orthodoxen Kirche in Münster als Dauerleihgabe überreicht.

Priester Arkadij Dubrovin war sichtlich erfreut über die neue Ikone, die fortan als Dauerleihgabe in den Räumlichkeiten der russisch-orthodoxen Kirche in Münster an der Hammer Straße 371 ihren Platz gefunden hat. Im Beisein der russisch-orthodoxen Gemeinde wurde die Ikone feierlich gesegnet und offiziell in Empfang genommen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Während eines Besuchs der Delegation aus Münster im Rahmen der Bürgerreise des FMR wurde die Ikone der Gottesmutter vom Don in Münsters Obhut gegeben. Der damalige erste Vorsitzende Günter Schulze Blasum bekam dieses wertvolle Geschenk durch den Ataman der Korablinoer Kosaken, Vladislaw Bryschkov, im Beisein des Priesters Nikolai überreicht.

Die Ikone wurde von den Don-Kosaken dem Fürsten Dimitrij Donskoj zur Hilfe in der Schlacht gegen die Tataren gebracht, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Sie wurde auf einem Holzstiel wie eine Kirchenfahne befestigt und war während der Schlacht am Schnepfenfeld (1380) beim Heer und wurde durch das Lager getragen.

Nach dem Sieg schenkten die Kosaken die Ikone dem Fürsten Dimitrij Donskoj, und er stellte sie in der Mariä-Entschlafungs-Kathedrale in Kolomna auf. Ivan der Schreckliche betete vor ihr, als er in die Schlacht von Kazan zog.

Später, im 16. Jahrhundert, wurde die Ikone in die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale des Moskauer Kreml übertragen. Im Jahre 1591 wurde durch ihre Fürsprache Moskau vom Ansturm des Khans der Krimtataren Kazygirej gerettet. An der Stelle, wo die Ikone während der Schlacht stand, wurde im selben Jahr das Donskoj-Kloster gegründet. Später wurde die Ikone wieder in den Kreml gebracht. Das Fest der Ikone Donskaja ist am 1. September (19. August).

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