Mi., 19.10.2016

Fehlerhafte Herzdefibrillatoren Batterie versagt bei implantierten Lebensrettern

 

  Foto: Emily Wabitsch/dpa

Münster - 

Implantierte Defibrillatoren sollen Herzpatienten in Notsituationen durch einen elektrischen Impuls das Leben retten. Doch in einem Teil dieser Geräten entladen sich die Batterien deutlich schneller als sie sollten. kann es also gefährlich werden. Auch in münsterischen Krankenhäusern wurden Herzpatienten solche Geräte implantiert. 

Von Karin Völker

Ein kleiner Teil der Defibrillatoren für Herzpatienten des Herstellers St. Jude Medical hat einen technischen Fehler. Die Geräte, bei denen sich vorzeitig die Batterien entladen, sind auch in münsterischen Krankenhäusern implantiert worden. Das Universitätsklinikum und das Franziskushospital gehören dazu. Die betroffenen Patienten werden benachrichtigt oder sind bereits unterrichtet worden.

Am 11. Oktober hatte die Firma St. Jude Medical eine „Sicherheitsinformation“ für alle vor dem 23. Mai 2015 hergestellten ICD und CRT-D-Implantate ins Netz gestellt. Laut Hersteller sind lediglich 0,21 Prozent der Geräte betroffen. Die behandelnden Ärzte werden gebeten, ihre Patienten zu kontaktieren, wie es in der Veröffentlichung heißt. Es wird aber nicht empfohlen, die Defibrillatoren zur Regulierung der Herzfunktion vorzeitig standardmäßig auszutauschen. Ratsam sei es jedoch, die Batterieleistung regelmäßiger zu überprüfen, so ein Sprecher des Universitätsklinikums Münster. Deutschlandweit sollen nach Medienberichten 28. 000 der Defibrillatoren implantiert worden sein.

Das Universitätsklinikum Münster hat die rund 200 Patienten, denen eines der fraglichen Geräte implantiert wurde, inzwischen informiert. „Wir werden die Geräte nun häufiger kontrollieren“, erklärt ein Sprecher des Klinikums. Ähnlich will das Franziskus-Hospital mit seinen rund 40 Patienten verfahren, die eines der Geräte tragen.

Batterie hält normalerweise bis zu acht Jahre

Dr. Peter Kleine-Katthöfer, Chefarzt der Kardiologie am Franziskus-Hospital ist, wie er sagt, „not amused“ über den technischen Defekt bei den Geräten, die am „Franziskus“ nach seinen Aussagen nur einen kleineren Teil der Patienten eingesetzt wurde. Warnhinweise von Herstellern solcher spezieller Herzschrittmacher seien aber nicht ungewöhnlich, sagt Kleine-Katthöfer. Die jetzt betroffenen Defibrillatoren werde er jedenfalls nicht mehr implantieren.

Die Geräte von St. Jude Medical reagieren mit einem Vibrationsalarm auf schwache Batterieleistung. Patienten, die einen solchen Alarm wahrnehmen, rät Peter Kleine-Katthöfer, sofort die Klinik aufzusuchen, damit die Leistung des Geräts geprüft werden kann.

Gegebenenfalls müsse der Schrittmacher dann durch eine kleine Operation ausgetauscht werden. Die Batterie eines solchen Geräts hält normalerweise sieben bis acht Jahre. Kleine-Katthöfer: Bei den jetzt vom Warnhinweis betroffenen Geräten könne sie zwei bis drei Jahre früher nachlassen.

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