Fr., 05.03.2010

Haiti Spendenaktion Malteser International übernimmt Leitungsfunktion in Haiti

Von Wolfgang Kleideiter

Münsterland/Port-au-Prince - Eine Herausforderung war Haiti schon vor dem 12. Januar 2010: bettelarm, politisch instabil, immer wieder von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Der Alltag im Karibikstaat - für viele ein Überlebenskampf. „In Port-au-Prince wohnten angeblich 1,5 Millionen Menschen. Heute weiß man, dass es am Tag des schweren Erdbebens tatsächlich zweieinhalb bis drei Millionen waren“, schildert Ingo Radtke . „Das muss man sich vorstellen.“

Der Generalsekretär von Malteser International in Köln kennt die Probleme des vom verheerenden Erdbeben heimgesuchten Landes inzwischen in immer mehr bedrückenden Details. Und diese werden ihn und sein Team lange begleiten. Im amerikanischen Miami , wo sich in dieser Woche Vertreter der Organisation zur Haiti-Konferenz trafen, wurde Malteser International die Leitungsfunktion für die anstehenden Arbeiten übertragen: Die Fäden der internationalen Malteser-Hilfe laufen damit über den akuten Einsatz hinaus dauerhaft in Köln zusammen.

Rund 220 000 Menschen wurden bei der Katastrophe getötet, ganze Städte sind dem Erdboden gleich. Über eine Million Menschen lebt nach wie vor in provisorischen Unterkünften. Ein Wiederaufbau, da sind sich Experten einig, braucht Jahrzehnte.

Doch diese schwierige Ausgangslage schreckt die Malteser offensichtlich nicht ab. Im Gegenteil: Bis Ende März wollen sie für ihre Arbeitsschwerpunkte einen „Masterplan“ aufstellen, der mit den haitianischen Behörden und den Vereinten Nationen abgestimmt werden kann. Ingo Radtke: „Nach der Konferenz in Miami ist unsere Richtung klar.“

Hohe Priorität hat die Unterstützung des Krankenhauses „Sacré Coeur“ in Milot im Norden Haitis. Eigentlich hat das Haus, das seit 15 Jahren von amerikanischen Maltesern gefördert wird, 64 Betten, Kinderabteilung, Entbindungsstation und Ambulanz. Versorgt werden dort aber schon seit Mitte Januar über 450 Patienten. Und viele weitere Menschen, die aus dem Katastrophengebiet geflohen sind, campieren rund um das Hospital. Radtke: „Wir geben dort täglich 1000 Essen aus.“

Die Malteser-Experten, die in Miami tagten, waren sich einig, dass man vor allem auf dem Gesundheitssektor helfen muss: Impfkampagnen, Aufbau von Gesundheits- und Reha-Stationen bilden einen Schwerpunkt. Gleichzeitig will man den Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitärer Grundversorgung und Hygiene sichern. Und: „Wir müssen Wege finden, die Armut im Land dauerhaft zu bekämpfen.“ Sonst werde Haiti immer von Hilfe abhängig bleiben.

806 925,20 Euro haben die Leserinnen und Leser unserer Zeitung bis jetzt an die Aktion „Wir helfen Haiti“ überwiesen. Eine beachtliche Summe, mit der Malteser in Haiti Großes leisten können. Mit einem Betrag von 500 000 Euro lässt sich nach deren Berechnungen ein mittleres Krankenhaus mit 80 Betten wieder aufbauen, ausstatten und ein halbes Jahr lang betreiben. Ingo Radtke: „Es geht hier nicht um Hightech-Krankenhäuser, sondern die um medizinische Grundversorgung von Menschen.“

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