Heute zweiter Verhandlungstag wegen fahrlässiger Tötung
Gericht will tragisches Unglück aufklären

Westerkappeln/Ibbenbüren -

Weil er einen Streit schlichten wollte, kam er bei einem Unfall an einer Tankstelle vor gut einem Jahr ums Leben. Heute wird der Prozess vor dem Amtsgericht Ibbenbüren fortgesetzt. Dort ist ein Brüderpaar aus Westerkappeln wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Dienstag, 17.04.2018, 11:04 Uhr

Zwei Brüder aus Westerkappeln müssen sich vor dem Amtsgericht Ibbenbüren wegen Nötigung, gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und fahrlässiger Tötung verantworten.
Zwei Brüder aus Westerkappeln müssen sich vor dem Amtsgericht Ibbenbüren wegen Nötigung, gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und fahrlässiger Tötung verantworten. Foto: Frank Klausmeyer

Nicht, weil sie das Auto gefahren haben. Aber die Männer sollen bei dem Vorfall so lange auf einen damals 25-jährigen Recker eingeschlagen haben, bis dieser in Panik mit seinem Auto flüchten wollte. Beim Zurücksetzen hatte er mit der geöffneten Fahrertür sowohl die zwei Brüder als auch den 73-Jährigen umgeworfen. Dabei war der Senior unter das Auto gekommen.

Das Gericht geht unter anderem der Frage nach, in welchem Zustand sich der Fahrer befunden hat. Der Polizist, der den Fahrer noch am Abend in der Tankstelle festnahm, erklärte, er habe ihn als „total aufgelöst“ und eingeschüchtert erlebt. Er sei überfallen und verprügelt worden, habe dieser erklärt. Eine Polizistin berichtete von der Vernehmung des älteren Bruders noch am Unfalltag. Er selbst habe nichts gemacht, habe dieser erklärt. Er sei von den Vorgängen durchaus geschockt gewesen. 

Gegen den Fahrer selbst war das Ermittlungsverfahren eingestellt worden, weil er den Mann laut eines Gutachtens nicht habe sehen können, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Er sagte stattdessen im Prozess als Zeuge aus.

Vorgeschichte des Streits

Die Auseinandersetzung an der Tankstelle hat offenbar eine Vorgeschichte. Dabei ging es um eine eventuelle Heirat des jüngeren, angeklagten Bruders und der Schwägerin des Fahrers. Die kam aber nicht zustande. Es habe Beleidigungen und Drohungen gegeben. Daher wollte der Westerkappelner den Recker zur Rede stellen.

Das Treffen an diesem Abend war rein zufällig. Der 23-Jährige sah den ehemaligen Freund zufällig auf der Münsterstraße in seinem Auto und folgte ihm zur Tankstelle, um ihn zur Rede zu stellen. Das allerdings uferte schnell in Schläge aus.

Panische Flucht

Der Fahrer sprang irgendwann in sein Auto. Die Angeklagten hätten die Tür festgehalten, er habe von innen gezogen, sodass die ganze Türverkleidung herausgerissen sei. Er sei voller Panik gewesen. Deswegen habe er sein Auto zurückgesetzt, mit dem er flüchten wollte. Dass er mit der geöffneten Tür die drei Personen umfuhr, habe er nicht wahrgenommen. Dann überrollte er den Senior mehrfach.

Die beiden Brüder werden übrigens aus der U-Haft vorgeführt. Ihnen wird zudem versuchter Mord infolge einer Brandstiftung in Westerkappeln vorgeworfen.

Der Prozess heute läuft (weiterer Bericht folgt). Das Urteil wird für den 24. April erwartet.

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