Forderung der CDU
„Keine rechtsfreien Räume dulden“

Münster -

Die CDU hat mit Blick auf die Situation an der Kleinen Bahnhofstraße betont, dass man keine rechtsfreien Räume dulden dürfe. Demnächst wird sich unter anderem der Ordnungsausschuss mit dem Thema beschäftigen.

Donnerstag, 27.07.2017, 07:07 Uhr

Ein alltägliches Bild nach Angaben der Anlieger: Eine Person uriniert an eine Hauswand an der Kleinen Bahnhofstraße.
Ein alltägliches Bild nach Angaben der Anlieger: Eine Person uriniert an eine Hauswand an der Kleinen Bahnhofstraße. Foto: Leserfoto

Nach Einschätzung des Hauses der Wohnungslosenhilfe ( HDW ) hat sich die Zahl der Personen, die sich in dessen unmittelbarer Nähe im Freien aufhalten, in letzter Zeit eher verringert als erhöht. „Aktuell sind dort regelmäßig 20 bis 30 Personen. In der Zeit vor dem Abriss waren es zwischen 50 und 60“, betont Dirk Frielinghaus , Diplom-Sozialarbeiter und Mitarbeiter im HDW. Nach Beobachtungen unserer Zeitung waren am Sonntag fast 80 Personen vor Ort. Dass dort in letzter Zeit verstärkt auch Drogendealer auftauchen, „das beklagt die Nachbarschaft zu recht“.

HDW distanziert sich von Drogenszene 

Zugleich betont Frielinghaus, dass es sich bei den Personen im Bereich der ehemaligen Tankstelle „nur zu einer Minderheit um Bewohner unseres Hauses handelt“. Viele Leute, die sich an der Kleinen Bahnhofstraße aufhalten, hätten durchaus eine Wohnung – „trotzdem stehen sie stundenweise dort“.

Diejenigen, die im HDW leben, würden regelmäßig von den Mitarbeitern angehalten, sich auf der Straße „zu benehmen“. Wo die Leute sich außerhalb des Hauses der Wohnungslosenhilfe aufhalten, das könne man ihnen natürlich nicht vorschreiben.

Frielinghaus vermutet, dass sich die Situation ändert, wenn auf dem Tankstellen-Grundstück neu gebaut wird. Für die „Zeit danach“ brauche es dann allerdings an anderer Stelle einen Ort, wo sich die Obdachlosen aufhalten können, appelliert er.

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CDU appelliert an Polizei

Unterdessen hat sich auch die Politik in die Diskussion eingeschaltet. „Unsicherheit und Angst dürfen Politik und Behörden nicht gleichgültig sein“, betont CDU-Ratsherr Stefan Leschniok, sicherheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion, in einer Pressemitteilung. Er empfindet es als „ausgesprochen ärgerlich“, dass das Problem trotz öffentlicher Berichte und politischer Initiativen immer noch bestehe.

„Die Polizei muss in der Lage sein, den Drogenhandel an einem so begrenzten Standort wie der Kleinen Bahnhofstraße zu unterbinden.“ Leschniok hat das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzungen des Polizeibeirates und des städtischen Ordnungsausschusses gebracht. „Es darf nicht einmal im Ansatz der Eindruck entstehen, in Münster würden rechtsfreie Räume geduldet“, so Leschniok.

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