Pilotprojekt
Digitaler Helfer im Altenheim gibt mehr Zeit für die Pflege

Münster -

Pflegedienstleiterin Susi Golly ist begeistert von Juma. Der digitale Helfer des Start-up Unternehmens Trialog erleichtert den Alltag im Altenheim St. Elisabeth und lässt mehr Zeit für Pflege. Die beiden Erfinder können sich vorstellen, dass ihr Patent in vielen anderen Branchen eingesetzt werden kann.

Donnerstag, 01.03.2018, 15:03 Uhr

Pflegedienstleiterin Susi Golly fragt mit Hilfe des Bords verschiedene Kriterien ab, die bei der Pflege der Bewohner von den Mitarbeitern einzuhalten sind.
Pflegedienstleiterin Susi Golly fragt mit Hilfe des Bords verschiedene Kriterien ab, die bei der Pflege der Bewohner von den Mitarbeitern einzuhalten sind. Foto: gh

Der digitale Auditor sieht eigentlich aus wie ein Tablet – nur etwas kompakter. Seine Name ist Juma, seine Anwendung ist leicht. Das sagt Susi Golly. Sie ist die Pflegedienstleiterin im Altenheim St. Elisabeth in Münster-Gievenbeck und testet zurzeit die Technologie. Ihr Fazit nach kurzer Einsatzdauer: sehr hilfreich. Susi Golly würde das Gerät gerne weiter im Alltag einsetzen.

Alles, was sie früher mit Hilfe von Listen, Tabellen und Zetteln festhielt, was sie noch umständlich und per Hand ausfüllen musste, stecke jetzt in dem Bord und erspart Zeit. „Die Technik ist total einfach“, schwärmt die Pflegedienstleiterin in dem Haus der Ordensgemeinschaft der Missionsschwestern vom Heiligsten herzen Jesu von Hiltrup am Südlohnweg. Die Einrichtung mit vier Wohnbereichen und 92 Langzeitplätzen sowie einer Kurzzeitpflege und angeschlossenen Altenwohnungen.

Benannt nach den Söhnen

Die beiden Erfinder von Juma – der Name steht für Vornamen der Kinder Julius Jansing und Maximilian Riesinger – können sich vorstellen, dass ihr Patent in vielen anderen Branchen eingesetzt werden kann. Denkbar wären unter anderem Hotels, Krankenhäuser, Sanitätshäuser oder ambulante Dienste. Ressourcen optimieren lautet das Stichwort von Frank Jansing und Michael Riesinger. Das Team beschäftigt sich seit sechs Jahren mit der Entwicklung. Das Start-up-Unternehmen bekam für die Kombination aus einem digitalen Schreibbrett und einer speziell entwickelten Software Ende des vergangenen Jahres bereits den Innovationspreis Münsterland.

Beide Unternehmer haben den Vorteil, dass sie aus der Pflegebranche kommen und wissen, worum es geht. Michael Riesinger (47) betreibt ein Sanitätshaus in Ostbevern, Frank Jansing (49) leitete jahrelang zwei Altenheime in Münster.

Frank Jansing (r.) und Michael Riesinger feilen seit sechs Jahren an ihrer Idee, für die sie bereits mit einem Innovationspreis ausgezeichnet worden sind.

Frank Jansing (r.) und Michael Riesinger feilen seit sechs Jahren an ihrer Idee, für die sie bereits mit einem Innovationspreis ausgezeichnet worden sind. Foto: gh

Großer Dokumentationsaufwand

Es sind die vielen Handgriffe in der Pflege, die dokumentiert und überprüft werden müssen, erzählt Susi Golly. Dabei gehe es um das Hände desinfizieren, um Hygiene im Kühlschrank, um die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit in den Zimmern und unter anderem um den Einsatz von Medikamenten oder um Akustik- und Helligkeits-Messungen.

Frank Jansing spricht im Zusammenhang mit ihrer Idee von definierten Prozessen, von motivierten Mitarbeitern und zufriedenen Bewohnern. Mehr als 1200 Prüffaktoren gilt es demnach täglich zu berücksichtigen. Mit dem digitalen Hilfsmittel wollen sie den Anforderungen in der Pflege gerecht werden und Zeit gewinnen. Mängel könnten rechtzeitig abgestellt werden.

Susi Golly, die in der Praxis täglich mit „Juma“ unterwegs ist, empfindet den Einsatz als Sicherheit für Bewohner und Beschäftigte. Ohne Angst würden Mitarbeiter in eine Prüfung gehen.

Hardware aus der Region

Die Geschäftsführer der Trialog Medical GmbH Co. KG haben sich vor zwei Jahren schon mit ihrem Unternehmen im Technologiehof an der Mendelstraße eingerichtet. Sie sind stolz darauf, dass die Idee und die Hardware aus der Region kommen. Die Geräte baut eine Firma aus Everswinkel, das Design stammt aus Alverskirchen.

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