Sa., 10.06.2017

Von Kap Hoorn an den Aasee Segler aus Chile in Münster

Die Gäste von der Segelschule Cedena in Puerto Williams fühlen sich im Segel-Club Münster sehr wohl. Am Freitag stand die erste Trainingsrunde auf dem Aasee an.

Die Gäste von der Segelschule Cedena in Puerto Williams fühlen sich im Segel-Club Münster sehr wohl. Am Freitag stand die erste Trainingsrunde auf dem Aasee an. Foto: gh

Münster - 

Von Kap Hoorn zum Segeln nach Münster: Drei Jugendliche von der südlichsten Segelschule der Welt in Chile haben zum ersten Mal mit ihren Trainern ihre Heimat verlassen. Die Gäste trainieren auf dem Aasee.

Von Gabriele Hillmoth

Der Aasee in Münster ist für die jungen Segler aus Chile nur eine Pfütze. Ihr Heimatrevier in Puerto Williams ist sehr viel größer und geht bis aufs offene Meer hinaus. Aber der Aasee, sagen die Jugendlichen, ist auch nicht ohne. Bei ihnen zu Hause weht der Wind meistens aus einer Richtung, auf dem See mitten in Münster kämpfen die Sportler gegen ständig wechselnde Winde an.

Trotzdem steigen sie am Freitag mit den Trainern Thorsten Hülsmann und Robert Bleckmann unerschrocken ins Boot, das im Hafen des Segel-Clubs Münster liegt. Die Gäste sind auf Einladung des Segel-Clubs Münster einige Tage in dieser Stadt.

Gründer der südlichsten Segelschule der Welt

Ein paar Brocken Deutsch haben sie schon gelernt: Hallo, Guten Morgen, Entschuldigung – Osvaldo Escobar übersetzt. Der Chilene ist mit der Münsteranerin Jutta Walter verheiratet.

Osvaldo Escobar freut sich über die Unterstützung bei diesem Reiseprojekt von vielen Seiten. Freunde sponserten beispielsweise zwei Flugtickets, der Segel-Club in Münster kümmert sich. Das Frühstück am Freitag war lecker, die Jugendlichen fühlen sich „wie zu Hause“.

Die Kontakte zum Segel-Club in Münster knüpfte Osvaldo Escobar. Der Skipper ist ein Segelprofi und umrundete bis heute 94 Mal das Kap Hoorn. Mehrere Monate im Jahr lebt er in Münster, sein Heimathafen mit seinem Schiff, der Polarwind, ist Puerto Williams. Dort gründete der Skipper vor vier Jahren unter anderem mit Eduardo Cruz, heute Vorsitzender des Clubs, die südlichste Segelschule der Welt.

80 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 17 Jahren sind dort leidenschaftliche Segler geworden. Die Schule finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Auch so eine Reise nach Deutschland, sagt Escobar, wäre ohne Hilfe nicht möglich gewesen. Ein Jahr lang sammelte der Club Geld, dann ging es los.

Segeln und Kultur

Für die Chilenen ist es die erste weite Reise. Nach zwei Tagen landete die Gruppe in Frankfurt. Die drei Jungen Arturo Oyarzun Teiguel, Jorge Barria Barria und Joaquin Cruz Rojas staunen, dass sie hier jetzt in kurzen Hosen segeln können. „Müssen wir unseren Neoprenanzug einpacken“, fragte Arturo Oyarzun Teiguel vor der Abreise.

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Ich habe noch nie so viele Fahrräder gesehen

Jorge Barria Barria

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In Chile ist um diese Zeit meistens Winter und schlechtes Wetter. Kein Wunder, dass die Jungen sich bei 20 Grad stundenlang an ihrer ersten Reisestation am Biggesee im Wasser tummelten.

Osvaldo Escobar zeigt den Segelschülern neben dem Segeln auch viel Kultur. Münster, sagt der 14-jährige Jorge, habe er sich nicht so schön vorgestellt. „Ich habe noch nie so viele Fahrräder gesehen“, wundert sich der junge Segler. Er traut sich darum mit seinen Freunden nicht auf die Räder, um durch Münster zu fahren.

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Die Kinder in Chile spielen nach der Schule noch richtig in der Natur

Osvaldo Escobar

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Die Jungen kennen weder ein Smartphone, noch sitzen sie stundenlang vor einem Computer, erzählt Escobar. „Die Kinder in Chile spielen nach der Schule noch richtig in der Natur.“ Letzte Station ihrer Reise ist übrigens das holländische Städtchen Hoorn. Dort machten sich 1615 zwei Schiffe auf und entdeckten Kap Hoorn.

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