Wiederaufbau
Von Lkw zerstörte Kapelle wird restauriert

Horstmar -

Es war der 3. Januar 2018, als es am frühen Morgen zwischen Horstmar und Schöppingen ordentlich krachte. Ein Lastwagen war von der Straße abgekommen und gegen die Seitenwand der Antoniuskapelle geprallt. Jetzt hat der Wiederaufbau begonnen - ein Job für fleißige, akribische Steinmetze. 

Mittwoch, 14.03.2018, 10:03 Uhr

Die Antoniuskapelle ist nur knapp einem Totalschaden entgangen. Anfang Januar krachte ein Lastwagen durch die Seitenwand neben dem Altar (kleines Foto). Jetzt läuft der Aufbau der Seitenwand.
Die Antoniuskapelle ist nur knapp einem Totalschaden entgangen. Anfang Januar krachte ein Lastwagen durch die Seitenwand neben dem Altar (kleines Foto). Jetzt läuft der Aufbau der Seitenwand. Foto: Gunnar A. Pier, Susanne Menzel

Fünf Grad, leichter Regen, starker Wind: ideale Arbeitsbedingungen für Fliesenleger und Tapezierer. Christoph Schumacher und Franz Götze sind leider Steinmetze. Deshalb weht ihnen an diesem Dienstagnachmittag die Kaltluft über die Finger, als sie Stein für Stein die Nordwand der Antoniuskapelle wieder aufschichten. Wenn es gut läuft, ist der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg in sechs bis acht Wochen wieder hergerichtet.

Lastwagen krachte in Kapelle

Es war der 3. Januar 2018, als es am frühen Morgen zwischen Horstmar und Schöppingen ordentlich krachte. Ein Lastwagen war von der Straße abgekommen und gegen die Seitenwand der Kapelle geprallt. Dabei ist der Unfall durchaus glimpflich ausgegangen. Einen Meter weiter rechts – und der Sattelzug wären gegen einen Baum geprallt, der deutlich stabiler ist als so eine Sandsteinwand. Einen Meter weiter links – und der Laster hätte die Stirnwand frontal gerammt und die Kapelle wäre wohl kaum zu retten gewesen.

Unfall auf dem Schöppinger Berg

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  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Susanne Menzel
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Susanne Menzel
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Susanne Menzel
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Susanne Menzel
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Susanne Menzel
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Susanne Menzel
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Susanne Menzel
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Susanne Menzel
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Jens Keblat
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Jens Keblat
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Jens Keblat
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Jens Keblat
  • Ein Lkw ist in der Nacht zum Mittwoch in die Antonius-Kapelle auf dem Schöppinger Berg gefahren. Das Gebäude ist nach Angaben der Polizei jetzt vermutlich einsturzgefährdet. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, der Schaden an der Kapelle wird mit einem fünfstelligen Betrag angegeben. Foto: Jens Keblat

„Das sah wüst aus“

So aber riss der Unfallfahrer die Seitenwand ein. „Das sah wüst aus“, beschreibt Architekt Gereon Rasche. „Dieses Mauerwerk hält nicht viel.“ Aber ihm war schnell klar: Das ist zu reparieren. Am Montag haben die Arbeiten begonnen.

Kapelle ist 248 Jahre alt

Die Antoniuskapelle am Wegesrand, dem Vernehmen nach etwa 1770 gebaut, damit die Pest nicht von Schöppingen über den Berg nach Horstmar kommt, besteht aus einem Bruchsteinmauerwerk. Das heißt: Die Wände sind aus vielen ungleichen, teils sehr kleinen Sandstein-Stücken zusammengebaut. Das hält Wind und Wetter stand, einem 40-Tonner aber eben nicht.

Die Antoniuskapelle wird wieder aufgebaut

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  • Tiefe Furchen im Boden zeugen noch heute von dem Lastwagen-Unfall Anfang Januar 2018.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Altar ist rausgeräumt, eine Holzwand schließt noch das Gebäude ab.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Lastwagen erwischte die Kapelle an der Seite.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Architekt Gereon Rasche leitet den Wiederaufbau.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Blick in die Kapelle. Das meiste Interieur ist derzeit rausgeräumt, Fotos erinnern an den früheren Anblick.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Blick in die Kapelle. Das meiste Interieur ist derzeit rausgeräumt, Fotos erinnern an den früheren Anblick.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Heinz Schütte ist seit 20 Jahren Vorsitzender der Antoniusbruderschaft.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sandstein aus den Baumbergen wird für den Aufbau der Wand genutzt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier

Für Gereon Rasche ist all das keine Katastrophe. Seit vielen Jahren plant er nicht nur Doppelhaushälften, sondern betreut für das Bistum Münster Kirchensanierungen. „Das ist eine Wand, die wieder hergestellt werden muss“, beschreibt er nüchtern die Aufgabe.

Sandstein aus den Baumbergen

Etwa ein Drittel der ursprünglichen Substanz können die Steinmetze wieder verwenden, der fehlende Sandstein kommt aus einem Steinbruch in den Baumbergen. Die Arbeit selbst erfordert dann Fleiß und Geduld: Kein Stein gleicht dem anderen, jeder Brocken muss in der Hand gedreht werden, um zu schauen, wie die Mauer neu zusammengepuzzelt werden kann. „Es kommt wirklich auf die Fertigkeit der Leute da draußen an“, sagt der Architekt.

Ein Sattelzug ist Anfang Januar 2018 gegen die Kapelle geprallt.

Ein Sattelzug ist Anfang Januar 2018 gegen die Kapelle geprallt. Foto: Jens Keblat

Es fehlt noch Geld

Rund 75.000 Euro wird der Wiederaufbau der Kapelle kosten. Hinzu kommen Kosten für die Instandsetzung von Mängeln, die zwar mit dem Unfall nichts zu tun haben, aber jetzt aufgefallen sind. So hat der Altaraufbau einen Holzschaden. Die Finanzierung dieser Arbeiten steht noch nicht ganz. Aber die Antonius-Bruderschaft, die die Kapelle erbaut hat und bis heute ehrenamtlich betreut, ist optimistisch, dass sie das Geld zusammen bekommt.

Frühestens Ende April wird die Restaurierung abgeschlossen sein. Die Arbeiten hatten etwas später als geplant begonnen – wegen des Wetters. Es war neulich noch kälter als fünf Grad...

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